Geschenkte Fahrzeuge der Wehr stehen zum Verkauf

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Das Großtanklöschfahrzeug sorgt seit acht Jahren für Probleme in der Feuerwehr. Jetzt hat der Insolvenzverwalter der Firma von Rainer Themel es zurückgefordert. Jedoch konnte mit der Stadt eine Einigung zum beiderseitigen Nutzen erzielt werden. ▪

RÖNSAHL ▪ Das vermutlich letzte Kapitel des Feuerwehrstreits rund um den Rönsahler Löschzug und die beiden geschenkten Einsatzfahrzeuge, das Großtanklöschfahrzeug 7 T Mil GL-MAN und den Rüstwagen 1 Iveco Magirus M130M7FAL, scheint unerwartet erst jetzt nach acht Jahren aufgeschlagen zu werden. Denn erneut sah sich die Stadt mit einer Rückforderung konfrontiert.

Allerdings nicht vom Sponsor Rainer Themel, der dies damals aus Ärger getan hatte, um später aber dem gefundenen Kompromiss zuzustimmen, sondern nach der Insolvenz seines Unternehmens vor einigen Monaten vom Insolvenzverwalter. Der machte nämlich geltend, dass Schenkungen gesetzlich erst nach zehn Jahren wirksam werden und forderte von der Kommune die Aushändigung der Autos, um sie der Insolvenzmasse zuführen zu können.

In Verhandlungen mit dem Juristen hatte die Stadt aber dann eine Einigung darüber erzielen können, dass sie die Fahrzeuge veräußert und dann nur ein bestimmter Teilbetrag des Erlöses in der Insolvenzmasse aufgeht. Alles, was darüber hinaus erzielt wird, bleibt bei der Kommune. So hat diese vielleicht auch einen Vorteil durch die Vereinbarung. Seit dem 21. Mai sucht die Stadt nun auf der Feuerwehrinternetseite http://www.feuerwehr .de/markt Käufer für die zwei geschenkten Fahrzeuge. Erste Anfragen und Gebote soll es bereits geben.

Als regelmäßiger Sponsor der Feuerwehr hatte Rainer Themel der Feuerwehr und der Stadt im Jahr Jahr 2002 zum einen ein Großtanklöschfahrzeug mit 8000-Liter-Tank angeboten sowie zum anderen einen Rüstwagen. Nachdem aus den anderen Löschzügen besonders gegen das mächtige Fahrzeug geschossen worden war, mit der Begründung, dass dies nicht zweckmäßig sei, hatte die Stadt einen Kompromiss erzielen können: Der besagte, dass das kleinere Fahrzeug erst einmal testweise für ein Jahr übernommen werde, das zweite aber nicht, weil dadurch die Ausrüstung in Rönsahl überdimensioniert wäre. In der Begründung stützte sich die Vereinbarung vor allem auf die Kritik aus den anderen Löschzügen. Alle schienen zuerst damit leben zu können.

Bloß den Rönsahlern war diese Vereinbarung damals offenbar nicht in allen Punkten gegenwärtig gewesen. Dass dann der Förderverein der Rönsahler Einheit trotzdem an der Stadt vorbei auch das zweite Fahrzeug ins Gerätehaus holte, brachte endgültig die Eskalation. Es kam zur Anweisung durch die Stadt, den zweiten Wagen wieder zu entfernen. Das Hin und Her ging weiter. Es folgten im Verlauf der Jahre 2003 und 2004 unzählige Krisensitzungen und der Rücktritt des kompletten Löschzuges. Mehrere Einigungsversuche wurden hinterher immer wieder infrage gestellt.

Dann endlich kam nach zähen Verhandlungen zwischen allen Beteiligten der Durchbruch: Der Löschzug Rönsahl durfte die beiden geschenkten Feuerwehrwagen behalten, musste aber dafür sein Tanklöschfahrzeug 16/25 abgeben. Für das Großtanklöschfahrzeug galt, dass es in den Brandschutzbedarfsplan aufgenommen wurde, wodurch dies für die nächsten Jahre erst mal gesichert war.

Auf dieser Basis und nachdem auch andere Missklänge innerhalb der Wehr ausgeräumt waren, kam es zum Versuch eines Neuanfangs für den Löschzug Rönsahl, der dann auch glückte. Viele von denen, die früher mitgemacht hatten, stellten sich wieder für den Dienst zur Verfügung.

GTLF blieb immer

ein Problem

Doch das Großtanklöschfahrzeug blieb ein Problem: Sein einsatztaktischer Nutzen wurde immer wieder infrage gestellt, sogar in der neu formierten Rönsahler Einheit. Für die Stadt war die Unterhaltung äußerst kostspielig, weshalb notwendige Reparaturen nicht stattfanden. Und nachdem das neue Löschfahrzeug 10/6 im Jahr 2008 für Rönsahl angeschafft worden war, gab es im Gerätehaus zudem keinen Platz mehr. Zeitweilig parkte das ungeliebte GTLF am städtischen Bauhof, dann auch draußen vor dem Gerätehaus im Regen, noch dazu mit einem Plattfuß, was bei einigen Bürger für Ärger sorgte. Jetzt soll es in Gummersbach stehen.

Im neuen Brandschutzbedarfsplan sind beide Wagen mit einem kw-Vermerk versehen, was „künftig wegfallend“ heißt. Trotzdem kann die Wehr in Rönsahl den Verlust verschmerzen, zumal 2012 ein neues Staffellöschfahrzeug für den Löschzug angeschafft werden soll, falls die Finanzlage der Kommune dies zulässt, und außerdem das Löschgruppenfahrzeug, Baujahr 1978, ebenfalls noch zur Verfügung steht. Die Lage könnte sich allerdings dramatisch zuspitzen, wenn dieses im nächsten Herbst nicht mehr durch den TÜV kommt.

Beide geschenkten Fahrzeuge stehen nun im Internet zum Verkauf. Die Offerten sind bebildert, wobei auch das Innenleben der Autos gezeigt und die Ausstattung beschrieben wird: So besitzt das GTLF 7 T Mil GL-MAN einen 8000-Liter-Tank inklusive 800 Liter Mehrbereich-Schaummittel, eine 3200 Liter leistende Rosenbauer-Pumpe, eine 5-Tonnen-Seilwinde, einen 2400-Liter-Frontwasserwerfer, einen 1200-Liter-Heckwasserwerfer, beide fernsteuerbar, und ein Rückfahrvideosystem. Es gibt zudem den wichtigen Hinweis, dass TÜV und AU abgelaufen sind.

Der RW 1 Iveco Magirus M130M7FAL, Baujahr 1985, ist mit einer 5-Tonnen-Trommelwinde ausgestattet, einem 13,5 Kilowatt leistenden pneumatischen Lichtmast mit zwei 2000-Watt-Strahlern, Rückfahrvideosystem, Funkgerät, Leichtwasseranlage, Rettungssatz, Hydraulikaggregat und Hebekissen. TÜV und AU gelten bis Januar 2012. Der Verkauf beider Fahrzeuge findet meistbietend statt, Preisvorstellungen sind nicht genannt. ▪ rh

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