Promis: Kiersper Kinder und Macher

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Auch ein berühmter Sohn der Stadt: Roger Schmidt trainierte von 2014 bis 2017 die Bundesligafußballer von Bayer 04 Leverkusen. Heute ist er Trainer des chinesischen Erstligisten Beijing Guoan.

Meinerzhagen - Maler, Musiker, Schriftsteller, Fußballtrainer – die Stadt Kierspe war und ist Geburtsort und Wirkungsstätte zahlreicher Persönlichkeiten. Bis heute haben viele von ihnen Spuren hinterlassen, tragen Straßen oder Gebäude die Namen der bekannten Söhne und Töchter der Stadt.

Und selbst jene, die (noch) nicht öffentlich verewigt wurden, finden Erwähnung. In der digitalen Enzyklopädie Wikipedia werden unter „Kierspe“ 22 Persönlichkeiten gelistet, die demnach in der Stadt geboren wurden, gewirkt oder gelebt haben. Weitere gebürtige und mittlerweile prominente Kiersper sind jedoch nicht ausgeschlossen, denn: Wikipedia ist eine Seite, die von der gern zitierten „Schwarmintelligenz“ lebt. Das heißt: Jeder trägt ein, was er weiß – nach einer entsprechenden Prüfung werden die Beiträge dann übernommen. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt diese Liste damit aber nicht. 

Ältester „berühmter Sohn“ Kierspes ist auf Wikipedia der Unternehmer Peter Wilhelm Eberhard Steinmüller, der von 1799 bis 1871 gelebt hat und in Gummersbach die gleichnamige Papierfabrik gründete. Später entstand daraus die Dampfkesselfabrik, deren Gelände für die Stadt im Oberbergischen prägend wurde. Heute steht dort unter anderem die Schwalbe-Arena des VfL Gummersbach.

Für Kierspe selbst war indes ein anderer großer Unternehmer aktiv, der 1855 in Mölln geboren wurde: Dr. Friedrich Deisting, der bis zu seinem Tod 1923 nicht nur ein geachteter Arzt und Heimathistoriker war, sondern vor allem durch seine Firma „Dr. Deisting“ Kierspe Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem wichtigen Standort der Bakelit-Industrie machte. 

Ebenso wie Deisting erhielt später auch Fritz Linde eine „eigene“ Straße. Linde (1882 bis 1935) war ein Heimatdichter, der in der Mundart des märkischen Sauerlands gedichtet hat und dessen Name auch im 2012 gegründeten Fritz-Linde-Museum weiterlebt. Das Gebäude am Höferhof hatte er gemeinsam mit seiner Frau bezogen.

Und so setzt sich die Auflistung der Kiersper Persönlichkeiten fort: Über den Maler Friedrich Richard Plate (1880 bis 1962) und den Schriftsteller Martin Keune (1959 bis 2017) bis hin zum ehemaligen Bundesligatrainer Roger Schmidt, der derzeit in China arbeitet und dem Diplomaten Gunter Pleuger, der in Rönsahl aufwuchs und von 2002 bis 2006 ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in New York war.

Und auch manch eine Kiersper Verbindung, die den Jüngeren wohl gar nicht mehr bewusst ist, wird beim Blick auf die „Promi-Liste“ in Erinnerung gerufen. So etwa in Person von Klaus-Peter „Trini“ Trimpop. Der 1951 in Kierspe geborene Musiker und Filmemacher gehörte 1982 als Schlagzeuger zu den Gründungsmitgliedern der „Toten Hosen“ und war darüber hinaus 1981 für seinen Film „Humanes Töten“ für den Max-Ophüls-Preis nominiert. Im Jahr 2007 erhielt er zusammen mit den anderen Bandmitgliedern die 1Live Krone für das Lebenswerk der Band Die Toten Hosen, der er als aktives Mitglied aber bereits seit 1985 nicht mehr angehörte.

Ein nicht zuletzt auch in der MZ prominenter Kiersper Name: Wien. Der Bildhauer Waldemar Wien, der 1927 in Dortmund geboren wurde (und 1994 in Kierspe starb) hat als freischaffender Künstler stadtbildprägende Elemente zahlreicher Städte gestaltet und erhielt 1966 den Kulturpreis des Kreises Altena. Für Aufmerksamkeit sorgte in dieser Woche Waldemar Wiens in Kierspe geborener Sohn Sebastian Wien, der in seinem Atelier in Dortmund mit seiner Kunst gegen die Parkinson-Krankheit ankämpft. 

Nicht zu vergessen jene Kiersper, die durch ihre sportliche Karriere Geschichte schrieben. Wie etwa Günter Lyhs (geboren 1934 in Ostpreußen), der 1964 mit der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Tokio die Bronzemedaille im Mehrkampf errang – und im selben Jahr vom TC Gelsenkirchen zum TV Jahn Kierspe wechselte. Aber auch jüngere Sportler wie die Motoball-Nationalspieler Oliver Potthof, André Retich oder Heiko Laubner werden auf der Kierspe-Seite von Wikipedia gelistet. Jüngster weiblicher „Promi“ ist die 1986 geborene Seglerin Nadine Wieland, die mittlerweile in Südfrankreich lebt und 2016 Vize-Weltmeisterin in der Hobie-16-Klasse wurde. 

Weitere gebürtige Kiersper, die auf Wikipedia aufgeführt werden sind: Wilhelm Kattwinkel (1866-1935), Neurologe und Paläontologe; Dieter Hackfort (geb. 1951), Sportpsychologe; Thomas Wördehoff (geb. 1956), Chefdramaturg der Ruhr Triennale; Ursel Wahrburg (geb. 1956) Oecotrophologin an der FH Münster; Detlef Landeck (geb. 1964), Jazzmusiker und Musikpädagoge. 

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben, sind neben den bereits erwähnten: Anny Wienbruch (1899 bis 1976), Volksschullehrerin und Autorin von etwa 80 Büchern, meist Kinderbüchern mit einer Gesamtauflage von mehr als 200 000 Exemplaren; Wilhelm Brüggenwirth (1899 bis 1981), FDP-Kommunalpolitiker, dessen Familie vor allem mit dem Verkauf großer Flächen am Felderhof stadtbildprägende Entwicklungen (Wohngebiet, Gesamtschule, etc.) ermöglicht hat; Annette Gonserowski (geb. 1949), Autorin und literarische Preisträgerin.

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