Spendenaktion für geflüchtete Mitschüler

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Für 16 Mitschüler, die nach Deutschland geflüchtet sind, wurden auf Anregung von Oberstufenschülern Päckchen gepackt, die auch ausdrücken sollen, dass an sie auch in den Ferien gedacht wird.

Kierspe - Den jungen Geflüchteten, die derzeit die Gesamtschule besuchen, eine Freude machen und ihnen zeigen, dass auch an sie gedacht wird, wenn Ferien sind, wollten die Oberstufenschüler aus den beiden Sozialwissenschaftskursen.

Daraus hat sich eine Spendenaktion entwickelt, die auch die Augen von Unbeteiligten leuchten ließ. „Der Wunsch, den 16 jungen Flüchtlingen, die derzeit die Gesamtschule besuchen, zu zeigen, dass sie nicht alleine sind, auch dann nicht, wenn jetzt die Herbstferien beginnen, war der Wunsch der Schüler aus meinen beiden Kursen“, berichtet Lehrerin Stephanie Trapp.

Schüler opfern Freistunden

In der Folge wurden Sachspenden gesammelt, wobei neben Utensilien für den Schulbesuch auch viele Spielsachen und andere Dinge, die Freude machen, zusammenkamen. Trapp: „Beeindruckt hat mich, dass etliche Schüler auch ihre Freistunden nutzten, um die Kartons, in denen die Geschenke übergeben werden, zu gestalten und zu bekleben.“ Ihre Freizeit nutzten auch Schüler der Oberstufe, um Kuchen zu backen. Dieser wurde in zwei Pausen verkauft, um Geld zu erwirtschaften, mit dem eine weitergehende Unterstützung der Schüler möglich ist. Bislang kamen dabei rund 100 Euro zusammen, die durch zukünftige Aktionen aufgestockt werden sollen.

"Es ist selbstverständlich, auf die Neuen zuzugehen"

„Besonders gefreut hat uns die große Empathie, mit der unsere Schüler den Hinzugekommenen begegnen. Es ist für viele Schüler ganz selbstverständlich, auf die Neuen zuzugehen“, freut sich Schulleiter Johannes Heintges. Seine Kollegin Trapp ergänzt: „Man merkt auch, dass die Geschenke von Herzen kommen. Für die Schüler ist Integration kein Thema sondern eine Selbstverständlichkeit.“ Begeistert erzählt die Lehrerin von den neuen Schülern, die sicher auch aufgrund der Fluchterfahrungen kaum gesprochen hätten und sich durch die Empathie ihrer Mitschüler schnell geöffnet hätten.

Kontaktaufnahme auch in Heimatsprache

Heintges: „Die neuen Schüler kommen aus Syrien, Irak, Albanien und Afghanistan. Aufgrund der Vielfalt, die schon seit Jahren an unserer Schule herrscht, können fast alle in ihrer Heimatsprache angesprochen werden. Nur mit dem Afghanen ist das nicht möglich, da er nur Paschtunisch spricht. Aber auch mit diesem Schüler klappt die Verständigung von Tag zu Tag besser.“ Sicher auch deshalb, weil die Geflüchteten jede Woche zwölf Stunden lang in Deutsch unterrichtet werden. Daneben besuchen sie den Unterricht in der Klasse, die ihrem Alter entspricht.

"Die Flüchtlinge sind sehr ehrgeizig"

„Wir können beobachten, dass die Flüchtlinge sehr ehrgeizig sind und schnell lernen wollen. Aber wer eine solche Flucht hinter sich hat, der lässt sich durch nichts mehr aufhalten“, formuliert es Heintges anerkennend, der auch deutlich macht, dass es nicht der Anspruch der Schule ist, die Schüler zu verwahren, sondern sie zu dem höchstmöglichen Abschluss zu führen. „Das ist uns in der Vergangenheit gelungen und wird uns sicher auch mit den neuen Schülern gelingen, auch wenn die Zahlen der Neuen deutlich zunehmen“, ist der Schulleiter zuversichtlich.

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