"Unheimlich stolz" auf Schulentwicklungspreis

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Die Verantwortlichen aus Lehrer-, Schüler- und Elternschaft der Gesamtschule Kierspe freuen sich über die Auszeichnung „Gute gesunde Schule“. Das Schild soll in Kürze einen Platz in der Pausenhalle finden.

Kierspe - Faktisch ist es nur ein etwa 40 mal 50 Zentimeter großes Plastikschild, das in der Pausenhalle der Gesamtschule Kierspe (GSK) aufgehängt werden soll. In gelben und schwarzen Lettern steht darauf zu lesen: „Schulentwicklungspreis ,Gute gesunde Schule’, Preisträger 2015“. Dahinter steckt aber sehr viel mehr.

„Es war eine riesengroße Anstrengung notwendig, bis wir diese Auszeichnung bekommen haben. Deshalb sind wir darauf unheimlich stolz“, sagt Schulleiter Johannes Heintges. 228 Schulen aus ganz Nordrhein-Westfalen hatten sich um den Preis der Unfallkasse NRW beworben, der an Einrichtungen vergeben wird, denen es gelingt, Gesundheitsförderung und Prävention als Qualitätsmerkmal zu sehen und in Schulentwicklung und -alltag einen hohen Stellenwert einzuräumen. 46 wurden am vergangenen Freitag in der Philharmonie in Essen prämiert. Darunter auch die GSK (die MZ berichtete).

Vortrag vor 30 Schulabordnungen

Als einziger Preisträger durften die Verantwortlichen der Gesamtschule ihr Konzept einer „guten gesunden Schule“ zudem vor Vertretern von 30 Bildungseinrichtungen in Düsseldorf vorstellen. „Das waren Schulen, die erstmals an diesem Wettbewerb teilgenommen haben“, sagt Simone Mienack-Löffler, „Koordinatorin gute und bewegte Schule“ an der GSK.

Anforderungen einer Qualitätsanalyse

Die Kiersper Schule hatte sich 2013 erstmals um den Schulentwicklungspreis beworben, war da aber noch an Formalia in der ersten Bewerbungsrunde gescheitert. Ein Jahr später stellte das mehrgliedrige Bewerbungsverfahren keine Hürde mehr dar. „Zunächst galt es einen umfangreichen Fragebogen auszufüllen, dann mussten wir verschiedene Konzepte einreichen, bevor eine Prüfungskommission für einen Tag bei uns zu Gast war“, sagt Mienack-Löffler. Vor allem von diesem Besuch der Expertenkommission spricht Schulleiter Heintges als „sehr harte Veranstaltung. Da wurden Fragen gestellt wie bei einer Qualitätsanalyse“.

Besondere Atmosphäre während des Rundgangs

Besonders bei dem Rundgang durch die Schule, den die Jury mit Schulleitung, Lehrern, Schülern und Elternvertretern durchführte, habe die GSK punkten müssen. „Da kam die ganz besondere Stimmung rüber, die an dieser Schule herrscht. Es hat Spaß gemacht, an diesem Projekt teilzunehmen“, sagt Anne Kemper aus der Elternvertretung. Dies sieht offenbar auch die Expertenkommission so, heißt es doch in der Erklärung zur Preisverleihung unter anderem: „An dieser Schule bestimmt eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und Anerkennung den Schulalltag.“ Diese Sichtweise teilt Schülersprecherin Gina Biczkowski, die allerdings eine deutlich prägnantere Formulierung findet: „Ich bin stolz, Gesamtschülerin zu sein.“

Ein einschneidendes Erlebnis

Für die Lehrer wurde ein Ruheraum im Schulgebäude eingerichtet, direkt nebenan gibt es einen neuen Snoezelraum für die Schüler.

Für Schulleiter Johannes Heintges war der Rundgang durch das Gebäude, bei dem den Schulfachleuten die Freizeit- und Mittagsangebote und Projekte wie „Schule ohne Rassismus“ oder „gesunde Schule“ vorgestellt wurden, ein einschneidendes Erlebnis: „Da wurde auch uns noch einmal bewusst, dass wir hier wirklich gute Arbeit leisten.“ Für Heintges ist die Auszeichnung eine der gesamten Schulgemeinschaft, weshalb sich sein Dank neben „sehr engagierten Schülervertretung“ auch speziell an die Eltern richtet: „Bei uns sind die Eltern in vielen Bereichen aktiv, was wir als extrem wichtig empfinden. So erhalten wir immer auch noch eine zweite Sichtweise, die nicht die durch die Lehrerbrille ist.“

Ein Snoezelraum für die Schüler

Im Rahmen der Anstrengungen um den Schulentwicklungspreis der Unfallkasse NRW richteten die Schulverantwortlichen mit finanzieller Unterstützung lokaler Sponsoren einen Snoezelraum für die Schüler sowie einen Entspannungsraum für die Lehrer ein. „Beide werden rege genutzt“, sagt Mienack-Löffler, die für die Zukunft auch das Projekt „Ökologische Schule“ ins Leben rufen möchte.

2016 erneut dabei

Schließlich plant die GSK sich 2016 erneut um den Preis zu bewerben. „Wir empfinden dabei die jetzige Auszeichnung nicht als Druck, wahrscheinlich wird es dann sogar einfacher, weil wir das ganze Verfahren jetzt einmal durchlaufen haben“, so Mienack-Löffler.

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