Ja-Wort trotz Corona

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Hochzeitskuss mit Masken: Gut gelaunt und für jeden Spaß zu haben, genießt dieses Paar ihren in jeder Hinsicht besonderen Tag (das Foto entstand in Lüdenscheid). Eine größere Feier ist aufgeschoben, nicht aufgehoben. Auch auf Hochzeitsreise geht’s erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Kierspe/Meinerzhagen - „Geheiratet wird immer“ – diese Binsenweisheit gilt auch in der Corona-Krise, wenn auch unter deutlich anderen Bedingungen. Dies kann auch Yvonne Rautenberg, Standesbeamtin in Meinerzhagen, bestätigen.

Zu Beginn der Corona-Pandemie habe es sogar einige Trauungen mehr gegeben, weil die Termine vorgezogen wurden. Dann gab es eine Zeit, in der sich weniger Paare das Ja-Wort gaben. Doch das habe sich längst wieder eingependelt, die Zahl der Trauungen sei gleichbleibend, sagt Rautenberg.

Seit nunmehr zwei Wochen können wieder Trauungen mit zehn Personen zugelassen werden, einschließlich der Standesbeamtin, erklärt Yvonne Rautenberg, dass Trauzeugen und Eltern mit bei dem ganz besonderen Ereignis im Meinerzhagener Rathaus dabei sein können. Und auch die Gratulation vor dem Rathaus sei wieder erlaubt. Vor wenigen Wochen mussten die Brautpaare noch alleine ins Tauzimmer kommen, ohne Trauzeugen und andere Gäste.

Bahnhofstraße statt Nordseeinsel

Um es dennoch zu einem ganz besonderen Tag zu machen, hätten sich die Paare so einiges einfallen lassen. Die Braut trage häufiger ein Hochzeitskleid, verdeutlicht Rautenberg. Absagen von Hochzeiten habe es keine gegeben: Diejenigen, die eigentlich zum Beispiel eine Hochzeit auf einer Insel geplant hatten, seien dann doch in ihrer Heimatstadt getraut worden.

Wegen der größeren Räume seien einige Paare ins Kiersper Standesamt gegangen, während andere von außerhalb gar nicht nach Meinerzhagen kamen, um zu heiraten. Gleiches galt natürlich auch für die Meinerzhagener, die ursprünglich ihre Hochzeit in einem anderen Ort geplant hatten – sie gaben sich dann doch lieber im Rathaus an der Bahnhofstraße das Ja-Wort. Dass die Zahl der Trauungen gleichbleibend sei, werde auch durch die gute Nutzung der Samstagtermine, die das Standesamt Meinerzhagen anbietet, belegt. Und im kommenden Monat soll auch wieder die Villa im Park für Hochzeiten geöffnet werden.

In der Nachbarstadt Kierspe hätten die Historische Brennerei und Haus Rhade für Hochzeiten genutzt werden können, sie waren nicht geschlossen. Ein paar Trauungen habe es dann auch in der Brennerei gegeben, erklärt Oliver Knuf, Leiter des Sachgebiets Soziales und Familie. Dennoch habe es zu Beginn der Corona-Pandemie deutlich weniger Trauungen gegeben, teilweise wurden die Termine verschoben. Die Brautpaare seien frustriert gewesen, dass sie nur mit den Trauzeugen ins Trauzimmer durften, aber auch angesichts der Rahmenbedingungen.

Vor dem Rathaus war nur ein kontaktloses Gratulieren erlaubt, eine Feier war verboten und auch aufgrund geschlossener Gaststätten und Restaurants gar nicht erst möglich. „Als wir aber in den Ratssaal rübergerutscht sind, gab es eine deutliche Zunahme“, erklärt Oliver Knuf, dass man im großen Sitzungssaal die Zehn-Quadratmeter-Regel für insgesamt 16 Personen einhalten konnte. Das habe sogar Paare aus Attendorn und Hagen veranlasst, in Kierspe zu heiraten – ebenso wie diejenigen, die sich auf einer Insel trauen lassen wollten, aber nicht zu dieser reisen durften.

Mittlerweile bewege sich die Zahl der Trauungen wieder auf einem normalen Niveau, weiß der Sachgebietsleiter. Er weist gleichzeitig darauf hin, dass nach wie vor die Abstands- und Hygieneregeln gelten. Sprich: Auch Brautpaare, Trauzeugen und andere Begleiter müssen beim Betreten und Verlassen des Rathauses eine Maske tragen – weil in den Fluren der Abstand nicht gewahrt werden kann – und vor dem Rathaus sind nur kontaktlose Gratulationen erlaubt. Ob es weitere Lockerungen gibt, werde die künftige Entwicklung zeigen.

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