Kinder sollen lernen, Freizeit sinnvoll zu gestalten

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Aus insgesamt 17 Angeboten können sich die Schüler eine Arbeitsgemeinschaft aussuchen. - Fotos: Negel-Täuber

KIERSPE -  Auf der Homepage der Gesamtschule sind die Arbeitsgemeinschaften der Rubrik „Atempause“ zugeordnet. Diese Atempause findet überwiegend einmal pro Woche statt, meist dienstags in der siebten Stunde. An diesem Dienstag wurden die AGs für das neue Schuljahr vorgestellt und damit die Kinder und Jugendlichen auch wussten, was sie wählen konnten, waren alle Angebote in der Eingangshalle ausgehängt.

Von Birgitta Negel-Täuber

„Der AG-Bereich ist ein Klassiker der Gesamtschule“, sagt Sozialpädagoge Michael Brück. Die Gleichrangigkeit von Unterricht und sozialem Lernen gehört gewissermaßen zum Markenkern der Gesamtschul-Pädagogik. Die Schule sieht es deshalb als ihre Aufgabe an den Schülern alternative Freizeitmöglichkeiten aufzuzeigen. Anders ausgedrückt: Kinder sollen lernen, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, in Gruppen zusammenzuarbeiten und ihre Lehrer vielleicht auch mal anders als im Unterricht zu erleben. In früheren Zeiten war die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften deshalb verpflichtend, bis zu 70 Angebote stellte die Gesamtschule in Spitzenzeiten auf die Beine. Diese große Zahl wurde nach Einführung der Schwerpunktklassen heruntergefahren, aber auch in diesem Schuljahr können die Gesamtschüler zwischen 17 verschiedenen Gruppen auswählen.

Zu den „Klassikern“ gehören der Schulchor, die Theater-AG und die Bienen-AG. Dabei wurden schon in der Schnupperstunde die unterschiedlichen Präferenzen deutlich. Während sich in der Bienen-Gruppe von Lehrer Heddo Mäder ausschließlich Jungen drängelten, waren in der Theater-AG unter Leitung von Andrea Heetmann-Thiel nur Mädchen aktiv. Ausgeglichen war das Geschlechter-Verhältnis dagegen in der AG Erste Hilfe, die Grundkenntnisse rund um Verhaltensmaßnahmen in Notfällen vermittelt. Neu hinzugekommen sind eine Polen- und eine Griechenland-AG. Diese sollen nicht nur über Land und Leute informieren, sondern auch einen eventuellen Schüleraustausch vorbereiten. Manche Arbeitsgemeinschaften richten sich auch ausschließlich an Mädchen, wie eine Fußball-Gruppe oder die AG „Naturwissenschaften für Mädchen“.

Zweimal können sich die Schüler die Angebote unverbindlich anschauen, in der dritten Woche müssen sie sich für die Dauer eines Halbjahrs entscheiden, wobei die Teilnahme freiwillig ist. Werden die Angebote in den unteren Klassen gerne angenommen, bröckelt die Teilnahme mit zunehmendem Alter und steigender Unterrichtsbelastung. Aber in den meisten Gruppen finden sich Schüler, die über viele Jahre hinweg teilnehmen. So erklärte in der Bienen-AG denn auch ein Schüler den „Neuen“, wie sich ein Bienenvolk entwickelt. Kevin ist bereits im fünften Jahr dabei und hat sich im Laufe der Zeit eine umfangreiche Ausrüstung zugelegt.

Diese dauerhafte Bindung an ein Interessengebiet, sei es Musik, Sport oder eben die Imkerei, ist für Michael Brück ein wichtiger Nebeneffekt der Arbeitsgemeinschaften an der Schule. „Die Kinder sind an Hopping gewöhnt“, meint er. „Das wollen wir verhindern.

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