Mit Biertreber beladener Lastwagen stürzt ab

+
Bei einem Ausweichmanöver auf der Kreisstraße 3 stürzte der mit Biertreber beladene Sattelschlepper eine vier Meter tiefe Böschung hinunter. Wegen der Nähe der Kerspebaches kam es zu einem Großeinsatz für die Feuerwehr.

KIERSPE ▪ Zu einem folgenschweren Ausweichmanöver eines mit Biertreber beladenen Sattelschleppers kam es am Montagabend gegen 17.30 Uhr auf der Kreisstraße 3 bei Eltinghausen.

Der Lastwagenfahrer musste sein Fahrzeug aufgrund von Gegenverkehr nach rechts auf den Seitenstreifen lenken, wobei das Bankett nachgab, so dass das schwere Gefährt die in diesem Bereich rund vier Meter tiefe Blöschung hinabstürzte und in Schräglage liegenblieb. Auch aufgrund des nur 20 Meter entfernt fließenden Kerspebaches, der als Zufluss der Kerspetrinkwassertalsperre einen hochsensiblen Bereich darstellt, kam es zu einem Großeinsatz für die Feuerwehr, die zunächst mit dem Löschzug 3 und dann zur Verstärkung ebenfalls noch mit dem Löschzuig 1, der auf Gefahrgüter spezialisiert ist, anrückte.

Den alarmierten Feuerwehrkräften bot sich an der Einsatzstelle folgendes Bild: Wegen der Schäden an dem Fahrzeug und dessen Lage traten Kraftstoff sowie Mineralöle aus. Insgesamt musste nach Auskunft des Fahrers von Mengen bis zu rund 300 Liter Diesel sowie 70 Liter des Kraftstoffzusatzmittels AD Blue im Tank ausgegangen werden. Der Fahrer war bereits von Ersthelfern aus dem Führerhaus des Unfallfahrzeuges befreit worden. Nach der Behandlung durch den Notarzt wurde der Verletzte mit einem Rettungswagen ins Klinikum nach Lüdenscheid-Hellersen transportiert.

Mit Biertreber beladener Lastwagen abgestürzt

Zum Video

Als allererste Maßnahmen brachte der Löschzug 3 mehrere Ölsperren im Kerspebach ein und baute einen zweifachen Löschangriff zur Absicherung auf. Der Löschzug 1 sicherte dann das unstabil liegende Fahrzeug mit mehreren Büffelwinden, Teleskopzylindern und einer Seilwinde vor weiteren Abrutschen und Kippen. Erst jetzt konnte gefahrlos mit dem Abpumpen der Kraftstoffe begonnen werden. Zwar wurden so die Mineralölmengen weitgehend aufgefangen und abgepumpt. „Doch steht fest, dass trotzdem ein Teil ins umgebende Erdreich gelangt ist. Deswegen musste dieses unter Beprobung durch die Untere Wasserbehörde abgebaggert und entsorgt werden“, informierte gestern Stadtbrandmeister Georg Würth über die weiteren Arbeiten am Tag nach dem Unfall.

Eine am Montagabend durch die Polizei bestellte Fachfirma wurde mit der Bergung des Sattelzuges beauftragt. Ferner wurde von einem örtlichen Tiefbauunternehmen ein Bagger als weitere Anschlagpunkt für eine Umlenkrolle angefordert. Erst nach fast zweistündiger Vorbereitungszeit durch das Spezialunternehmen und die Feuerwehr konnte dann die Bergung gestartet werden: Mit Hilfe von insgesamt fünf Seilwinden gelang es auf der für den Einsatz von Kranwagen zu schmalen Kreisstraße den Unfallwagen die Böschung hinaufzuziehen und dort wieder auf seine Räder zu stellen.

Nach abschließenden Sicherungsmaßnahmen an dem Sattelzug wurde dieser dann vom Bergungsunternehmen abtransportiert. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes und Einsatzkräfte der Feuerwehr deckten die mit Öl kontaminierte Fläche mit einer Folie ab. Dadurch sollte ein Auswaschen der Mineralölprodukte aus dem Boden bei einem eventuellen Regenguss verhindert werden.

Die Feuerwehr war mit 38 Helfern insgesamt siebeneinhalb Stunden an der Unfallstelle tätig, die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft in den Gerätehäusern dauerte dann weitere zwei Stunden.

Zur Absicherung der Helfer an der Einsatzstelle war zudem das DRK Kierspe mit einem Fahrzeug im Einsatz. Ferner befanden sich vor Ort Kräfte der Polizei, Mitarbeiter der Stadtwerke Wuppertal als Betreiber der Kerspetalsperre, zudem welche der Unteren Wasserbehörde beim Märkischen Kreis, des städtischen Bauhofes sowie eines örtlichen Tiefbauunternehmes . ▪ rh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare