„Mordsstimmung“ in der historischen Brennerei

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Inge und Theo Schmitz „mordeten“ in der Villa Ohl und in der Brennerei in Rönsahl.

Kierspe -  Ob Inge Schmitz dem Förderverein der Historischen Brennerei in Rönsahl angehört, ist unbekannt. Falls nicht, wäre es aber spätestens seit ihrer Erzählung „Dinner mit Krimi“ an der Zeit sie aufzunehmen. Der Anfang klingt nach Werbebroschüre, der weitere Verlauf ist Krimi pur.

Von Birgitta Negel-Täuber

Dabei sieht es anfangs gar nicht danach aus. Denn als ein Gast in der Brennerei die Treppe herunter fällt und dabei zu Tode kommt, stellt der Sachverständige einen Unfall fest. Der Holzschwamm habe der alten Treppe derart zugesetzt, dass sie von allein zusammengebrochen sei. Die besonderen Umstände des Schwammbefalls erfuhren die Zuhörer erst gegen Ende der Geschichte, ebenso, was es mit dem Giftmord in der Villa Ohl auf sich hatte.

Inge Schmitz war mit zwei Erzählungen, ihr Ehemann Theo mit einem Kurzkrimi an einer Lesung in der Villa Ohl vertreten. Die fand am Sonntag im Rahmen des „Offenen Denkmals“ in stilvollem Ambiente statt. Die Zuhörer saßen dichtgedrängt in den kleinen Räumen des Schwarzpulvermuseums im Obergeschoss der Villa, teilweise ohne Blickkontakt zu den Vorlesern. Inge und Theo Schmitz gehören zu den Autoren der Krimiwerkstatt der VHS Volmetal und so waren zur Lesung nicht nur Zuhörer aus Oberberg, sondern auch aus dem angrenzenden Sauerland gekommen. Die besonderen Interessen und Kenntnisse der Autoren fließen naturgemäß in ihre Erzählungen mit ein. Das war auch diesmal so. Inge Schmitz ist promovierte Biologin: Mordarten, bei denen Gift oder, wie im Fall der Brennerei, Pilzsporen eine Rolle spielen, liegen ihr. Ehemann Theo, von Beruf Geschichtslehrer, folgte statt dessen historischen Pfaden. Sein Mordopfer, eine junge Studentin, war auf dem (fiktiven) Nibelungenweg gemeuchelt worden. Der verläuft, wie kann es anders sein, geradewegs durch das Oberbergische und Westfalen. Und damit der Bezug zur Historie im oberbergisch-märkischen Grenzgebiet gewahrt blieb, legte der Mörder sie in einem verborgenen Eisenerzstollen ab. Dort fand die Polizei aber nicht nur die Leiche der unglücklichen Britta Schröter, sondern gleich daneben ein Skelett aus dem 14. Jahrhundert. Das hatte mit dem „modernen“ Mord zwar nichts zu tun, führte die Ermittler aber trotzdem zum Täter.

Die Zuhörer zollten den Autoren den verdienten Beifall und blieben noch eine Weile. Denn auch das gehört zum Konzept der Lesereihe „Mord im Denkmal“: Die Zuhörer können den „Tatort“ im Anschluss an die Lesung besichtigen. Für eine Führung durchs Haus stand Historiker Harry Böseke bereit. Der spielte, in leicht verfremdeter Form, in zwei Geschichten eine Nebenrolle.

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