Ein eiserner Koloss

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Bauleiter Péter Lemle (rechts) und Polier Holger Garver verfolgen die Fortschritte bei der Gleiserneuerung. In den vergangenen Tagen arbeitete der Gleisbauzug auf Kiersper Gebiet. ▪

KIERSPE ▪ Meter für Meter arbeitet sich das riesige Ungetüm über die Gleise. „Pro Stunde schafft der Gleisbauzug 150 bis 200 Meter“, erklärt Oberbauleiter Gleisbau Péter Lemle von der Firma KAF Falkenhahn aus Kreuztal, die den Ausbau der Bahnstrecke federführend betreut. Seit Montag erneuert der 160 Meter lange Koloss die Gleise auf der Strecke zwischen Kierspe Hüttebruch und dem Bahnhof Brügge.

„Bis morgen früh wird der Zug 4,5 Kilometer Gleis umgebaut haben“, erklärt Lemle, weitere Arbeiten mit schweren Maschinen schließen sich an. So müssen die Bahnübergänge Bollwerk und Hüttenberg im Zuge der Arbeiten in der Zeit vom morgigen Freitag 18 Uhr bis Mittwochfrüh 5 Uhr komplett gesperrt werden. Umleitungen sind ausgeschildert. Lediglich die Schulbusse der Linien 58 und 59 können am Montag und Dienstag morgens in der Zeit von 5.33 bis 8.02 Uhr und mittags zwischen 11.24 und 14.24 Uhr passieren.

Bis zum 19. November sollen die Ausbauarbeiten im Bereich der Volmestrecke in Richtung Oberbrügge komplett abgeschlossen sein. „Dann stehen nur noch kleinere Arbeiten am Rande der Strecke an“, so Lemle.

In den letzten Tagen konnten die Anwohner von der Straße aus die riesige Maschine bei der Arbeit beobachten. Schaulustige durften allerdings aus Sicherheitsgründen nicht allzu nah an den Zug heran. Während der Koloss im vorderen Bereich die alten Gleise entfernt, werden zugleich im hinteren Bereich neue Bahnschwellen und Schienen eingebaut. „Im ersten Arbeitsgang werden die Schrauben der alten Gleise gelöst“, erklärt der Bauleiter und zeigt auf den vorderen Teil des Zuges. Danach nehmen große Zangen die Altschwellen auf. Anschließend werden sie mit einem Portalkran auf Leerwagen transportiert, die vor dem Zug hergeschoben werden und ihn auf eine Gesamtlänge von 500 Metern bringen. Auf dem Rückweg nimmt der Kran neue Bahnschwellen mit, die über ein Förderband zum nächsten Abschnitt transportiert werden, wo sie mit einem Abstand von 65 Zentimetern ins Gleisbett gelegt werden.

„Zugleich wird mit Hilfe eines Planierschilds Schotter verdrängt, da das neue Gleisbett etwas tiefer liegen wird“, so Lemle. Zu guter Letzt werden die gelösten Schienen der alten Gleise an einer weiteren Arbeitsstation des Zuges aufgenommen und zur Seite gelegt, während die Maschine im gleichen Arbeitsschritt die neuen Schienen in die richtige Position bringt.

Da die Gleise zugleich vorne entfernt und hinten neu verlegt werden, hängt der Gleisbauzug im mittleren Bereich in der Luft und wird durch eine enorme Stahlkonstruktion gestützt. Zuständig für die Ausbauarbeiten an der Bahnstrecke ist die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Brügge-Meinerzhagen, zu der neben der Firma Falkenhahn auch die Firmen Spitzke-Longo aus Bochum und Schweerbau aus Stadthagen gehören.

Ab heute ist eine weitere riesige Maschine – die Hochleistungsbettungsreinigungsmaschine – auf den Gleisen unterwegs. Sie wird den alten Schotter entfernen und durch neuen ersetzen. ▪ Petra Schüller

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