Großeinsatz am Hülloch mit 15 Helfern

Mit einer Lore wird der Lehm, der den Zugang zur Höhle versperrt, aus dem Inneren des Berges heraus gezogen.

Kierspe - „Heute haben wir mit 15 Helfern einen Großeinsatz“, freute sich Wolfgang Hänisch, Geschäftsführer der Speläo-Gruppe Sauerland am Samstagmorgen vor dem Höhlensystem Hülloch. „Normal brauchen wir mindestens acht Helfer, mit 15 Helfern ist das für uns der reine Luxus.“

Dabei hoffen die freiwilligen Helfer mit Wolfgang Hänisch, dass sie in dem Höhlensystem wenigstens einen Meter weiter kommen. Derzeit versperren ihnen noch eine Lehmwand und ein Pfropfen den Zugang ins Innere. „Diesen Zugang müssen wir wieder frei bekommen, damit der dort unten vorhandene Bach wieder fließen kann und wir in die hinteren Räume hinein kommen“, so Hänisch.

Spannend ist es auf jeden Fall für die Männer. Hinter der Lehmwand erwartet die Helfer eine Halle, die 1840 von Karl von Hartmann vermessen worden ist und eine Größe von 100 Metern Länge, 30 Metern Breite und 30 Metern Höhe haben soll. Ursprünglich bestand das Höhlensystem am Hülloch aus zwei Höhlen. Doch bei Steinbrucharbeiten wurde die erste Höhle ganz zugeschüttet, die zweite durch die Lehmwand abgeschnitten. „Die hintere Halle müsste noch existent sein“, so hofft Wolfgang Hänisch. „Mit ihren Ausmaßen ist sie größer als die Balver Höhle. Da sie jedoch sehr instabil ist, ist sie für große Aktionen nicht geeignet.“

Einer touristischen Nutzung steht auch entgegen, dass die Fördermittel mit der Auflage vergeben worden sind, dass die Höhle nur wissenschaftlich genutzt werden kann. In dem Höhlensystem leben seltene Tiere, wie beispielsweise Schleimwürmer, Höhlenkrebse und Höhlenasseln. Alle haben sich an ihre Umgebung angepasst, haben selten Augen und orientieren sich durch ihren Tast- und Geruchssinn. „Diese Höhle hier ist noch aktiv“, informierte Wolfgang Hanisch. „Zweimal jährlich läuft die Höhle mit Wasser bis zum Eingang voll. So entsteht in der Höhle ein Werden und Vergehen und neue Gänge werden gespült. Das ist für die Höhlentiere wichtig.“

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