Großes Interesse von Kindern und Eltern an Gesamtschule

Einzeln oder zu zweit stellten Schüler der Klassen 6 bis 8 ihre Englischkenntnisse unter Beweis.

KIERSPE - Die ganze Schule war am Samstag auf den Beinen: Sämtliche Lehrer, der komplette zwölfte Jahrgang und viele Schüler, vor allem der fünften und sechsten Klassen, waren gekommen, um beim Infotag den Familien der jetzigen Viertklässler einen umfassenden Eindruck von der Gesamtschule Kierspe zu vermitteln.

Von Birgitta Negel-Täuber

Bei einem Abend im November hatte die Schulleitung vorab die Interessen der Eltern abgefragt. Das Ergebnis fand Schulleiter Johannes Heintges verblüffend: Entgegen seinen Vermutungen wollten die Eltern vor allem die Unterrichtsangebote in den Kernfächern sehen, also Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften.

Im vollbesetzten Pädagogischen Zentrum erläuterte die Schulleitung bei der Begrüßung den Tagesablauf. Den Anfang machten Unterrichtsbesuche in den Jahrgängen fünf bis sieben. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, hatten die Lehrer „Eintrittskarten“ ausgegeben, jeweils eine pro Familie. Das Interesse war so groß, dass die 180 vorbereiteten Karten nicht ausreichten und nachproduziert werden musste. Als „Schüler-Lotsen“ fungierten die Schüler des 12. Jahrgangs, die die Familien zu den Unterrichtsräumen begleiteten. Hier konnten die Grundschüler Gesamtschul-Unterricht live erleben. Eltern mit speziellen Fragen bekamen Antworten im Mensabereich, wo Lehrer und Mitglieder der Schulleitung durchgängig für Gespräche zur Verfügung standen.

Dem Profil der Gesamtschule entsprechend zeigten die Schwerpunktklassen ihre Unterrichtsinhalte. Die Türen standen fast überall offen, damit die Eltern auch vom Flur aus zuschauen konnten, was sich in den teilweise überfüllten Klassenräumen tat. So erläuterte Lehrer Peter Hoberg bei einer Probe der Bläserklasse die jeweils unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Instrumente. Bei der Schwerpunktklasse Naturwissenschaften roch es leicht verkokelt: Mit Essig schrieben die Schüler auf ein Blatt Papier und brachten die „Geheimschrift“ mit Hilfe von heißen Kochplatten wieder ans Tageslicht.

Förderschwerpunkte wurden am Beispiel des Deutschunterrichts für Ausländer und Englisch XL demonstriert. Alltagsgespräche, Wortwahl, Satzbau und Rechtschreibung stehen für beide Gruppen auf dem Programm. Während in Deutsch ausländische Schüler für die Teilnahme an Unterricht und Alltagsleben befähigt werden, sind im Fach Englisch XL besonders sprachbegabte Schüler zusammengefasst. Bei einem Poetry Slam rezitierten die Kinder Gedichte, führten kleine Comedies oder Dialoge vor.

In organisierten Rundgängen zeigten Lehrer und Oberstufenschüler die verschiedenen Bereiche der Schule und ließen dabei ihre je eigene Sicht einfließen. Beim Mensaessen etwa gingen die Meinungen stark auseinander. Zwölftklässler Mirko Geyer und Lehrer Duffe waren sich einig, dass es „superlecker“ sei. Aber während die Schüler Currywurst mit Pommes bevorzugen, pries Lehrer Ulrich Duffe eher die gutbürgerlichen Gerichten an. Die Mensa hatte natürlich auch geöffnet und bot für kleines Geld ein leckeres Menü an - ein Angebot, das viele Familien gerne annahmen.

Zahlreiche Angebote um den Unterricht herum rundeten das Angebot ab: Beim Jugend-Rotkreuz konnte eine Gummipuppe reanimiert werden, die Mountainbike-AG zeigte Videos von ihrem Training, Mensaverein, Förderverein und Schülercafé hatten Speis’ und Trank für den kleinen Hunger im Angebot.

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