Emotionaler Abschied von Frank Bisterfeld

Das Horn stand für den leidenschaftlichen Musiker schon bereit, um mit dem Schulorchester zu spielen.

KIERSPE - Es war ein sehr emotionaler Empfang, den die Schüler und Lehrer der Gesamtschule ihrem ehemaligen didaktischen Leiter Frank Bisterfeld bereiteten. Auf dem Schulhof standen die Schüler Spalier und in der Pausenhalle spielte das Schulorchester.

Von Johannes Becker

Rund 1000 Schüler hatten Aufstellung auf dem Schulhof genommen und eine lange Gasse gebildet, um Frank Bisterfeld einen würdigen Empfang am Tag seines Abschiedes zu bereiten. Es dauerte lange, bis Bisterfeld die Reihen abgeschritten hatte, doch damit war der emotionale Abschied noch lange nicht beendet, denn in der Pausenhalle wartete bereits das Schulorchester – unter anderem mit einem Lieblingslied von Bisterfeld. Da war klar, dass der Pädagoge das bereitstehende Horn ergriff und in „Sous le ciel de Paris“ einstimmte.´

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Mit dem Abschied, bei dem nicht nur Bisterfeld die Tränen in den Augen standen, geht eine fast 16-jährige Dienstzeit an der Kiersper Gesamtschule zu Ende – und damit eine Zeit, in der Bisterfeld tiefe Spuren in der Chronik der Bildungseinrichtung hinterlassen hat.

Bevor der Pädagoge an die Kiersper Schule kam, hat er einen recht gradlinigen Weg zurückgelegt. In Kierspe geboren und aufgewachsen, nach Pestalozzischule, Realschule Meinerzhagen und Aufbaugymnasium Halver unterbrach nur der Zivildienst die Bildungslaufbahn.

In Bonn schloss sich an die Tätigkeit im Krankenhaus in Gummersbach das Deutsch- und Musikstudium an. Danach dann ein Referendariat in Bonn und 1984 eine Anstellung an einer Realschule in Mühlheim an der Ruhr.

Der begeisterte Pädagoge wusste damals schon, dass er seinen Weg aber lieber an einer Gesamtschule gehen wollte. Ein Jahr später dann die Versetzung nach Köln-Kalk an eine Gesamtschule, die sich noch im Aufbau befand. „Das waren meine echten Lehrjahre. Dort hatte ich einen Kollegen, der mir gezeigt hat, wie wertvoll Schüler sind, wie man sich ihrer annehmen sollte und auch, wie man sie bestmöglich fördern kann“, erinnert sich Bisterfeld.

Als 1989 das dritte Kind geboren wird, will die Familie ein eigenes Haus, kann es sich aber im Rheinland nicht leisten. Gekauft wird schließlich 1990 in der Heimatstadt Kierspe. Zur gleichen Zeit wurde die Gesamtschule in Marienheide gegründet, deren Gründungskollegium der Kiersper dann bis 1993 angehörte. Dann folgte der Wechsel als „Koordinator Organisation“ an die Adolf-Reichwein-Gesamtschule in Lüdenscheid.

Fünf Jahre später dann der erneute Wechsel nach Kierspe, wo er erst Abteilungsleiter für den fünften und sechsten Jahrgang wurde und 2001 dann didaktischer Leiter. Bisterfeld: „Da kam ich nach Hause und an eine Schule mit einer besonderen Ausstrahlung, an der ich unglaublich innovative und kreative Kollegen vorfand.“

Als didaktischer Leiter war der Kiersper dann auch mit der Planung der Projekttage betraut, wo ihm immer das Theater sehr am Herzen lag. Außerdem gelang es ihm in Zusammenarbeit mit einigen anderen Kollegen, die Bläserklassen ins Leben zu rufen, die ihrerseits wiederum den Grundstein für die Schwerpunktklassen legten.

Letztlich wurde die Bezirksregierung aufgrund seines Engagements auf Bisterfeld aufmerksam und legte ihm die Ausbildung zum Schulleiter ans Herzen. Deren sehr gutes Bestehen nun die Bewerbung um die Schulleiterstelle in Lüdenscheid zur Folge hatte, die er am Montag antrat.

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