Gesamtschule besiegelt Kooperation mit Firmen

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Hier Markus Turck von der Firma Werner Turck und Christiane Dahlhaus vom Märkischen Werk sowie Gesamtschulleiterin Monika Hahn bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages. ▪

KIERSPE ▪ Allergiker können aufatmen, wenn sie in der Hybridherstellung der Firma Werner Turck in Halver arbeiten, denn dort gibt es weder Pollen noch andere Staubpartikel. „Unsere Lüftungsanlage sorgt für saubere Luft, wir haben in dieser Abteilung Reinraumklasse 1000“, erläutert Diplomingenieur Arthur Rönisch bei der Betriebsbesichtigung für die Delegation von der Gesamtschule Kierspe und die Vertreter des Partnerunternehmens Märkisches Werk ebenfalls aus Halver. Am Dienstag kam es zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Gesamtschule und den zwei Firmen.

Hintergrund ist, dass beide Betriebe, die am Standort Halver mit mehr als 1000 Mitarbeitern tätig sind, auch in Zukunft qualifizierte und engagierte Mitarbeiter suchen. Sie wollen daher mit der Gesamtschule und anderen Bildungseinrichtungen in der Region enger zusammenarbeiten, um interessierten Jugendlichen die Chance zu eröffnen, einmal in die Betriebe hineinzuschauen und die verschiedenen Berufsbilder und Aufgabenbereiche näher kennenzulernen.

Die Vertragsunterzeichnung nahmen die Geschäftsführer beider Unternehmen, Markus Turck und Christiane Dahlhaus vom Märkischen Werk, sowie seitens der Gesamtschule Schulleiterin Monika Hahn und der für den Bereich der Berufsorientierung zuständige Hans-Georg Englmann vor. Turck unterstrich bei der Gelegenheit, dass eine solide Ausbildung ein ganz wichtiges Anliegen sei: „Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Schüler die Prüfung gut schaffen. Aus dem Grund haben wir sogar einen eigenen Werkunterricht eingerichtet.“ Bei dem Rundgang sahen die GSK-Lehrer auch den top-ausgestatteten Übungs- und Experimentierraum. „Hier können die Auszubildenden sich zurückziehen und auch Hausaufgaben machen“, erklärte Rönisch an dieser Stelle.

Laut Markus Turck ist die neue Kooperation zugleich eine Chance für die zwei Unternehmen wie die jungen Leute, da sie eine Möglichkeit darstellt, sich im Rahmen von Praktika gegenseitig kennenzulernen und zu prüfen, ob man zueinander passt. Rönisch ergänzte, dass die Schüler dabei auch erfahren, wie es hinter den Fassaden innen in den Betrieben aussieht, und zudem erhielten sie praxisnahe Hilfe bei der Bewerbung.

Ein bisschen Werbung für Turck gab es natürlich bei dem Rundgang ebenfalls: So zeigte sich Arthur Rönisch von den Arbeitsbedingungen im Unternehmen, das der Stammsitz der Turck-Group mit weltweit mehr als 2800 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 350 Millionen Euro ist, selbst ganz begeistert. Tatsächlich wirken die Räume und Hallen, ob im Bereich der Entwicklung, Kontrolle oder auch der Produktion, überall geradezu clean. Denn Sauberkeit ist ganz entscheidend bei der Herstellung von Chips und elektrischen Leiterplatinen in allen Größen für Senoren, Module, Steckverbinder und kundenspezifische Schaltungen, wie sie in dem Halveraner Unternehmen produziert werden.

Ganz besonders wichtig ist das bei der Hybridherstellung, wo im Siebdruckverfahren mit einer Leitungspaste winzige Leitungsbahnen auf die Platten aufgebracht werden. Schon kleinste Verunreinigungen der Luft könnten die Leitfähigkeit der Paste und damit letztlich die Funktion der Erzeugnisse, wie Rönisch aufmerksam machte, verändern.

Derzeit errichtet die Firma Turck gerade einen Neubau mit einer Fläche von 16 000 Quadratmetern, der künftig die komplette Produktion am Standort Halver beherbergen soll, die derzeit noch in zwei Gebäudekomplexen untergebracht ist. Während der Vertrieb bei Hans Turck in Mülheim angesiedelt ist, befinden sich weitere wichtige Fertigungsstandorte noch im sächsischen Beierfeld, bei Turck Inc. in Minneapolis/USA und Turck/Tianjin in China. Am Standort Halver bei Werner Turck arbeiten aktuell 576 Mitarbeiter, davon 179 in der Verwaltung, von wo aus komplett die weltweiten Aktivitäten gesteuert werden. Insgesamt werden in Halver 31 Auszubildende beschäftigt, davon 16 im gewerblich-technischen Bereich, neun Industriekaufleute, vier Fachkräfte für Lagerlogistik und zwei Fachinformatiker. Angeboten werden im Bereich Weiterbildung ebenfalls berufsbegleitende Studiengänge.

Kernbranchen der Fabrikautomation sind, wie Markus Hildebrandt eingangs in einem kurzen Vortrag über die Turck-Group erläuterte, die Branchen Automotive, Transport und Handling sowie Food und Getränke. Im Bereich der Prozessautomation ist es die Öl- und Gasindustrie sowie die Pharma- und die Chemiebranche. Anhand den Ausstellungsvitrinen mit den verschiedenen Produkten wies Rönisch darüber hinaus noch auf die Spielzeugindustrie hin: So ließe sich ein mit Turck-Systemen ausgestattetes Siku-Modell viel gleichmäßiger um Kurven steuern als die eher hakelig zu lenkende asiatische Konkurrenz.Gesamtschule besiegelt Kooperation mit Firmen

Vertragsunterzeichnung vor Rundgang durch das Stammhaus der Turck-Group in Halver.

▪ Rolf Haase

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