33 Bands an drei Tagen bei tollem Festivalwetter

Kierspe - Das „Gothic Meets Rock“-Festival auf Gut Haarbecke ist Geschichte. Schon der Umfang an Bands und Künstlern, die Veranstalterin Heike Vogt-Laudien für das dreitägige Event zusammengetrommelt hatte, war beeindruckend: Satte 33 Acts ließen den Festival-Besuchern, die sich nicht alles ansehen konnten oder wollten, die Qual der Wahl.

Obwohl die Veranstaltung für Liebhaber von Gothic, Metal und Rock ein echtes Schlaraffenland darstellte und an den drei Tagen traumhaftes Festival-Wetter vorherrschte, ließen die Besucherzahlen zumindest an den ersten beiden Tagen zu wünschen übrig. Vielleicht war es die große musikalische Bandbreite, die einige Besucher dazu veranlasste, persönlich weniger bekannte Bands außen vor zu lassen. Wer sich jedoch als Fan der dunklen Musik auch auf die kleineren Gruppen jenseits des Donnerstagabend-Topacts Freedom Call einließ, konnte viele interessante Entdeckungen machen.

Gothic Meets Rock - Erster Veranstaltungstag

Am zweiten Konzerttag machte unter anderem die heimische Formation Seth 13 aus Lüdenscheid von sich reden. Die Musiker um Frontmann Frank spielten dynamisch und kraftvoll auf und servierten den Fans mit Songs wie „Why“ oder „Destroyer“ überzeugenden, grundehrlichen Metal. Ein wenig Marilyn-Manson-Feeling kam beim wuchtigen Gig der Formation „Das Scheit“ auf, denn sowohl das Outfit von Frontmann Clint als auch die kraftvoll-mysteriöse Musik der Dark-Rock-Formation erinnerte ein wenig an den Stil des US-Amerikaners. Unter anderem spielte die Band ihren aktuellen Song „Velvet Tears“, zu dem die Musiker jüngst auch ein Video ins Netz stellten. Weitere Höhepunkte bildeten die Iserlohner Gothic-Metal-Formation Leichenwetter, die Alternative-Gothic-Rock-Band The Pussybats sowie die Formationen Batlord und Monstagon.

Gothic Meets Rock - Zweiter Veranstaltungstag

Auch am Samstag, dem letzten Veranstaltungstag, wurden die diesmal ein wenig zahlreicher erschienen Zuschauer mit musikalischen Überraschungen belohnt. „Seid ihr mit uns?“, skandierte Nemesis, die Sängerin der Band Eigensinn, ins Publikum, und ihre Fans bestätigten die Frage gern. Die dynamische Bühnenperformance der Dark-Industial-Formation aus Stuttgart, die neben dem Titeltrack ihrer aktuellen EP „Post Mortem“ mit dem Song „Son Of A Bitch“ einen netten musikalischen Tritt in den Hintern ablieferte, konnte sich sehen lassen. Einen gesanglich exzellenten, aber extrem eigenwilligen und deshalb leider wenig beachteten Gig lieferte an diesem Abend Hubert Kah ab. Seit seinem 2016er Album „RockArt“ ist nix mehr mit „Neuer deutscher Welle“. Das Werk ist voll von teils düsteren, manchmal augenzwinkernden, jedoch oft mit kryptischen Texten versehenen Liedern, die zwar ab und an die Begabung des Musikers für griffige Melodien spüren lassen, bei der es sich jedoch von wenigen Ausnahmen abgesehen um Avantgarde pur handelt, die eigentlich nicht auf eine große Festivalbühne, sondern in den intimen Rahmen eines Clubs gehört. Mit Melone, knorrigem Gehstock und unterstützt nur durch Keyboarder und Drummer bestückte Hubert Kah sein Set mit den Liedern des kommerziell gefloppten, von Kritikern mal mit begeisterten Besprechungen, aber auch mit vernichtenden Verrissen überzogenen „Rock-Art-Albums“. Einige der Lieder wie zum Beispiel „Todessymphonie“ oder „Hungrig“ entfalten eine besondere Intensität, vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein und steht auf das Verschrobene. Beeindruckend ist jedenfalls die Konsequenz, mit der Kah für die Musik, die ihm am Herzen liegt, streitet, auch wenn viele seiner Fans sie nicht mögen.

Gothic Meets Rock - Dritter Veranstaltungstag

Ein weiterer der vielen Höhepunkte des letzten Gothic-Meets-Rock-Abends war der Auftritt der Formation Lichtgestalt, die eine hervorragende, druckvolle Mischung aus Heavy Metal, Gothic, Steampunk und Neuer Deutscher Härte auf die Bühne bringen. Die Band präsentierte erstmals ihr frisch erschienenes zweites Album „Tempus Fugit“ mit den darauf enthaltenen Krachern „Böse Fee“ und „So kalt dein Lächeln“, die zum Abrocken einluden.

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