Mit Graffiti-Kunst gegen sinnlose Schmierereien

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Der Meinerzhagener Graffiti-Künstler Tobias Reichler (vorne) wird gemeinsam mit seinem Kompagnon Ole Hafner (nicht auf dem Bild) die beschmierte Mauer am ZOB verschönern. Rüdiger Däumer von der UWG stellte das Projekt nun vor.

Kierspe - Schluss mit schäbigen Schmierereien, die seit längerem die Mauer entlang des Fußweges vom ZOB zum Hammerkamp verschandeln. Die UWG Kierspe setzt gemeinsam mit der Stadtverwaltung auf die beiden Graffiti-Künstler Tobias Reichler und Ole Hafner.

Die Mauer entlang des Fußweges vom ZOB zum Hammerkamp ist wahrlich kein Schmuckstück. Selbsternannte Möchtegern-Sprayer haben ihre fragwürdigen und nicht immer ganz jugendfreien Botschaften auf den Betonmauern hinterlassen. Die Schmierereien sind vielen Bürgern ein Dorn im Auge. 

Kommunalpolitiker der UWG und Bauamtsleiter Carsten Seil von der Stadtverwaltung wollen daran nun gemeinsam etwas ändern. „Graffiti gegen Schmierereien“ könnte das Projekt heißen, das schon an anderer Stelle in Kierspe und jüngst auch in der Nachbarstadt Meinerzhagen realisiert wurde. 

Die beiden jungen Männer Tobias Reichler und Ole Hafner sind neben ihrer schulischen Karriere aufstrebende Graffiti-Künstler, die zuletzt ganz offiziell Teile der neuen Polizeiwache in Meinerzhagen und einige Bushäuschen mit ihrer Arbeit verschönern durften.

Ihr nächstes Projekt wird nun die Betonmauer am ZOB in Kierspe. „Über die Berichterstattung in der Meinerzhagener Zeitung sind wir auf die beiden Männer aufmerksam geworden“, sagt Rüdiger Däumer von der UWG. Die Kontaktaufnahme mit den beiden 17-Jährigen erfolgte kurzum. In Absprache mit Carsten Seil wurde aus einer Idee schließlich ein konkretes Projekt, das voraussichtlich noch in diesem Frühjahr realisiert werden soll. 

„Die Zusammenarbeit mit der Stadt verlief schnell und unbürokratisch, so kamen wir mit unseren Planungen zügig voran“, betont Däumer im Rahmen eines Vor-Ort-Gesprächs, dem auch der Meinerzhagener Tobias Reichler beiwohnte. Sein Kompagnon Ole Hafner wohnt in Reichshof, gemeinsam sprayen sie seit nunmehr vier Jahren. Die zu verschönernde Fläche umfasst in der Länge 22 Meter. „Wir werden teilweise wohl mit einem Gerüst arbeiten müssen“, sagt Reichler angesichts der teils hohen Betonwände. Für einen Großteil der Kosten steht die UWG als Sponsor bereit.

Eine Skizze für die Motive steht bereits. die ist aber noch streng geheim. „Wir wollen den Überraschungseffekt natürlich aufrecht erhalten“, sagt Däumer. Verraten konnten der UWG-Politiker und der Meinerzhagener Graffitikünstler aber schon, dass heimische Motive, passend zur Örtlichkeit, sehr wahrscheinlich sind.

„Wir unterstützen mit dem Projekt die Jugendkultur in der heimischen Region“, sagt Däumer. Das Geländer rund um den ZOB werde mit den Graffiti aufgewertet. Zudem spare sich die Stadt zukünftig Kosten für die Reinigung. Denn unter allen Graffiti-Sprayern gelte ein Ehren-Kodex, der das Übersprayen und Verunstalten bestehender Bilder untersage.

Wer mehr über die beiden Graffiti-Künstler Tobias Reichler und Ole Hafner erfahren möchte, kann sich im Internet auf der Webseite www.rharts.de informieren und Projekte der beiden anschauen.

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