Natalia Panne verkauft mit „tea exclusive“ die exquisitesten Tees im deutschsprachigen Raum

Tee - geschmackvolles grünes Gold

Der Geruch und die Konsistenz von den Teeblättern ist entscheidend. Das überlässt Natalia Panne nicht dem Zufall.

Kierspe - Jeder Schluck ist eine Reise. Weg aus dem Alltag, vom Stress. Mitten hinein in die Natur. Jeder Schluck ist ein Erlebnis, bedeutet Entspannung. Unbekannte Gerüche und Aromen schmeicheln dem Gaumen. Jeder Schluck ist Luxus. Die Kiersperin Natalia Panne bietet in ihrem Internetversand „tea exclusive“ die exquisitesten Tees im deutschsprachigen Raum an und trifft damit den Geschmack der Zeit.

Von Matthias Clever

Zwischen den Bambushalmen laufen Hühner umher. Auf einer kleinen Lichtung wachsen einige Teebäume. Irgendwo im Nirgendwo des chinesischen Hinterlandes pflegt eine alte Teebäuerin ihre Pflanzen. Die Gewächse gedeihen ohne Dünger. Natalia Panne streicht mit der Hand durch die grünen Blätter, riecht und schmeckt. Es sind nur wenige Kilos, die im Teegarten der alten Chinesin geerntet werden.

Einmal im Jahr reist die Kiersperin für mehrere Wochen nach Asien – nach Japan, China, Indien, Taiwan oder Sri Lanka – um vor Ort Kontakte aufzubauen und neue Teegärten zu entdecken. Tausende Kilometer legt sie in dieser Zeit zurück – immer auf der Suche nach unvergleichlicher Qualität abseits der Großplantagen, wo Chemie eingesetzt wird und Pflücker ausgebeutet werden.

Natalia Panne zieht ihre Spiegelreflexkamera aus der schwarzen Umhängetasche und schießt Fotos. Von der Frau mit ihrem faltendurchzogenen Gesicht, von den Gärten und Pflanzen. Anschließend filmt sie mit ihrer Videokamera.

Mit dem Material wird die Internetseite und ein Blog befüllt. Einige der Videos sind inzwischen weit mehr als 100 000 Mal angesehen worden. Natalia Panne: „Die Käufer des Tees wollen oft wissen, wo das Produkt herkommt und wie es angebaut oder verarbeitet wird.“

Abbauen und Tee trinken

In einem anderen Garten filmt die Kiersperin, wie ausgewählte Blätter handgepflückt und schonend verarbeitet werden. Anschließend findet eine Teezeremonie statt – dort verkostet sie verschiedene Sorten und entscheidet, welche Mengen sie kauft.

Nach den Käufen nimmt sie den Tee nie direkt mit, sondern lässt sich die Pakete schicken. „Tee funktioniert nur auf Vertrauensbasis. Ich verlasse mich darauf, dass sie mir den gleichen Tee schicken, den ich ausgesucht habe“, erklärt Panne.

Und auch die Käufer – darunter viele Stammkunden und Sterne-Restaurants – vertrauen der „tea exclusive“-Chefin und ihrer Auswahl. Viele warten auf ihre Rückkehr von den Reisen in der Hoffnung, dass wieder ganz besondere Sorten und Geschmackserlebnisse dabei sind.

Seit der Gründung vor fünf Jahren wächst die Kundschaft stetig. Die Idee für den Versandhandel entstand, weil die gebürtige Russin in Deutschland nur schwer guten Tee erhielt. In ihrer Heimat gehe ohne guten Tee gar nichts. Kräftiger, aromatischer schwarzer Tee gehöre einfach zum Leben dazu. In Deutschland lernte sie eine andere Teekultur kennen. „Für mich ist nur das Tee, was vom Teebaum kommt. Alles andere sind Fruchtaufgüsse.“ Auch aromatisierte Tees kannte sie nicht. Statt bergamotteschwangeren Earl Grey wollte sie naturbelassenen, reinen Tee haben. Auf der Suche nach guten Sorten für sich selbst, lernte sie immer mehr Menschen kennen, die auch Interesse daran hatten. Inzwischen trifft sie oft den Geschmack der Zeit. Wie mit dem Pulvertee Matcha.

„Matcha ist der neue Kaffee“

In Süden Japans hat sie den wertvollsten Grünen Tee des Landes entdeckt. Er ist Wissenschaft und Kunst zugleich. Schon kurz vor der Ernte beginnt die besondere Verarbeitung des Tees. Drei bis vier Wochen vor der Ernte werden die Teefelder mit lichtdichten Netzen beschattet und so vor der Sonne geschützt. Dadurch konzentrieren sich die wertvollen Inhaltsstoffe in den Teeblättern, und es bildet sich besonders viel Chlorophyll, das für das intensive Grün und den milden Geschmack des Matchas verantwortlich ist.

Spätestens seit dem Köche wie Attila Hildmann oder Kaffee-Ketten den Matcha-Latte für sich entdeckt haben, ist Matcha Kult. „Wegen des großen Bedarfes wird der Tee in China angebaut – statt der intensiven grünen Farbe sind viele aber gelblich und schmecken überhaupt nicht wie richtiger Matcha“, weiß Natalia Panne. Die exklusive Sorte, die die Kiersperin anbietet, hat ihren Preis. 20 Gramm kosten knapp 30 Euro. Günstiger ist Bio-Matcha zum Kochen. Derzeit kosten 100 Gramm knapp 18 Euro. „Matcha ist der neue Kaffee“, ist Panne überzeugt. Der grasig, weiche Geschmack sei für Europäer zwar ungewöhnlich, aber zwei Gramm pro Portion hätten soviel Koffein wie ein Expresso.

Anders als der Genuss aus der Kaffeebohne, wirke Matcha nicht nur kurz, sondern den ganzen Tag. Neben dem Wacheffekt, seien viele Nährstoffe darin, die viele Vegetarier und Veganer zum Kauf bewegten. Aber auch in Speisen wie Matcha-Eis oder Schokoladenkuchen lässt sich der Pulvertee verarbeiten.

Fast alle Teesorten von „tea exclusive“ sind in kleinen Beuteln vakuumverpackt, damit sie nicht oxidieren und das feine Aroma erhalten bleibt. Die Qualität und somit der Wert des Tees sinkt meistens mit zunehmendem Alter. Bei weißen, grünen oder leicht fermentierten Oolongs ist Frische ein wichtiges Qualitätskriterium für Teetrinker. Anders ist das beim Pu-Erh Tee. Je älter er ist, desto weicher und aussagekräftiger wird er. Diese Sorte ist ähnlich wie Wein – er fasziniert die Menschen. Sie investieren und schwören auf ihn.

Die Pu-Erh-Fladen mit einigen Hundert Gramm können schnell mehr als 100 Euro kosten. Der Preis ist wie beim Matcha aber relativ – anders als Teebeutel kann Pu-Erh mehrmals aufgegossen werden. Zehn Aufgüsse bei vollem Geschmack seien keine Seltenheit. Selten hingegen ist der Berg-Rooibos, der anders als die zahllosen Sorten im Supermarkt naturbelassen ist und nicht mit Vanille- oder Orangengeschmack versehen ist.

Natalia Panne hat eine Nische besetzt

Die Entscheidung, ihren Beruf als Key-Account-Managerin aufzugeben, hat Natalia Panne nicht bereut. „Ich bin irgendwann im Hotel aufgewacht und wusste nicht, in welcher Stadt ich gerade bin – jetzt ist es auch stressig, aber das ist angenehmer Stress.“ Auf jeder Reise werde ihr bewusst, dass hinter dem Tee, den wir trinken, Menschen mit ihren ganz eigenen Persönlichkeiten und Geschichten stecken. „Ich bin sehr glücklich, dass ich so vielen verschiedenen Menschen, ob sie den Tee anbauen und verarbeiten oder sich mit der Teetradition auseinandersetzten, begegnen durfte.“

Inzwischen hat Panne aus Kierspe heraus eine Nische besetzt. In der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) hat sie ein Alleinstellungsmerkmal, sie betreibt den größten Versand für exklusive Teesorten. Alle sind fair gehandelt, stammen aus kleinen Teegärten, sind selten und einzigartig in ihrem Geschmack.

Tee ist für Natalia Panne eine grenzenlose Faszination. Der Geschmack und die Vielfalt der verschiedenen Sorten, Geschmacksrichtungen, Aromen und Farben erzählen mit jedem Schluck eine individuelle Geschichte.

Weitere Infos unter www.tea-exclusive.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare