Große Bandbreite künstlerischen Schaffens

Zur Vernissage der Ausstellung mit Gemälden von Friedrich Richard Plate luden die Organisatoren des Heimatvereins Svenja Kelm, Silvia Baukloh und Ulrich Finke gemeinsam mit Rita Kimmel von der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen ein. ▪

KIERSPE ▪ „Lüdenscheid hat Ida Gerhardi und Kierspe Friedrich Richard Plate“, mit diesen Worten begrüßte Ortsheimatpfleger Ulrich Finke am Freitagnachmittag zahlreiche Besucher zur Vernissage der Ausstellung des bekannten Kiersper Malers,

Anlässlich seines 50. Todestages am 12. Mai 1962 hatte der Heimatverein insgesamt 47 Exponate zusammengetragen und in den Räumen der Sparkassen-Hauptgeschäftsstelle an der Thingslindestraße für die interessierte Öffentlichkeit ins rechte Licht gerückt.

„Wir freuen uns darüber, dass sich nach unserem Zeitungsaufruf 23 Bürger aus Kierspe, Meinerzhagen, Halver, Lüdenscheid, Witten und Köln gemeldet haben, die uns Plate-Gemälde als Leihgaben zur Verfügung stellten“, berichtete die Geschäftsführerin des Heimatvereins Svenja Kelm, bei der alle Organisationsfäden zusammenliefen.

Überrascht und beeindruckt zeigten sich zahlreiche Besucher von der großen Bandbreite der Motive Plates, die von Blumenbildern über Stillleben, Landschaften und Tierstudien bis hin zu Portraits reichten. Unverkennbar geprägt von seinen Kunststudien in Düsseldorf und München um die Jahrhundertwende, erwies sich Friedrich Richard Plate als typischer Genremaler, der in realistischer, teilweise humorvoller Weise gerne Szenen aus dem gesellschaftlichen Alltag abbildete. Zu den gezeigten Exponaten gehören aber auch Kiersper Motive wie Margarethenkirche und Eickener Mühle. Seine Qualitäten als Portraitmaler stellte Friedrich Richard Plate eindrucksvoll mit Bildern von Familienangehörigen oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unter Beweis.

Obwohl er sein Kunststudium in München nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1900 bereits als 20-Jähriger abbrechen musste, um die Mutter im heimischen Hotel zu unterstützen, blieb die Malerei zeitlebens Mittelpunkt seines Wirkens.

Gut erinnert sich sein Enkel Michael Plate aus Dortmund noch daran, wie der Großvater stundenlang hingebungsvoll an seinen Bildern pinselte. „Manchmal nahm er einen mitgebrachten Blumenstrauß einfach aus der Vase mit ins Atelier, um ihn dort auf die Leinwand zu bannen“, erzählt Enkelin Helgard Beltz-Plate aus Witten lachend. Im gemeinsamen Gespräch erinnern sich die beiden an kleine Anekdoten und bewundern die Vielfalt der ihnen unbekannten Gemälde.

Weit über die Grenzen seiner Heimatstadt wurde Plate bekannt, als ihm ein renommierter Stuttgarter Kunstverlag einige einträgliche Aufträge verschaffte. Bereits zu Studienzeiten verdingte er sich als Kirchenmaler bei der Münsteraner Firma Witkop. Zu bewundern ist aus dieser Zeit noch ein Altar-Fries in der Kirche von Diestedde bei Oelde, den Friedrich Richard Plate restaurierte.

In Erinnerung geblieben ist Plate auch als aufgeschlossener Förderer seiner Gemeinde, in der er dem Schützen- und dem Reitverein nahe stand.

„Das Portrait meiner Stute Fechterin, mit der ich zehn Jahre lang im Dressursport erfolgreich war, ist ihm wirklich gut gelungen“, lobt Werner Enneper aus Halver, der den Maler persönlich noch gut kannte und es sich nicht nehmen lässt, bei der Vernissage dabei zu sein.

Auch wenn Friedrich Richard Plate kein internationaler Ruhm als Maler beschieden war, so hat er der Nachwelt doch eine Anzahl beeindruckend detailgetreuer farbenprächtiger Zeitdokumente hinterlassen, die es verdienen, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden.

Bis zum 1. Juni ist die Ausstellung mit seinen Ölgemälden noch in den Räumen der Sparkassen-Hauptgeschäftsstelle an der Thingslindestraße während der Öffnungszeiten zu besichtigen.

▪ msh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare