Ein Blick in die Chronik des KSV

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Schon etwas Besonderes: Ganz in Weiß zogen die Frauen 1999 beim Umzug mit.

Kierspe - Nur noch drei Wochen müssen die Kiersper Schützen (KSV) auf ihr Schützenfest warten. Vom 23. bis zum 26. August findet zum 60. Mal nach seiner Gründung im Jahr 1900 das Schützenfest auf dem Hedberg statt.

Die Tradition des Schützenwesens in Kierspe reicht in die Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts zurück, als die Bauern der nahen Gehöfte und des Ortes sich zu einer Schützengilde zusammenschlossen. Aufgabe der Schützengilde war es, die Menschen vor den angreifenden Horden zu schützen, die nach dem 30-jährigen Krieg auch im heimischen Raum ihr Unwesen trieben.

In Kierspe bestanden sieben Wachstellen, die mit Schützen besetzt waren: Über den Berghöfen, auf dem Arney bei Höhlen, auf dem Wienhagen, auf der Blechener Hard, auf dem Loh, auf dem Kirchturm auf dem Kalkberg über Herlinghausen. Zu den Kiersper Schützen gehörten folgende Bauernschaften: Dorfbauernschaft Kierspe, Bauernschaft Höhlen, Bauernschaft Hohenholten, Bauernschaft Schmidthausen, Bauernschaft Rhade.

Von den Altvorderen wurde berichtet, dass um 1800 große Schützenfeste in Wienhagen stattgefunden haben. Nachweislich bestand der Schützenverein Kierspe bereits im Jahre 1819. Es wird berichtet, dass nach dem Brand von 1797 die Meinerzhagener Schützen eine Fahne zu ihrem Festtag vom KSV ausgeliehen haben. Einige Daten beweisen, dass die Schützen schon in alten Zeiten aktiv waren.

Bereits 1437 wurde die Stadt Zürich vor den Freistuhl (Freigericht) zu Kierspe unter dem Schutz der Schützen geladen. 1619 beteiligten sich die Schützen bei der Sicherung des Märkischen Gebietes. 1643 wurde der Kiersper Schütze Jakob Röwenstrunck Oberwachtmeister auf Burg Altena. 1651 berichtet die Chronik darüber, dass die Schützen 30 Feuerrohre übergeben bekommen haben.

1961 wurden Günter und Ruth Frase als Königspaar gekrönt. Es regierte von 1961 bis 1963.

1659 wurde Theis zu Belkenscheid Führer der Schützen. Am 5. August 1899 trafen sich die Kiersper Schützen zu einer Gründerversammlung. Bereits am 27. August 1899 zählte der Verein 170 Mitglieder. Der Mitgliedsbetrag wurde auf drei Reichsmark festgesetzt. Im Jahre 1900 wurde die erste Fahne für 130 Reichsmark angeschafft. Das erste Schützenfest feierten die Schützen vom 15. bis16. Juli 1900 auf dem Werkhagenschen Besitz, heute Hedberg.

König war der Amtssekretär Otto Kappel und seine Königin: Johanna Wirth aus Dorn. 1908 stellte der Verein seine ersten Statuten auf und wurde damit ins Vereinsregister des Amtsgerichts Meinerzhagen eingetragen. 1909 nahmen die Kiersper am Meinerzhagener Schützenfest teil und am 14. Juli 1914 fand die letzte Versammlung vor dem 1. Weltkrieg statt.

Am 18. Juni 1924 trafen sich die Schützen dann zu ihrer ersten Versammlung nach dem 1. Weltkrieg und feierten im selben Jahr ihr Schützenfest nach der Weltkriegspause auf dem Hedberg. Im selben Jahr gründete sich ein zweiter Schützenverein im Kiersper Ortsteil Bahnhof, der Allgemeine Schützenverein Kierspe 1924. Von 1925 bis 1929 berichtet die Chronik über regelmäßig wiederkehrende Schützenfeste.

1929 feierten die Schützen ihr 30-jähriges Jubiläum mit der Ausgabe eines ersten Festbuches. Von 1929 bis 1930 wurde auf dem Hedberg fleißig gebaut. Es entstand ein fester Schießstand mit Gebäude und Unterstand. Dabei halfen den Schützen der Landwehrverein (Alter Sportplatz). Am 6. November 1935 schlossen sich die Elbringhauser Schützen und der Kiersper Schützenverein zusammen. Am 15. Januar 1936 beschlossen beide in Kierspe ansässigen Schützenvereine, die Schützenfeste im Wechsel zu feiern.

1938 wurde eine neue Fahne angeschafft und geweiht. Am 12. Februar 1939 fand die letzte Versammlung vor dem 2. Weltkrieg statt. Von 1940 bis 1950 ruhe das Vereinsleben. In diese Zeit fiel das 50-jährige Jubiläum des Vereins, welches aber wegen des Krieges nicht gefeiert wurde. Vom 22. bis 24. September 1951 fand endlich das erste Schützenfest nach dem Krieg auf dem Sportplatz Höherstraße statt, heute Auf dem Kiss. 1955 erhielten die Schützen einen eigenen Schützenplatz auf dem Hedberg.

Wilhelm und Lotte Heese regierten von 1957 bis 1959. 1959 musste beim Umzug auch mal der Regenschirm herausgeholt werden.

1957 bekamen die Schützen eine neue Vogelstange und die Anzahl der Mitglieder wuchs auf 400 Personen. 1963 wurde die neue Fahne geweiht, die heute noch mitgeführt wird. Am 3. Mai 1967 wurde beschlossen, ein Vereinsabzeichen einzuführen. 1968 gründete sich der Reservezug. 1972 folgte die Gründung der aktiven Jugendschießgruppe. Am 20. Januar 1973 gaben sich die Schützen eine neue Vereinssatzung.

1974 wurde das 75-jährige Vereinsjubiläum mit der Ausgabe eines Festbuches gefeiert. 1976 machten sich die Kiersper zur ersten Fahrt zur Steubenparade nach New York auf. Am 15. Juli 1977 wurde der Schießstand Bismarckschule eingeweiht. 1982 waren die Schützen wieder zu einer Fahrt zur Steubenparade nach New York unterwegs. Am 26. Januar 1983 gründete sich die Seniorenschießgruppe und 1987 folgte die Gründung des Damenzuges.

1993 feierte der Reservezug sein 25-jähriges Jubiläum. 1994 ging es wieder zur Steubenparade nach New York. 1995 schaffte sich der Damenzug eine neue Fahne an, die geweiht wurde. Am 14. Februar 1998 gründete sich der Schützenzug „West“. 1999 feierten die Schützen ihr 100-jähriges Jubiläum mit Ausgabe eines Festbuches. Am Festsonntag fand der erste ökumenische Schützen-Gottesdienst in der Margarethenkirche mit vielen Gästen und Fahnenabordnungen statt. 2009 fand ein “Kleines Vereinsjubiläum” (110 Jahre) mit einem Kreis-Königschießen statt und 2018 feierte der Reservezug sein 50-jähriges Jubiläum.

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