Vor 50 Jahren beim Kittelkauf kennengelernt

Die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Baukloh gratulierte Magdalena und Helmut Lellwitz zur Goldhochzeit. J Foto: Becker

Kierspe - Gefallen hatte Helmut Lellwitz die junge Verkäuferin im Textilgeschäft Lütringhausen auf den ersten Blick. Doch die junge Frau wollte nicht gleich aufs erste Werben anspringen. Aber letztlich kamen die beiden doch zusammen – am Donnerstag vor 50 Jahren fand die Hochzeit statt.

Dass die beiden überhaupt ein Paar wurden, war nicht abzusehen, denn beide stammen nicht aus Kierspe. Magdalena Lellwitz wurde an der Mosel geboren und ihr heutiger Mann in Danzig.

Im letzten Kriegsjahr packte die Mutter des damals dreijährigen Helmut Lellwitz alles zusammen, was auf Pferdewagen und Handkarren passte, um vor der anrückenden sowjetischen Armee zu flüchten. Nur um haaresbreite verpasste sie damals die Gustloff. Was für ein Glück, wurde doch das Schiff bei der Überfahrt versenkt. Mehr als 9000 Menschen starben. So ging es auf dem Landweg und zum Schluss mit der Bahn weiter in den Westen. In Jagel (Schleswig-Hollstein) fand die Frau mit ihren drei Kindern Platz in einer Baracke.

1947 war die Familie dann wieder komplett, denn in diesem Jahr kam der Vater des kleinen Helmut aus der Gefangenschaft. Doch Arbeit fand der Flüchtling im hohen Norden nicht. Über die Schwestern seiner Frau fand er schließlich eine Stelle in Kierspe. Die Familie zog später nach. So beendete Helmut Lellwitz seine Schulzeit auf der Pestalozzischule. Danach folgten eine Lehre zum Maschinenschlosser bei Hugo Woeste und eine mehrjährige Bundeswehrzeit.

Seine spätere Frau wurde in Enkirch an der Mosel geboren – damals als Magdalena Gerhardt. Auch ihr Vater zog der Arbeit wegen nach Kierspe, auch sie besuchte dort noch die Pestalozzischule – allerdings drei Jahrgänge unter ihrem Mann. Nach dem Schulabschluss folgte eine Ausbildung im Kaufhaus Lüttringhaus.

Dort kam irgendwann Helmut Lellwitz zur Tür herein und wollte einen Arbeitskittel kaufen. Als die junge Frau 1964 schließlich sein Werben erhörte, ging es zum ersten Tanz nach Lüdenscheid, wo sich die beiden zur Musik von „Liebeskummer lohnt sich nicht“ näher kamen. 50 Jahre später haben sie sich dieses Lied dann noch mal gewünscht – beim „Rock am Stock“ in Iserlohn.

Helmut Lellwitz war von Jugend an begeisterter Fußballer, erst beim TV Kierspe, dann auch mal drei Jahre in Rönsahl beim TSV und schließlich bei den Alten Herren des KSC. Seine Frau begeisterte sich vor allem fürs Töpfern und Sticken. Und während der Mann zur Arbeit ging (die „letzten“ 33 Jahre bei Kremann und Esser) oder auf dem Fußballplatz stand, kümmerte sie sich auch um die Erziehung der beiden Söhne Ralf und Dirk. Heute sind es die drei Enkel, die den beiden Freude machen. Außerdem stehen sie gemeinsam im eigenen Garten. „Wir lieben aber auch die langen gemeinsamen Spaziergänge, für die wir früher nie Zeit hatten“, so Magdalena Lellwitz.

Die eigentliche Feier der Goldhochzeit findet in Kürze im Kreis der eigenen Familie statt. - jobek

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare