Lob für ein „fantastisches Ergebnis“

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Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Kierspe nahmen bei der Vertreterversammlung zum Gechäftsjahr 2011 Stellung. ▪

KIERSPE ▪ Ob es die Feststellung des Jahresabschlusses war, die Beschlussfassung über die Verwendung des Jahresüberschusses, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat oder danach die Wiederwahl von Volkmar Benninghaus und Wolfgang Käse in den Aufsichtsrat, in allen Fällen kam es bei der Vertreterversammlung der Volksbank Kierspe zu einstimmigen Voten.

Der hohe Zufriedenheitsgrad der Mitglieder mit der Leitung des genossenschaftlichen Geldinstituts spiegelte sich außerdem darin wider, dass es unter dem früher oft kritisch und viel diskutierten Tagesordnungspunkt Verschiedenes diesmal keine einzige Wortmeldung gab, so dass schnell zum gemütlichen Teil bei einem kleinen Imbiss, wozu Rönsahler Bier gereicht wurde, übergegangen werden konnte.

Das Geschäftsjahr 2011 schloss mit einer Bilanzsumme von 116,6 Millionen Euro gegenüber 112,7 Millionen Euro im Vorjahr, wie für den Vorstand Stephan Baldschun darlegte. Das sei ein Plus von 3,9 Millionen Euro oder 3,5 Prozent. Sehen lassen könne sich besonders aber auch die Verbundbilanz mit 225,7 Millionen Euro 2011 gegenüber 211,7 Millionen Euro noch vor fünf Jahren. Sein Fazit: „Die Entwicklung der Volksbank Kierspe war trotz des schwierigen Marktumfeldes positiv.“ Er sei daher guten Mutes, verärgert allerdings zeigte sich Baldschun angesichts der „Torpedierung“ der Wirtschaft durch europäische Regierungen. Obwohl Staaten als sicher gelten würden und Kreditwünsche nicht mit Eigenkapital unterlegen müssten, wären im Fall Griechenlands die Gläubiger auf 50 Prozent ihres Geldes sitzengeblieben. Kritisch äußerte sich der Banker allerdings auch zu Deutschland, wo es trotz des höchsten Steueraufkommens aller Zeiten keinen ausgeglichenen Haushalt gebe. Seine Prognose: „Der Abbau der Staatsverschuldung sei „ein langer und steiniger Weg“. So müsse Deutschland 20 Jahre lang ein Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent erzielen, um die Verschuldung wieder auf 60 Prozent der Wirtschaftsleistung zu bringen, in der Eurozone insgesamt sei ein Wachstum von 5 Prozent und in Italien sogar von 7,5 Prozent notwendig.

Angesichts eines Eigenkapitals von 11,5 Millionen Euro, was noch wieder 600 000 Euro mehr als 2010 waren, betonte der Bankdirektor, dass es bei der Volksbank Kierspe keine Kreditklemme gebe sondern bei Anfragen ausreichend Kredite zur Verfügung gestellt werden konnten. Die Geschäftsguthaben blieben konstant bei 1,7 Millionen Euro, die Rücklagen wurden weiter gestärkt und lagen bei 9,8 statt 9,2 Millionen Euro. Die Einlagenentwicklung steigerte sich von von 2007 72,2 Millionen Euro auf 2011 91,2 Millionen Euro (mit Verbundgeschäft 124,8 Millionen Euro) und beim Kreditgeschäft im gleichen Zeitraum von 58,8 auf 64,9 Millionen Euro (mit Verbundgeschäft 100,9 Millionen Euro).

Das Geschäftsjahr 2011 schloss mit einem Zinsüberschuss von 3,19 Millionen Euro, einen Provisionsergebnis von 850 000 Euro und Verwaltungskosten von 2,80 Millionen Euro. Hervorgehoben wurde von Baldschun zudem nochmals die Aufwand-Ertrags-Relation von 68,5 Cent, was für eine Bank dieser Größenordnung ein ausgezeichneter Wert sei. Vom Jahresüberschuss in Höhe von 641 000 Euro gehen 121 000 Euro in die gesetzliche Rücklage, 410 000 Euro in andere Rücklagen und 110 000 Euro werden als 6,5-prozentige Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet.

Der Volksbankdirektor erwähnte nochmals die Erweiterung und Modernisierung der Hauptstelle, mit der inzwischen begonnen worden ist. „Wir richten die Volksbank so aus, dass sie ein Erfolgsmodell bleibt. Dazu brauchen wir Menschen, Platz und Technik“, brachte es Baldschun auf den Punkt. Es werde mehr Auszahlungsplätze geben und die Schnelligkeit der Bearbeitung und die Erreichbarkeit der Mitarbeiter würden in dem Zuge optimiert.

Nach den Ausführungen des Vorstandes berichtete Aufsichtsratsvorsitzender Volkmar Benninghaus über die Prüfung durch den Aufsichtsrates sowie natürlich auch die gesetzliche Prüfung, wo die Prüfer den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hätten. Benninghaus selbst bilanzierte: „Die Volksbank erwirtschaftete ein fantastisches Ergebnis.“ Dafür gelte den engagierten jungen Vorstandsmitgliedern genauso dank wie allen Mitgliedern und Kunden, die dem Institut das Vertrauen entgegenbrächten. Dabei merkte er mit kritischem Unterton angesichts der Wettbewerbsverzerrung an, dass die Volksbank eben keine staatliche Unterstützung erhalte wie beispielsweise die Commerzbank. Hinterher versuchten die so durch Steuergelder gestärkten Großbanken, den anderen Banken mit niedrigen Zinsen die Kunden wegzunehmen. Anders als die Direktbanken, die der Auffsichtsratsvorsitzende auch als Callcenterbanken bezeichnete, sei die Volksbank Kierspe in der Region verankert und vor Ort präsent.

Benninghaus wurde von den Vorstandsmitgliedern Stephan Böhse und Stephan Baldschun mit Blumen für seine nunmehr 20-jährige Aufsichtsratstätigkeit bedacht. Seit 1999 ist er zudem Vorsitzender dieses Gremiums. Auch sein Stellvertreter Herbert Schulte betonte in dem Zusammenhang, dass der Aufsichtsrat nicht auf den Sachverstand des erfahrenen Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers verzichten wolle und könne.

Rolf Haase

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