Gemeinsamer Gottesdienst der evangelischen Gemeinden in Kierspe

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Zahlreiche Kiersper hatten sich zu dem gemeinsamen Gottesdienst in der Margarethenkirche eingefunden.

Kierspe - Ein kleines Stück der Zeit voraus – und zwar genau genommen um einen Tag – waren die evangelischen Kirchengemeinden Kierspe und Rönsahl sowie die Freie evangelische Gemeinde Kierspe.

Bereits am Sonntag luden sie zu einem gemeinsamen Gottesdienst aus Anlass des offiziell erst am Montag in den evangelischen Gemeinden gefeierten Reformationsfestes in die Margarethenkirche ein.

Dieser gut besuchte Gottesdienst war für Kierspe und Rönsahl gleichzeitig der Start in die im kommenden Jahr weltweit angesagten Feierlichkeiten aus Anlass des 500-jährigen Reformationsjubiläums. Bis zum 31. Oktober des kommenden Jahres, dem Tag, an dem sich der Anschlag der 95 Thesen Martin Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg und damit der Beginn der Reformation der Kirche zum 500. Male jährt, finden im ganzen Land und so auch in Kierspe viele Veranstaltungen mit Bezug auf dieses bedeutsame Datum statt.

Pfarrer Siegfried Ochs von der FeG ermutigte zur Rück- und Neubesinnung auf den Kern des christlichen Glaubens.

Passender als die für den vergangenen Sonntag vorgeschlagene Tageslosung aus 1. Korinther 3,11 „Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ ausdrücke, so Pastor Reiner Fröhlich, der den Gottesdienst liturgisch begleitete, könne man das Anliegen der Reformation kaum in Worte fassen. Die Standfestigkeit Luthers, das mutige Einstehen für die Grundwerte des Glaubens, habe die Kirche nachhaltig verändert und geprägt, die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache und darüber hinaus das „Buch der Bücher“ für weite Teile der Bevölkerung erst lesbar gemacht, hieß es sinngemäß in diesem Zusammenhang. Und auch diesbezüglich gehe die Evangelische Kirche bis heute mit der Zeit.

In der Regel werde die Bibel alle 50 Jahre überarbeitet und dem veränderten Sprachgebrauch angepasst. Das war jetzt rechtzeitig zum Beginn des Lutherjahres wieder der Fall. Im Anschluss an den Gottesdienst bestand die Möglichkeit, mehrere der inhaltlich zwar gleichen, jedoch mit unterschiedlicher Gestaltung aufgelegten neuen Lutherbibeln in Augenschein zu nehmen und zu erwerben.

„Wir als Christen leben von guten Nachrichten, keineswegs indes von den schlechten ,News’, wie sie in den Medien oft plakativ dargestellt werden. Das Wort ,Vergebung’ kommt in schlechten Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und dem Umgang miteinander niemals vor. Doch niemand muss an seiner Schuld ersticken, egal wie groß sie auch ist“, so Pastor Siegfried Ochs im Rahmen seiner Predigt. Das sei der Botschaft, die das Evangelium vermitteln wolle, zu verdanken.

Das Evangelium, die gute Botschaft der Vergebung, sei das Geschenk, das Gott jedem einzelnen Menschen mache. Reformation sei nicht der Inbegriff für eine neue Lehre sondern habe vielmehr schon zu Luthers Zeiten wie auch heute als Rück- und Neubesinnung auf den Kern des christlichen Glaubens und die mit dem Glauben an Jesus Christus verbundene gute Nachricht dienen wollen.

„Evangelisch“ und „Evangelisation“ seien zudem Begriffe, so hieß es weiter, die im engen Zusammenhang stehen mit dem Inhalt des Evangeliums und der guten Nachricht, dass „Gott in Jesus einer von uns“ wurde. Das Geschenk des Evangeliums lebe von unserer Hingabe, sei teuer und Gnade zugleich. So sei auch das Reformationsjubiläum die Einladung, Gottes ausgestreckte Hand anzunehmen, hieß es zum Abschluss des Gottesdienstes.

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