Gesamtschule Kierspe: Musikunterricht, Bands und Chöre haben eine lange Tradition

Für Nachwuchs-Musiker: „Übezellen“ in der Gesamtschule

Musiklehrer Peter Hoberg am Yamaha-Flügel: Dieser soll nach seiner Restaurierung im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule seinen Platz finden.
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Musiklehrer Peter Hoberg am Yamaha-Flügel: Dieser soll nach seiner Restaurierung im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule seinen Platz finden.

Kierspe – Rund 200 Schüler nutzen Musikangebote der Gesamtschule. Sie spielen in Bläserklassen, in Orchestern, singen in Chören oder bekommen Instrumentalunterricht. Dass bei all dieser Musikbegeisterung nicht gleich das gesamte Gebäude beschallt wird, verdankt es einer jahrzehntealten Architektur, die damals schon die besondere Liebe zur Musik an dieser Schule berücksichtigte.

Wenn eine Schule einen neuen, wenn auch gebrauchten Flügel bekommt, ist das sicher berichtenswert. Interessant vor allem, wenn eine andere Schule sich von dem Instrument trennt. So geschehen in der vergangenen Woche: Da durfte sich das Gymnasium in Meinerzhagen über ein Instrument freuen, das zuvor im PZ der Gesamtschule stand. Doch still wird es dadurch nicht in dem großen Veranstaltungsraum der Kiersper Schule.

„Ich habe mir schon vor Jahren gewünscht, dass wir den Flügel, der jetzt in Meinerzhagen steht, durch einen Yamaha-Flügel ersetzen können, der derzeit noch in einem der Fachräume seinen Platz hat“, erzählt Musiklehrer Peter Hoberg. Doch letztlich habe das Geld gefehlt, das Instrument so zu restaurieren, dass es seinen Dienst im PZ verrichten kann. Hoberg: „Mit dem Geld, das für den abgegebenen Flügel bezahlt wurde, können wir diese Arbeiten nun vornehmen lassen.“ Der ehemalige Flügel aus dem PZ habe es aufgrund seiner Größe nie geschafft, den Raum mit Musik so zu erfüllen, wie es sich die Profis der Gesamtschule gewünscht hätten. Das soll mit dem Yamaha-Flügel, der, würde man ihn heute kaufen, wohl mehr als 35 000 Euro kosten würde, nun anders werden. „Der Yamaha-Flügel ist viel größer und hat ein ganz anderes Volumen“, freut sich Hoberg.

Doch auch wenn das Instrument ins PZ zieht: Schüler, die das Spiel am Flügel erlernen möchten, müssen deshalb nicht in den Veranstaltungssaal gehen, denn es stehen noch zwei weitere Flügel in den Fachräumen zur Verfügung. „Da sind wir über Gebühr ausgestattet“, so der Musiklehrer.

Fürs Bild haben die Musiklehrer Sebastian Haase, Kati Wiegold, Petra Menges und Peter Hoberg (von links) an den Instrumenten in einem der vier Fachräume Aufstellung genommen.

Aber auch sonst muss sich die Schule bei den eigenen Instrumenten nicht verstecken. Finden sich doch in dem Fachbereich noch vier akustische Klaviere, etliche Keyboards, E-Pianos und ein hochwertiges Stage-Piano. Dazu kommen noch vier Klassensätze mit Instrumenten für ein Blasorchester, inklusive der dazugehörigen Schlagwerke und auch eher seltenen Röhren-Glocken.

Unterrichtet werden die Schüler von sieben Musiklehrern in vier Fachräumen, die nicht nur über eine entsprechende Hifi-Anlage samt großer Boxen verfügen, sondern auch über eine dem Zweck dienende Akustik und Schallisolierung. Dazu kommenden dann noch acht sogenannte Übezellen, in denen unter speziellen akustischen Gegebenheiten das Spiel geübt werden kann. Zum Teil stehen die Tasteninstrumente auch in diesen Zellen aber auch in den Fachräumen, die noch durch Materialräume ergänzt werden, in denen die vielen Instrumente ihren Platz finden.

Ich habe mir schon vor Jahren gewünscht, dass wir den Flügel, der jetzt in Meinerzhagen steht, durch einen Yamaha-Flügel ersetzen können, der derzeit noch in einem der Fachräume steht

Peter Hoberg, Musiklehrer

Genutzt werden die Räume sehr stark von den Bläserklassen, einem der Schwerpunktangebote der Gesamtschule. Davon gibt es immer drei, da dieser Schwerpunkt sich von der fünften bis zur siebten Klasse zieht. „Manchmal, wenn das Interesse besonders groß ist, dann verlängern wir auch noch um ein Jahr“, sagt Petra Menges.

Ansonsten hätten die jungen Musiker aber die Möglichkeit, ins Schulorchester zu wechseln. Doch bis es so weit ist, müssen die Schwerpunktschüler viel üben. Das geschieht in drei Bläserklassenstunden und einer Stunde Instrumentalunterricht – wobei die Schulstunde an der Gesamtschule auch tatsächlich 60 Minuten hat.

Ganz kostenfrei ist dieses musikalische Angebot allerdings nicht, allein deswegen, weil auch auswärtige Musiklehrer für den Instrumentalunterricht verpflichtet und die Instrumente an die Kinder ausgeliehen werden. „Aber mit 25 Euro im Monat sind wir da schon sehr günstig, vor allem weil diese für Familien, die entsprechende Härten geltend machen können, auch noch gefördert werden, sodass sich der Beitrag auf 15 Euro reduziert“, erklärt Menges.

„Die Kombination aus Instrumentalunterricht, der in kleinen Gruppen stattfindet, und den Bläserstunden sorgt dafür, dass die Schüler auch genügend Zeit zum Üben haben“, erklärt Hoberg. Dann wird auch klar, warum die Schüler ihre Instrumente nur übers Wochenende und die Ferien mit nach Hause nehmen müssen.

Musiklehrerin Petra Menges spielt die Röhrenglocken, ein eher seltenes Instrument in Schulen.

Gerade die Bläserklassen sind aber auch außerhalb der Übungsstunden gefordert. Bei Auftritten innerhalb und außerhalb der Schule stehen regelmäßig Auftritte an – wenn auch in diesem Jahr sehr viel seltener durch die Corona-Pandemie.

Öffentliche und interne Auftritte haben aber auch das Schulorchester und die Schulband – genau wie Oberstufenorchester, Oberstufenchor, Lehrer-Bigband und Lehrer-Rockband.

Oberstufenorchester und Oberstufenchor sind wie die Bläserklassen Bestandteil des Unterrichts. 24 Schüler der Jahrgänge 11 bis 13 gehören derzeit dem Oberstufen-Orchester an. Beim Oberstufenchor sind es 49 Sängerinnen und Sänger.

„Allerdings müssen wir coronabedingt in zwei Gruppen üben und Auftritte gibt es so gut wie keine“, sagt Kati Wiegold, die den Chor leitet und sich mit dem Gedanken trägt, in naher Zukunft auch einen Unterstufenchor ins Leben zu rufen. Bereits jetzt gibt es aber auch immer wieder Projektchöre, die zu bestimmten Anlässen gegründet werden.

Hörprobe

Als im Frühjahr aufgrund der Kontaktbeschränkungen die Schule schließen musste, gab es natürlich auch keine Möglichkeit für die Bläserklassen zu üben. Dass es trotzdem möglich war, gemeinsam zu

musizieren – wenn auch von Zuhause aus – zeigt ein Video auf der Homepage der Schule, das unter www.gski.de/index.php/14-hauptartikel/941-projekt-blaeserklasse-trotz-t-corona zu finden ist.

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