Beamte beweisen bei Kontrolle an Kölner Straße ein gutes Näschen

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131 Gramm Marihuana stellten die Beamten bei einem 24-Jährigen im Rahmen einer Kontrolle an der Kölner Straße sicher.

Kierspe - Alles dabei hatte ein 24-Jähriger, als die Polizei den von seiner Freundin gesteuerten 500er Mercedes am 24. Februar um 0.50 Uhr auf der Kölner Straße anhielt: Feinwaage, Druckverschlusstütchen, zwei Mobiltelefone und vor allem 131 Gramm Marihuana.

Während seine Freundin im Gerichtssaal beteuerte, davon nichts gerochen und schon gar nichts gewusst zu haben, hatten die Beamten eine feinere Nase und weiteten die allgemeine Verkehrskontrolle auf die Taschen des Angeklagten und die Mittelkonsole des Fahrzeugs aus.

Schwierigkeiten gab es offenbar nur, als der 24-Jährige versuchte, die Sim-Karte aus seinem Handy verschwinden zu lassen – möglicherweise, um zu verhindern, dass seine Kontaktdaten ausgelesen werden konnten. Die Ware war von recht guter Qualität, was dem 24-Jährigen eine Anklage wegen des Besitzes einer „nicht geringfügigen Menge“ an Betäubungsmitteln eintrug. Das ist juristisch ein Verbrechen – Mindeststrafe ein Jahr. Über seinen Verteidiger erneuerte der Angeklagte sein Geständnis, dass das Cannabis ihm gehört habe. Die 131 Gramm habe sein Mandant kurz zuvor für 650 Euro gekauft, um einen Vorrat für den Eigenkonsum zu haben, trug Rechtsanwalt Christiansen vor.

Ließ sich nachweisen, dass der Angeklagte den Stoff nicht nur besessen hatte, sondern ihn auch weiterverkaufen wollte? Staatsanwalt Anud argumentierte, dass man zumindestens davon ausgehen müsse, dass ein Viertel für den Weiterverkauf bestimmt war. Die Freundin des Angeklagten stützte diese Annahme, als sie darüber spekulierte, dass ihr Freund bestimmt einen Teil zur Finanzierung seines eigenen Konsums hatte verkaufen sollen. Bis zur nächtlichen Polizeikontrolle habe sie von dieser Seite ihres Freundes nichts gewusst. Danach gab es Gesprächsbedarf – mehr über den einschüchternden Einsatz als über die Drogenabhängigkeit, erinnerte sie sich.

Ein Teil des Marihuanas sollte verkauft werden

Auch Richter Thomas Kabus wusste, dass man einen solchen Megabrocken von 1530 Konsumeinheiten nicht aufheben kann, bis er schlecht wird. Und so ging auch das Schöffengericht in Lüdenscheid letztlich davon aus, dass der Angeklagte mit mindestens einem Viertel der Gesamtmenge Handel treiben wollte.

Für unerlaubten Besitz und den Handel mit Betäubungsmitteln gab es letztlich ein Jahr und drei Monate Haft. Wegen einer noch offenen kleineren Bewährungsstrafe taten sich die Richter sehr schwer mit der erneuten Aussetzung der Strafe zur Bewährung. Als Auflage muss der Angeklagte 3600 Euro an eine Drogentherapieeinrichtung zahlen.

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