Grelles Gelb gegen Gefahren

Die Rüttelstreifen sind gerillt, damit die Autofahrer Vibrationen spüren.

Kierspe - Sie sind grell gelb und nur einen Zentimeter dick – dennoch sollen die Markierungsstreifen dafür sorgen, dass weniger gerast wird. Am unteren Ortseingang des Dorfes Vorderste Vornberg sind die neuartigen Rüttelstreifen aufgebracht worden – NRW-weit sind dies die ersten und bisher einzigen Geschwindigkeitsminimierer dieser Art.

Von Matthias Clever

Beim Überfahren der Rüttelstreifen spüren Autofahrer Vibrationen und hören Geräusche. Das soll bewirken, dass in der Ortschaft Vorderste Vornberg langsamer gefahren wird.

„Bei den Streifen handelt es sich um Kaltplastikmarkierungen“, erklärt Karsten Seil, Sachgebietsleiter Tiefbau bei der Stadt Kierspe. Eine dickflüssige zähe Masse sei aufgebracht und mit einem speziellen Ziehschuh abgezogen worden. Die gut sichtbare Bodenmarkierung soll Fahrer dazu bewegen, langsamer zu fahren.

Prinzipiell sind die Streifen wie Bodenschwellen aus Plastik, nur eben flacher und auch deutlich günstiger im Einbau. Rund 600 Euro Materialkosten fielen für die Stadt an. Seil: „Wir wollen jetzt testen, ob die Rüttelstreifen die erhoffte Geschwindigkeitsreduzierung bewirken und wie haltbar sie sind.“

Mehrere Straßenbaulastträger in den neuen Bundesländern hätten sehr gute Erfahrungen mit den Rüttelstreifen gemacht; zurückgehende Unfallzahlen belegten dies in beeindruckender Weise. Karsten Seil hatte in einer Fachzeitschrift von diesem Verfahren gelesen und anschließend Kontakt zu Mitarbeitern des Erzgebirgskreises aufgenommen, wo dieses Verfahren her kommt.

Auf kleinem Dienstweg hätte ein Mitarbeiter von den Erfahrungen berichtet und anschließend geholfen, die Rüttelstreifen in Kierspe zu installieren. Die Regulierungsmaßnahme ist durch die Bundesanstalt für Straßenwesen erfolgt, daher war ein Einbau problemlos möglich.

In der Vergangenheit hat die Stadt Kierspe an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Aufasphaltierungen hergestellt, etwa in der Ortslage Vor den Eicken. Auch diese sollen die Geschwindigkeit reduzieren – sind aber teurer und im Winter kann es beim Schneeschieben zu Problemen kommen. Nachdem die Anwohner der Ortschaft Vorderste Vornberg gebeten hatten, auch in dem Dorf die Geschwindigkeit durch eine Maßnahme zu reduzieren, fiel die Entscheidung auf das neue Verfahren. Die Vornberger hatten unter anderem mit einer Unterschriftenliste auf das Problem aufmerksam gemacht. Kinder spielten auf den Straßen und daher sei ein großes Gefahrenpotenzial vorhanden. „Auch im Winter gibt es im Erzgebirgskreis keine Probleme“, sagt Seil.

Übrigens: Durch die leuchtend grelle gelbe Farbe ist es nicht erforderlich, zusätzliche Warnungen wie etwa Warnbaken aufzustellen.

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