UWG und CDU sorgen sich um die ärztliche Versorgung

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Wollen mit einem Antrag, der auch eine Resolution enthält, die Weichen stellen, dass sich die ärztliche Versorgung in Kierspe und den Nachbargemeinden nicht dramarisch verschlechtert: Clemens Wieland und Dieter Grafe von der UWG sowie Holger Scheel und Jürgen Tofote von der CDU (von links).

Kierspe - Noch nie gab es so viele Ärzte in Deutschland wie zurzeit, gleichzeitig sinkt aber die Bereitschaft der Mediziner, sich auf dem Land niederzulassen. Die Landesregierung sieht unter anderem in Kierspe dringenden Handlungsbedarf und auf mittlere Sicht auch in Meinerzhagen. Mit einem Antrag, der auch eine Resulotion beinhaltet, wollen auch die Kiersper UWG und CDU gegen den unerfreulichen Trend angehen.

Von Johannes Becker

In dem gemeinsamen Antrag heißt es: „Die Verwaltung wird beauftragt das Landesprogramm ,Hausärztliche Versorgung’ in Anspruch zu nehmen, um durch Ansiedlungsanreize den zukünftigen Schwund der Hausärzte in Kierspe zu stoppen. In dieser Hinsicht ist mit den Nachbarkommunen zu kooperieren, da dort ebenfalls Maßnahmen vorbereitet werden. Außerdem wird die Verwaltung beauftragt, sich bei Bund, Land und Kassenärztlicher Vereinigung für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen einzusetzen. Dazu ist eine Resolution zu verfassen.“

Bestandteil des Landesprogramms ist unter anderem eine „Prämie“ in Höhe von 50 000 Euro und Hilfen für Weiterbildung der Mediziner, die bereit sind, aufs Land zu ziehen und dort eine Praxis zu eröffnen. Wie nötig dies ist, zeigt der Einwurf von Jürgen Tofote, Fraktionsvorsitzender der CDU: „Ein Teil der Allgemeinmediziner in Kierspe wird in den nächsten Jahren das Rentenalter erreichen und sucht bereits jetzt hilflos nach Nachfolgern.“ Und Clemens Wieland, Vorsitzender der UWG ergänzt: „Bereits in der Vergangenheit musste unsere Region mit erheblichen Leistungseinschränkungen im Bereich der Gesundheitsversorgung leben. Speziell für Kierspe hat sich die Neuorganisation der Rettungswachen negativ entwickelt. Ebenso gilt für unsere Kommune, dass sich seit geraumer Zeit keine Fachärzte mehr ansiedeln oder sogar abwandern – speziell nach Lüdenscheid. Wir leben seit langer Zeit mit Apothekennotfalldiensten, die uns bis nach Valbert fahren lassen. Auch die Notfallversorgung bei den Fachärzten ist für Kiersper Bürgerinnen und Bürger ungenügend und für uns nicht nachvollziehbar.“

Eine weitere Entwicklung in diese Richtung könne aus kommunalpolitischer Sicht nicht akzeptiert werden, da bereits jetzt die Leistungseinschränkungen erheblich seien und die Kiersper sich auf die verbleibenden Praxen verteilen müssten, was zu einer Verlängerung der Wartezeiten führe und die Belastung für die verbleibenden Ärzte nicht hinnehmbar steigere, führt der CDU-Vorsitzende Holger Scheel weiter aus. „Man darf diese Thematik nicht isoliert oder lokal betrachten. Auch die Nachbarkommunen stellen sich diesem Problem. Somit sollen die Kräfte im oberen Volmetal gebündelt werden“, formuliert Dieter Grafe, Fraktionsvorsitzender der UWG den Wunsch nach Zusammenarbeit.

Die Vertreter der beiden Parteien betonen, dass sie dieses wichtige Thema außerhalb des Wahlkampfes sehen und deshalb auch einen gemeinsamen Antrag formuliert hätten, mit dem sie auf den Zuspruch der anderen politisch Aktiven im Rat setzen würden. „Wenn es um so wichtige Dinge geht, haben wir die größten Chancen, wenn wir dabei parteiübergreifend zusammenarbeiten“, fasst es Dieter Grafe abschließend zusammen.

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