Geschichten für kleine Cowboys und Indianer

Sieh mal kleine Squaw, so geht der Umgang mit Pfeil und Bogen...

RÖNSAHL ▪ Knisternde Spannung hängt in der Luft.

Nur spärlich fällt das fahle Tageslicht am wieder einmal völlig verregneten Ferientag im August durch die dünnen Schlitze im dicken Mauerwerk des viele hundert Jahre alten Turmes der Servatiuskirche, die vor Zeiten einmal als Schießscharten dienten, wenn sich die Dorfbewohner in kriegerischen Zeiten in Turm und Kirche zurückgezogen hatten. Ins Halbdunkel, das zu dieser Tageszeit hoch oben in den beiden Turmstunden für eine beinahe schon gespenstische Atmosphäre sorgt, mischt sich das monotone „Ticke-tack-ticke-tack“ der alten Kirchturmuhr und unterstreicht zusätzlich das ohnehin ganz besondere Flair, das den Gast im alten Rönsahler Kirchturm umfängt.

Auf dem Boden kauern, im Halbkreis und auf mitgebrachten Decken sitzend und in zwei altersgemäß gebildete Gruppen eingeteilt, die rund 20 Ferienspielkinder, die – kurz vor Ende der großen Schulferien noch einmal ein spannendes Abenteuer im Rahmen der Ferienspiele erleben wollen. Die meisten Kinder sind ausgesprochen „zünftig“ gekleidet, stecken in Cowboykleidung oder im Outfit „echter“ Indianer.

Auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde geht es nämlich ins legendäre Land der Cowboys und Indianer. In bewährter Weise haben die in Sachen Ferienspiele bereits seit Jahren erfahrenen „Strategen“, nämlich Ute Velten, Christa Theis, Nadja Kämmer und Birgit Witteler, sich auch in diesem Jahre wieder allerhand einfallen lassen, was wie maßgeschneidert zum Motto des Tages „Komm, wir spielen Cowboy und Indianer“ passt.

Schon der gemeinsame Aufstieg über enge steinerne Treppe, die hinaufführt in die beiden Turmstuben, die an diesem Tag in liebevoller Weise dem geheimnisumwitterten Indianerdorf hoch oben in den Bergen gleichen, dort, wo Winnetou und Old Shatterhand zuhause waren, hatte bei den Kindern die Vorfreude auf spannende Erlebnisse geweckt.

Und die kündigten sich dann auch umgehend an, als die Buschtrommel ertönt und das in der Ecke des Raumes aufgebaute Indianerzelt und allerlei geschmackvoll drapierte Accessoires die kleine Rasselbande mitnehmen auf die Reise ins Indianerland.

Vom in der Kirche aufgebauten Büchertisch, der sich dem Thema des Tages widmet, haben die Erzählerinnen eine Auswahl der spannendsten Indianergeschichten mit hinauf genommen, um nun daraus vorzulesen. Gespannt hängen die Augen der Kinder an den Lippen der vier Frauen, die sich beim Vorlesen abwechseln. Zwischendurch scheinen Erzählung und Wirklichkeit miteinander verquickt, beispielsweise dann, wenn der hinterm dicken Mauerwerk nur schwach zu vernehmende Verkehrslärm von der nahen Bundesstraße dem Stampfen einer vorbeiziehenden Büffelherde zu gleichen scheint und die Fantasie der Kinder in besonderem Maße anregt.

Die Kinder sind begeistert bei der Sache, und auch der pädagogische Effekt kommt nicht zu kurz, wenn die vier Mütter das Vorgelesene hinterfragen. „Die Indianer töten nie mehr Büffel als sie brauchen, nicht so wie wir, die wir viel zu viel Fleisch kaufen können“, gibt einer der Jungen beispielsweise zu bedenken.

Nach geraumer Zeit geht es dann vom Indianerdorf hinaus in die „offene Prärie“ und dort mit Pfeil und Bogen auch auf Büffeljagd. Und die sorgt letztendlich auch für den nötigen Appetit, so dass die zum Tagesabschluss und einer abermals prima gelungenen Ferienaktion am simulierten Lagerfeuer gegrillten „Büffelwürstchen“ genau richtig kommen.

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