Gesamtschule Kierspe erneut für ihre MINT-Aktivitäten ausgezeichnet

Jetzt sind es schon drei Sterne

Im vergangenen Schuljahr beschäftigten sich die Schüler einer MINT-Klasse mit Rennmäusen. Das Thema wurde in den Fächern Mathematik, Biologie, Technik und Informatik behandelt. Die Aufnahme entstand vor der Corona-Pandemie.
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Im vergangenen Schuljahr beschäftigten sich die Schüler einer MINT-Klasse mit Rennmäusen. Das Thema wurde in den Fächern Mathematik, Biologie, Technik und Informatik behandelt. Die Aufnahme entstand vor der Corona-Pandemie.

Kierspe – Jetzt hat sich die Gesamtschule an die Fersen der Fußballnationalmannschaft gehängt. 

Zumindest was die Zahl der Sterne angeht, mit denen sich beide schmücken dürfen. Und während die Fußballer mit vier Sternen auflaufen, sind es bei der Gesamtschule derzeit drei. Doch bei der Begeisterung, die sich dort für naturwissenschaftliche Fächer entwickelt hat, dürfte der vierte Stern schneller kommen als bei der Nationalmannschaft. Allerdings darf sich die Kiersper Bildungseinrichtung auch alle drei Jahre um den Titel MINT-freundliche Schule bewerben, die Nationalmannschaft muss immer vier Jahre auf eine neue WM warten.

MINT, das steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – also Fächer, die die Grundlagen für ein erfolgreiches Ingenieurstudium schaffen. Und genau diese Ingenieure fehlen dem Land. So ist es kein Wunder, dass sich auch führende Manager in dem Verein „MINT Zukunft“ finden, der diese Auszeichnung ausschreibt.

Gerade einmal 125 der 5436 Schulen in Nordrhein-Westfalen sind in diesem Jahr als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet worden – 91 davon zum wiederholten Male. „Wobei dort auch viele darunter sind, die die Auszeichnung erst zum zweiten Mal erhalten haben“, betont Schulleiter Johannes Heintges.

Warum sich nicht viel mehr Schulen um den Titel bewerben, beziehungswiese diesen auch bekommen, kann Stefanie Bergfeld erklären. Die Lehrerin hat mit acht weiteren Kollegen die Bewerbung in diesem Jahr vorangetrieben und weiß, dass es nicht reicht, nur in einem oder zwei der Schwerpunkte gute Leistungen zu bringen. „Man muss schon in allem Bereichen gut sein“, sagt sie. Als eigenes positives Beispiel dafür nennt sie die beiden MINT-Schwerpunktklassen, die verschiedenen Arbeitsgemeinschaften in MINT-Bereichen, die Kooperation mit Firmen und auch, dass es nun wieder Informatik in der Oberstufe gibt. Dass die Schule bereits seit Jahren stark auf Digitalisierung setzt, vergisst sie dabei fast zu erwähnen, zu selbstverständlich ist ihr das inzwischen.

Uns freut besonders, dass gerade aus diesen Schwerpunktklassen auch viele Schüler Arbeitsgemeinschaften und Wahlpflichtfächer aus dem MINT-Bereich wählen.

Stefanie Bergfeld, Gesamtschule Kierspe

Bergfeld kann auch ein Beispiel nennen, bei dem alle vier Bereiche aus MINT zusammenlaufen. So habe man Rennmäuse angeschafft, mit denen man sich im Biologie-Unterricht beschäftigt habe, im Technikunterricht habe man ein Labyrinth gebaut und am Rechner Versuche mit den Tieren ausgewertet. Damit das alles gelingen kann, stehen den Klassen zwei zusätzliche Schulstunden für den Schwerpunkt zur Verfügung, außerdem wird grundsätzlich mit zwei Lehrern unterrichtet. „Uns freut besonders, dass gerade aus diesen Schwerpunktklassen auch viele Schüler Arbeitsgemeinschaften und Wahlpflichtfächer aus dem MINT-Bereich wählen. Man merkt vielen Schülern einfach an, dass sie sich für die Themen begeistern – auch dann, wenn es keine Noten dafür gibt“, sagt Bergfeld.

Heintges weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, welch lange Traditionen diese Fächer, gerade auch Informatik und Technik, an der Kiersper Schule haben. So seien es unter anderem Kiersper Lehrer gewesen, die vor einem halben Jahrhundert die Grundlagen für diese Fächer an Gesamtschulen schufen, in dem sie an den Lehrplänen mitarbeiteten. Der Lohn der Mühe ist nicht nur die erneute Auszeichnung, sondern auch eine konkrete Bewertung der schulischen Leistungen im MINT-Bereich. Da liegt die Kiersper Schule in vier von fünf Kriterien, die beurteilt werden, in oder über dem zweithöchsten zu vergebenden Rang, nur bei der Qualifikation der Lehrer liegt die GSK knapp darunter. „Das wird sich aber sehr bald ändern. Gerade in diesem Bereich tut sich derzeit viel“, erzählt Bergfeld.

Die Kiersper sind sich jedenfalls sicher, dass es in vier Jahren den vierten Stern auf der Urkunde geben wird. Übrigens, wenn man den Vergleich nicht mit der Nationalmannschaft, sondern mit Hotels zieht, dann stehen drei Sterne für „Komfort“, vier bedeuten „First class“.

MINT-Fächer

MINT ist eine zusammenfassende Bezeichnung von Unterrichts- und Studienfächern aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In Deutschland sind im weiten Sinne rund 2,3 Millionen MINT-Akademiker erwerbstätig. Die branchenübergreifende Wertschöpfung wird auf 250 Milliarden Euro geschätzt. In Deutschland lag unter den Studienanfängern der Anteil derjeniger, die ein MINT-Fach studierten, im Jahr 2015 bei 40 Prozent.

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