Großübung in der Stadtmitte

Großübung an der Gartenstraße: Zusammen mit den Rönsahler Kollegen probte der Löschzug Stadtmitte den Ernstfall.

KIERSPE ▪ „Wohnungsbrand an der Gartenstraße, eine Person in Not”, so die Meldung auf Meldeempfängern der Feuerwehrleute. Kurze Zeit später sind die ersten Löschfahrzeuge am Sonntag gegen 9.45 Uhr vor Ort.

Bald wimmelt es überall von Einsatzkräften, die Schläuche entrollen oder Atemschutzgeräte anlegen. Zugleich verschafft sich die Einsatzleitung einen Überblick über die Situation: Aus einer Seitentüre des Hauses dringt dichter Qualm nach außen, am Fenster der Dachgeschosswohnung wartet eine junge Frau auf Hilfe. Was am Sonntagmorgen Dank Nebelmaschine, Statisten und einigen Schaulustigen wie ein Ernstfall aussah, war glücklicherweise nur eine Großübung des Löschzugs Stadtmitte in Zusammenarbeit mit der Rönsahler Feuerwehr. „Zuerst wird ein Sprungkissen aufgebaut“, informierte Bernd Kriesten, Zugführer des LZ Stadtmitte. Der Sprung aus großer Höhe solle der Frau jedoch möglichst erspart bleiben. „Daher haben wir auch die Drehleiter aus Meinerzhagen angefordert, um sie zu retten.“ Solange diese noch nicht eingetroffen ist, beruhigt das Sprungkissen die Nerven der Gefährdeten und garantiert eine verletzungsfreie Rettung. Da das Treppenhaus in dem angenommenen Szenario lichterloh brennt, können die Blauröcke nicht sofort zum Innenangriff auf die Flammen übergehen. So beginnen sie am Nebeneingang mit den Löscharbeiten. „Zeitgleich erschließen sich die Helfer mit Hilfe einer Multifunktionsleiter einen zweiten Rettungsweg und gehen durch ein Fenster ins Obergeschoss“, erläuterte Kriesten das Geschehen. Er hatte die Übung vorbereitet und war an diesem Tag als Beobachter vor Ort, um die anschließende Manöverkritik leiten zu können. Als die Drehleiter eintrifft, kann die junge Frau – deren Rolle Kriestens Tochter Alina übernahm – aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Außerdem steigen weitere Helfer über die Drehleiter in die Dachgeschosswohnung, um den Flammen auch von dieser Seite aus zu Leibe zu rücken. Ralf Schützkowski notierte während des gesamten Einsatzes eifrig, wann die Teams unter Atemschutz in das brennende Haus vorgedrungen waren. „Sie haben Luft für maximal 20 Minuten dabei, dann müssen sie wieder draußen sein”, erklärte er die Vorsichtsmaßnahme. Die Feuerwehr probte bei dieser Gelegenheit auch den Einsatz von Rauchverschlüssen, die in Türrahmen eingespannt werden, um die Verqualmung weiterer Räume zu verhindern. So kann der Sachschaden in vielen Fällen begrenzt werden. Nach der Übung unter Leitung von Ronny Zipser (LZ Stadtmitte) und Nils Parziegla (LZ Rönsahl) zeigte sich Bernd Kriesten hochzufrieden. „Bis auf einige Kleinigkeiten ist alles super gelaufen“, lobte er. Dank der Unterstützung durch den Kiersper Bauverein, konnte die Übung in dem Mehrfamilienhaus an der Gartenstraße vorgenommen werden. ▪ ps

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare