Gloria Cooper überzeugt mit cooler Stimme

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Bekannt durch ihr einfühlsames Pianospiel und ihren bezwingenden Gesang gab Gloria Cooper ein Gastspiel im Pädagogischen Zentrum der Kiersper Gesamtschule. ▪

KIERSPE ▪ Kleine Tischgruppen verteilten sich in der Mensa der Gesamtschule. Wer dort nicht sitzen wollte, machte es sich gemütlich in den Zuschauerreihen. Viele Gäste hatten ein Glas Wein vor sich stehen, denn es galt einen entspannten Abend mit guter Musik zu genießen. Gloria Cooper, Jazzsängerin, Pianistin und Professorin für Jazzgesang an der Long Island University New York, gab zusammen mit ihrem German-Quintett ein Gastspiel im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule Kierspe auf Einladung des Vereins für Kultur und Kommunikation (KuK).

Bereits vor einem Jahr war die New Yorkerin einmal in Kierspe zu Gast gewesen und traf am Samstagabend erneut auf ein interessiertes und vielfach sogar ausgesprochen fachkundiges Publikum. Doch bevor Cooper die Bühne betrat, hatte zunächst die Kiersper Jugend-Big Band High Vol(u)me ihren Auftritt: In Workshops am Nachmittag von Cooper und ihrem German-Quintett noch richtig fit gemacht, zeigte sie als Vorband ihr Können und, was sie kurz vorher gelernt hatten. Getrennt in einzelne Stimmen, waren sie vom Trompeter der WDR-Big Band Klaus Osterloh in Interpretation, richtige Atmung und Betonung unterwiesen worden. Desgleichen hatte sich Altsaxophonist Heiner Wiberny mit den Saxophonspielern und Bernd Laukamp mit den Posaunen befasst.

Gloria Cooper selbst unterrichtete die Sängerinnen Lucia Sikora und Michael Neunz, beide aktiv in der Musikgemeinschaft Kierspe. Am Beispiel des Songs „Over the rainbow“ improvisierten sie á capella und tauschten sich darüber aus, wie ein Lied gestaltet werden kann.

Was die Jugendlichen von High Vol(u)me präsentierten, war hörenswert: Mit „Pink Panther“ begannen sie ihren Part, noch ein wenig vorsichtig, sich an die Aufgabe herantastend. Bald jedoch wurden sie mutiger und spielten ihre Soli auch mal selbstbewusst. Viel Beifall bekam Steffen Wieland für seine Rap-Einlage, die dem Abend einen ungewohnten Akzent gab. Lucia Sikora als Frontfrau von High Vol(u)me war als Sängerin fantastisch. Sie spielte mit ihrer Stimme, klang mal metallisch, mal dreckig und wechselte von einem auf den anderen Ton ihre Ausdrucksweise.

Nach gut einer halben Stunde Warm up der Kiersper Jugend-Big Band wurde die Bühne frei für die Künstler des Abends Gloria Cooper und ihrem German-Quintett. Songs bekannter Jazzgrößen gehörten zu ihrem Repertoire aber auch Lieder, denen Gloria Cooper durch eigene Texte eine neue Bedeutung gab. Anspruchsvolle Werke wurden oberflächlicher gesehen und einfacher arrangiert, immer jedoch waren sie technisch einwandfrei. Bekannt ist Gloria Cooper durch ihr einfühlsames Klavierspiel und ihrem dazu bezwingenden Gesang. Die warmen Vocals vereint mit ihrer coolen Stimme lassent viele ihrer Lieder eindringlich zum Publikum gleiten, getragen von leichten swingenden Melodien.

Begleitet wurde Cooper vom German-Quintett mit dem Trompeter Klaus Osterloh, dem Saxophonisten Heiner Wiberny, dem Bassisten Jochen Schaal und dem Organisator des Quintetts, dem Schlagzeuger Marcel Wasserfuhr aus dem benachbarten Bergisch-Gladbach. Wasserfuhr studierte ein Jahr an der Long Island University in New York unter anderem bei Gloria Cooper und hatte so die Verbindung zu seiner ehemaligen Professorin gehalten und diesen Jazzabend organisiert.

Osterloh und seine Trompete bildeten eine Einheit, die unverkennbar war. Viel Beifall erhielt er am Samstag für seine Soli und sein facettenreiches Spiel. Groovig gab sich Jochen Schaal seinem Kontrabass hin. Als Münchener Kind, verschlagen nach Köln, hat er sich der kölschen Lebensart verschrieben und ist aktiv in der Gruppe „Kölsche Kaviar“.

Am Samstag jedoch beeindruckte er durch seinen gefühlvollen und spannungeladenen Umgang mit seinem Kontrabass. Wiberny am Saxophon hingegen ist ein erfahrener Jazzer. Bekannt ist er für seinen ausdrucksstarken Ton und seine erfahrene kompetente Satzführung, die auch am Samstagabend zum Ausdruck kam. Gefühlvoll, einfühlsam und das Klangbild des Abends unterstützend hielt sich Wasserfuhr am Schlagzeug nicht nur optisch im Hintergrund der Bühne.

Nicht nur Gloria Cooper war an diesem Abend hörenswert, auch ihr Quintett verdiente ungeteilte Aufmerksamkeit, welches das Publikum mit fantastischer Musik belohnte.

War Cooper am Samstag noch im PZ der Gesamtschule in Kierspe, hatte sie am darauffolgenden Tag schon morgens auf einer Matinee im Martin-Luther-Haus in Altenberg und abends im Schlosshotel Lerbach in Bergisch-Gladbach weitere Auftritte. Die New Yorkerin ist zusammen mit dem German-Quintett eine vielgefragte Künstlerin, die jetzt auch die Volmetaler erleben durften. ▪ GeG

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