Grete wird Kierspes neuen Schützenkönig verkünden

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Vor dem Erfolg steht für die Kanoniere harte Arbeit. ▪

KIERSPE ▪ Nun hat der Kiersper Schützenverein (KSV) auch seine Feldhaubitze und dazu drei schmucke Kanoniere. Timo Beckmeyer, Carsten Kiesewalter und Karsten Zachau bastelten und tüftelten in den vergangenen Monaten Woche für Woche an ihrem neuen Schätzchen, der Grete.

Grete ist eine preußische siebenpfündige Feldhaubitze Anno 1814, die so nah wie möglich nach originalen Zeichnungen von den drei Kanonieren nachgebaut worden ist. Einen Namen wollten sie ihr auch geben, doch Dicke Berta war ihnen nicht ortsbezogen genug. Nach einigem Hin und Her entschieden sie sich für Grete, dem Kosenamen von Margarethe, der Namenspatronin der evangelischen Kirche im Dorf. Die Farbe Blau passt zwar nicht so ganz zu den grün-weißen Farben des KSV, doch die drei wollten nah am Original bleiben. Die Strandhaubitzen wurden früher in dieser Farbe lackiert, damit sie beim Blick vom Meer aus in Richtung Land besser getarnt waren.

Während die Männer an ihrer Grete bauten, saß Brigitte Beckmeyer in ihrer Schneiderstube und nähte. Ganze Bahnen feines Flanell in den Farben Kornblumenblau und Rot verwandelte sie in schmucke Uniformen, die ebenso authentisch werden sollten, wie die Kanone Grete. Das Ergebnis präsentierte die „Königlich preußische Artillerie Brigade“ des KSV Dienstag auf freiem Feld. Ausgerüstet mit Pulver, Mehl und anderem wichtigen Beiwerk trafen sie sich zu einem genehmigten Probeschießen auf der grünen Wiese. Da wurde gestopft, festgedrückt und an einer Feder gedreht, so dass die Kanone einsatzbereit war. „Drei, zwei, eins“, gab Kanonier Timo Beckmeyer das Kommando und Carsten Kiesewalter betätigte die Schnur, die den ohrenbetäubenden Knall auslöste. Eine weiße Wolke von Mehl verhüllte die Kanoniere und den phantastischen Blick in das Umland.

Wichtig war es Timo Beckmeyer, Carsten Kiesewalter und Karsten Zachau, vor dem Schützenfest einen Probelauf zu machen, denn der erste große Einsatz von Grete wird auf dem Schützenfest sein. Sobald der neue König den Vogel herunter geholt hat, soll Grete ganz Kierspe verkünden, dass es wieder einen neuen Schützenkönig gibt. Sie können dann zum Schützenplatz strömen, sich ihn und seine Königin bestaunen aber auch bei der Krönung zugegen sein.

Ein weiterer wichtiger Grund war, die Bewohner Kierspes schon im Vorhinein darauf einzustimmen, dass es in der Nähe des Hedbergplatzes für drei Schüsse lang laut werden kann und sie Zeit haben Vorkehrungen zu treffen, was ihre Haustiere oder sie selbst betrifft.

Zu sehen sind die drei schmucken Kanoniere beim großen Festumzug am Sonntag. Zwar sind sie noch nicht mit ihrer Grete unterwegs, das wird erst beim Schützenfest 2013 sein. Bis dahin haben sie eine „Protze“ gebaut, einen einachsigen Karren, der zum Transport der Kanone mit dem fahrbaren Gestell verbunden wird. Doch auch ohne Protze freuen sie sich auf das Wochenende.

Gertrud Goldbach

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