Großreinemachen: Schrubben für die Sicherheit

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Noch ist das Becken leer, doch schon am 30. Juli wird dort wieder geschwommen. ▪

KIERSPE ▪ Drei Wochen haben sie Zeit alles auf Hochglanz zu polieren, dann muss alles fertig sein und in neuem Glanz erstrahlen. An jeder Ecke im Hallenbad wird momentan gearbeitet. In den Becken, den Duschen, den Umkleiden und in den Gängen, dazwischen werden Fliesen neu verfugt, Bänke abgeschliffen und lackiert, kleine Löcher am Beckenrand verspachtelt, Edelstahl und Lampen poliert. Bereits in einer Woche wird damit begonnen, das große Schwimmbecken mit Wasser zufüllen, denn das dauert mindestens eine Woche und das Bad soll ab der vierten Ferienwoche wieder geöffnet werden.

Freibadwetter ist das nicht. Da müssen die Kiersper Kinder, zumindest in der ersten Ferienhälfte, wohl aufs Schwimmen verzichten. Das Hallenbad hat zu – umfangreiche Sanierungsarbeiten stehen an. „Klar, viele werden sagen, ,warum machen die ausgerechnet in den Ferien zu, wenn die Kinder Zeit haben?’ Doch es geht einfach nicht anders“, erklärt Matthias Pazmann, Betriebsleiter des Kiersper Hallenbades. Denn außerhalb der Ferien würde das Bad von etwa 40 verschiedenen Schulklassen aus acht Schulen genutzt. Nachmittags sind dann die Vereine an der Reihe, am Abend folgen beispielsweise Wassergymnastik und Aquafitness. Doch während der Ferien finden die Kurse und das Vereinsschwimmen nicht statt. „Mit einer Schließung während der Schulzeit würden wir also viel mehr Leuten vor den Kopf stoßen – außerdem sind die Freibäder ja geöffnet“, so der Schwimmmeister weiter.

Alle verfügbaren Kräfte müssen ran, denn so eine Sommerputz-Sanierungs-Aktion ist echte Knochenarbeit. Pazmann: „Jede Fliese und jede Fuge der Becken-Innenwände müssen per Hand geschrubbt werden. Den Boden können wir mit einer Maschine machen. Aber dennoch ist es viel, schließlich haben wir neben dem Hauptbecken auch noch das Lehr- und das Kinderschwimmbecken.“ Die Rinnen um das Lehrschwimmbecken müssen zudem komplett abgeschliffen, neu verputzt und gefliest werden. „Bisher waren sie aus Beton, doch der hält dem ewigen Wasser nicht stand, sodass die Wand porös wird“, erklärt Pazmann. Die Fliesenleger sind derweil bereits im Hauptbecken aktiv. „Wir müssen akribisch jeden Millimeter untersuchen. Die kleinsten Löcher sind gefährlich, das Wasser dringt dahinter, höhlt die Wand aus und die Fliesen würden abfallen. Im regulären Badebetrieb wäre das fatal“, erläutert der Schwimmmeister das Problem. Denn dann müsse das Wasser abgelassen werden und das dauere mindestens vier Tage. „Das heißt, wenn wir jetzt nicht ganz genau arbeiten, müsste das Becken womöglich während der Hauptsaison für zwei Wochen geschlossen werden.“ Doch nicht nur im Becken auch in den Duschen, auf den Wegen und in der Kindertoilette werden defekte Fugen und Fliesen ersetzt.

In der kommenden Woche werden Handwerker und Schwimmmeister noch von den Kassen-Mitarbeiterinnen unterstützt. „Edelstahl muss poliert werden, Deckenleuchten gereinigt und Wände abgewischt werden – dann sieht alles aus wie neu.“ Spätestens Anfang der übernächsten Woche beginnt Pazmann mit dem Füllen der Becken. Bis die 600 000 Liter des großen Beckens eingelaufen sind, dauert es schon fast fünf Tage, dann ist das Wasser jedoch noch nicht aufbereitet und gerade einmal sieben bis neun Grad warm. Es dauert noch einmal ein paar Tage bis das Wasser angewärmt ist. Sobald das Becken voll ist, beginnt die Aufbereitung des Wassers. „Unser Wasser ist sehr weich und hat einen PH-Wert von ungefähr sieben – das ist wichtig, denn erst dann wirkt das Chlor“, erläutert Pazmann den Zeitdruck.

Bereits ab Montag, 30. Juli, soll das Bad wieder wie gewohnt geöffnet werden. ▪ lm

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