Geschichtenschmiede erhält Kirchenasyl im Lutherhaus

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Das Leitungsteam, bestehend aus Marion Görnig und Kathleen Müller, sowie die pädagogische Mitarbeiterin Dr. Aysegül Altun sind froh, dass die VHS iwieder handlungsfähig ist.

KIERSPE - In den Arbeitsalltag des Volkshochschulteams, das seit dem Brand des Alten Amtshauses vor gut zwei Monaten mittlerweile vorübergehend im Rathaus untergebracht ist, ist inzwischen wieder etwas Normalität eingekehrt.

Von Rolf Haase

In den ersten Tagen nach dem Brand fragte sich das aus Marion Görnig und Kathleen Müller bestehende Leitungsteam noch, ob der geplante Erscheinungstermin für das neue VHS-Programmheft Anfang Januar überhaupt zu schaffen sei und wie es gelingen könnte, die Volkshochschule Volmetal möglichst schnell wieder handlungsfähig zu machen. Denn die gesamte Etage im Alten Amtshaus war bei dem Feuer am 11. Oktober zerstört oder zumindest sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Technische Einrichtungen waren defekt und Akten standen nicht mehr zur Verfügung. Aber dann habe alles viel besser funktioniert als befürchtet, stellen die beiden jetzt in der Rückschau fest.

Sogar die Daten auf dem Server konnten von der Computerfirma wiederhergestellt werden und auch mit einem Großteil der Akten arbeiten die Mitarbeiter längst schon wieder, allerdings dauerte es rund vier Wochen, bis diese von den Folgen der starken Rauchentwicklung dekontaminiert waren.

Erst waren die sechs Mitarbeiter vorübergehend im Sitzungsraum C des Rathauses untergebracht, derweil wurde aber bereits unter Hochdruck daran gearbeitet, fünf der ehemaligen Räume des Jobcenters der Arbeitsagentur herzurichten, die dann zweieinhalb Wochen nach der Katastrophe auch bezogen werden konnten. So lange verwandelten vor allem Leiterin Marion Görnig und ihre Stellvertreterin Kathleen Müller ihre Wohnungen zuhause in ein Homeoffice.

Inzwischen belegen die beiden gemeinsam ein Büro im Flur des Sozialamtes. „Wir haben von allen Kollegen vielleicht noch den wenigsten Publikumsverkehr“, erklären sie. Nebenan hat die pädagogische Mitarbeiterin Dr. Aysegül Altun ein Büro für sich allein, da sie wegen der Migrantenberatung und der Durchführung von Einstufungstests ungestört sein muss. Auch die Verwaltungsmitarbeiterinnen Irmtraud Maurer, Ruth Mader und Christina Kroner haben jeweils eigene Büros. Doch wissen Görnig und Müller bereits, dass sie spätestens in der Planungsphase für das Herbstsemester nochmals vom Homeoffice tätig werden müssen. Denn dann stehen unzählige Telefonate mit den Kursleitern an, was nicht vom Büro aus geht.

Das neue Mobilar kann erst angeschafft werden, wenn das Alte Amtshaus saniert ist, was spätestens im Sommer 2014 der Fall sein soll. Lediglich Schreibtischstühle wurden für das gesamte Team gekauft. Die Sparkasse hat für die Zeit bis dahin ausrangierte Büroeinrichtungen wie Schreibtische, Regale und Schränke zur Verfügung gestellt, so dass das VHS-Team seitdem wieder optimal arbeiten kann. Danach hat sich die Situation immer weiter entspannt: „Mittlerweile ist das Frühjahrsprogramm fertiggestellt und sogar schon gedruckt, es wird in diesen Tagen ausgeliefert und dann Anfang des neuen Jahres verteilt“, informieren Marion Görnig und Kathleen Müller.

Für die Bürger ist die VHS unter den gewohnten Telefonnummern erreichbar und persönlich ebenfalls zu den bekannten Öffnungszeiten von. In der bevorstehenden Anmeldephase steht dann auch jede Menge Publikumsverkehr zu erwarten, wissen die zwei VHS-Chefinnen.

Viele Kurse, die immer in der Geschäftsstelle stattfanden, sind ins Rathaus verlegt worden: Ein Deutsch- und zwei Englischkurse liefen ohnehin bereits hier. Hinzu kamen ein Italienisch- und ein Englischkurs. Ab dem neuen Semester werden es noch zwei weitere Kurse sein. Andere Veranstaltungen wie vor allem Abendkurse wurden in die Gesamtschule gelegt, so das philosophische Café und auch eine Lese- und Schreibkurs. „Die Geschichtenschmiede hat im Lutherhaus Kirchenasyl bekommen“, schmunzelt Marion Görnig.

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