Gespräche bei Brötchen und Kaffee in Fabrikhalle

70 Interessierte nahmen am Unternehmerfrühstück teil.

KIERSPE – Dass Stadtmarketing ein wirksames Instrument für integrierte Stadtentwicklung ist und das Arbeiten und Wohnen in einer Region für die Unternehmen wie für die Bürger attraktiver gestalten kann, machte Claus Hegewaldt von der Industrie- und Handelskammer anlässlich des ersten Unternehmerfrühstückes des neuen Stadtmarketingvereins deutlich. Mit rund 70 Teilnehmern war es gestern Morgen sehr gut besucht.

Diese Treffen der Chefs aus der heimischen Wirtschaft, Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe zusammengenommen, sollen künftig in regelmäßigem Abstand an weselnden Orten stattfinden und neben einem Frühstück mit belegten Brötchen, Gebäck, Kaffee und Tee oder nach Geschmack auch Mineralwasser und Säften dem Austausch und der Kommunikation untereinander dienen, immer aber auch ein interessantes Thema in einem Fachvortrag behandeln. Diesmal stellte sich der Verein natürlich erst einmal kurz selbst mit seinem Konzept vor. Doch fand die Veranstaltung in den Räumen der Firma Reinhardt-Technik statt, deren Chef Rainer Kunkel dann auch die Gelegenheit nutzte, den innovativen und in den vergangenen Jahren stark expandierten Betrieb zu präsentieren.

Mit aktuell rund 100 Mitarbeitern stellt der Anlagenbauer, der seit 1962 existiert und seit 1968 an der Waldheimstraße ansässig ist, im Bereich der Kernkompetenz Dosier- und Mischeinrichtungen für Flüssigkunststoffe und Hochleistungsverklebungen her. Sie kommen bei der Produktion von Wohnmobilen, Türanlagen, Sonnenkollektoren und Scheinwerfern oder auch im Isolierglasbereich zum Einsatz. Seit 2006 wurden verschiedene Immobilien in der Nachbarschaft erworben und so die Unternehmensfläche auf 23 000 Quadratmeter erweitert. „Dieser Patchworkaufbau sichert uns größtmögliche Flexibilität“, machte Rainer Kunkel aufmerksam, der mit seinem Schwager Frank-Carsten Fuhs 1996 den Betrieb vom Böllhoff-Konzern übernommen hat und seitdem leitet. Bis 1988 war er im Besitz der Familie Reinhardt gewesen.

Entwickelt werden Pumpanlagen in Ein- und Zwei-Komponenten-Technik, darunter auch spezielle hochpräzise Zahnrad- und Elektrodosiereinrichtungen. Dabei liefert Reinhardt-Technik komplette Systeme inklusive Software-Design und Fördertechnik. Die Anlagen werden in den eigenen Hallen konstruiert, aufgebaut und dann „schlüsselfertig“, wie der Firmenchef berichtete, dem Kunden übergeben.

Ein Rundgang durch das Unternehmen beendete die gut einstündige Veranstaltung, die pünktlich um 8 Uhr, also zur besten Frühstückszeit, begonnen hatte, so dass alle Teilnehmer danach noch einigermaßen rechtzeitig wieder in ihren Firmen waren. Was mit zur Idee des Unternehmerfrühstücks gehört.

Auftakt war gestern Morgen zunächst mit der Begrüßung durch die Vorsitzende Dagmar Schröder, die sich natürlich freute, dass die Auftaktveranstaltung eine so große Resonanz gefunden hatte. Danach erläuterte ihr Stellvertreter Michael Knabe nochmals die Idee des Stadtmarketings: „Stadtmarketing ist ein weit verbreitetes Instrument, um einerseits den drohenden Verlust der Konkurrenzfähigkeit im Städtewettbewerb und anderseits dem Planungsnotstand im Inneren zu begegnen. Beim Stadtmarketing betrachtet man die Stadt wie ein Produkt. Das Produkt Stadt muss nun ein attraktives und vielfältiges Angebot schaffen.“ Und diese Aufgabe liege nicht allein bei den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, sondern ebenso bei der Wirtschaft und letztlich allen Bürgern, wie er deutlich machte.

Bürgermeister Frank Emde betonte in seinem Grußwort die Bedeutung von Stadtmarketing gerade in einer Zeit, in der der kommunale Handlungsspielraum aufgrund der schwierigen Finanzsituation der Kommune immer enger werde: „Wir brauchen Menschen, die mitmachen, wir brauchen kluge Köpfe, die ihre Anregungen mit einbringen“, sagte er.

Claus Hegewaldt ergänzte, dass vom Stadtmarketing in zwar erster Linie eine Stadt profitiere, in zweiter Linie jedoch auch die gesamte Region. Wobei er im Rahmen des Strukturförderprogramms Regionale 2013 die Aufmerksamkeit auf Südwestfalen lenkte sowie in dem Zusammenhang zudem auf die vier Volmetalgemeinden Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle mit der von ihnen vereinbarten eigenen Regionale-Kooperation. Wichtig sei beim Stadtmarketing der damit verbundene kommunikative Aspekt. So bringe auch das Unternehmerfrühstück die Wirtschaft der Region ins Gespräch miteinander.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare