SuK gibt Gas und errichtet Bau schneller als geplant

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Geschäftsführer Martin Witulski lässt es sich nicht nehmen, selbst bei der Planung des SuK-Baus mitzuwirken und die Errichtung im Gewerbegebiet Kiersperhagen zu überwachen, denn alles soll bedarfsgerecht sein. Und bisher lief’s ganz gut. ▪

KIERSPE ▪ Gas gibt momentan die Firma Schütrumpf und Kückelhaus, die SuK Thermoplastverarbeitung mit ihrem Geschäftsführer Martin Witulski. Sie errichtet seit September 2009 einen Gebäudekomplex im Gewerbegebiet Kiersperhagen und zieht aufgrund der guten Auftragslage mit zwei Großprojekten jetzt Bauabschnitte, die ursprünglich erst für später geplant waren, um ein Jahr vor.

Gerade entstehen zwei weitere Hallenteile in Stahlskelettbauweise mit einer Fläche von 1800 Quadratmetern für die Weiterbearbeitung sowie das Fertigteil- und Materiallager. Der Wareneingang und -ausgang erhält vier Lastwagenrampen. „Wir sind besonders im ersten Halbjahr 2010 nochmals enorm gewachsen“, freut sich der Kiersper über den Grund für die schnellere Expansion. Außerdem sei die Logistik zwischen den beiden Standorten immer problematischer geworden.

SuK macht’s ganz anders als andere Unternehmen: Denn viele müssen sehen, wie sie über die Runden kommen in Zeiten der Wirtschaftskrise. Es wird gespart, wo es nur geht. Investitionen werden zurückgestellt in der Hoffnung, dass es irgendwann mit der Konjunktur wieder aufwärts geht. Erste Anzeichen der Besserung betrachten die Chefs mit großer Vorsicht. Witulski aber investiert und setzt auf den richtigen Riecher, zudem Geschick und gute Kundenkontakte.

In der SuK-Produktion ist es derzeit daher reichlich eng, weil der Chef gezwungen ist zu improvisieren. Denn das Unternehmen, das eigentlich aus Bergneustadt kommt, hat die Spritzerei und den Werkzeugbau bereits nach Kierspe verlagert, so dass in den zuerst errichteten Gebäuden mit einer Fläche von 1300 Quadratmetern seit April gearbeitet wird. Ende Juli sollen ebenfalls die neuen Hallen nutzbar sein, so dass dann auch mehr Platz für die Lagerung von Masse und Teilen zur Verfügung steht.

Mehrere neue Maschinen sind inzwischen hinzugekommen, allein in diesem Jahr waren es fünf, so dass der Maschinenpark aktuell aus 30 Spritzgießautomaten mit Schließkräften bis zu 500 Tonnen besteht. Modernste Roboter sind in der Fertigung im Einsatz, so dass die meisten Maschinen vollautomatisch arbeiten.

Produktion und Lager erhalten insgesamt eine Fläche von 3100 Quadratmetern, der zweigeschossige Verwaltungstrakt hat nochmals eine Größe von 550 Quadratmetern. Der Betrieb hat nach hinten heraus zudem eine Optionsfläche von knapp 3500 Quadratmetern, so dass noch angebaut werden kann. Die Entscheidung darüber muss 2012 fallen. Die Belegschaft von SuK ist derzeit schon auf rund 55 Mitarbeiter angewachsen. 15 wurden bislang neu eingestellt, was eine recht positive Entwicklung ist.

Umzug im Eiltempo

ein Kraftakt

„Mit dem Verwaltungstrakt haben wir im Oktober begonnen“, informiert Witulski und bedauert, dass der strenge Winter für eine Verzögerung um zwei Monate gesorgt habe. Aber am jetzigen Plan, dass im September alles fertig und ebenfalls die Verwaltung umgezogen sein soll, wird festgehalten. So lange muss auch der Chef wohl oder übel noch hin und her pendeln. Vorerst, verrät Witulski, solle die Montage mit sechs Arbeitsplätze weiterhin in Bergneustadt bleiben.

Obwohl es einen eigenen Werkzeugbau gibt, lässt er diese nach wie vor im Zweigwerk SuK Industry Group im chinesischen Shenzhen bauen. Vor Ort in Kierspe würden allein Optimierungen, Änderungen oder Reparaturen vorgenommen sowie kleinere Werkzeuge neu konstruiert. SuK fertigt technische Kunststoffteile auf höchstem Niveau und wendet da selbstverständlich auch die Zwei-Komponenten-Technologie an. Die Kunden kommen zu 80 Prozent aus der Automobilindustrie und zu 20 Prozent aus der Elektroindustrie. Von der Krise hat Martin Witulski vielleicht weniger negative Auswirkungen gespürt als andere: „Wir verzeichneten 2009 trotzdem ein Umsatzplus von 30 Prozent.“

Bei dem Bauvorhaben, das im Eiltempo hochgezogen wird, hat der Kiersper darauf geachtet, dass möglichst heimische Unternehmen den Auftrag erhielten. So kommt die Architektenleistung von Bernhard Schölzel und den Stahlbau betreut die Firma Pfitzner, beide aus Kierspe.

Bei dem Komplex im Gewerbegebiet wurde Wert gelegt auf modernste Standards, was den Materialfluss, die Bauweise und auch die Umwelttechnik angeht. „So gibt es eine Wärmerückgewinnung, die die Fußbodenheizung speist“, berichtet Witulski. ▪ rh

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