Gemeinsam stark im regionalen Marktgebiet

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Die Volksbankvorstände Stephan Böhse und Stephan Baldschun aus Kierspe sowie Roland Krebs für die Volksbank im Märkischen Kreis aus Meinerzhagen stellen die Leistungsfähigkeit der Genossenschaftsinstutute im Raum Kierspe und Meinerzhagen unter Beweis.

KIERSPE/ MEINERZHAGEN - „Hausverkauf? Natürlich beim Marktführer“, wirbt die Sparkasse in einer Zeitungsanzeige, die Bankdirektor Stephan Böhse von der Volksbank Kierspe auf dem Tisch liegen hat, als er zusammen mit seinem Vorstandskollegen Stephan Baldschun sowie Bankdirektor Roland Krebs von der Volksbank im Märkischen Kreis aus Meinerzhagen die Leistungsbilanz der zwei Institute in den Städten Kierspe und Meinerzhagen vorstellt.

Von Rolf Haase

„Die Anzeige löste bei mir nur ein leichtes Lächeln aus“, sagt Böhse, weiß er doch genau, dass die beiden Genossenschaftsbanken im Bereich der Volmestädte im Immobilienbereich eindeutig die Nase vorn haben und nicht der Mitbewerber.

Das Immobilienvermittlungsgeschäft lief im vergangenen Jahr ausgesprochen erfolgreich. Insgesamt wurden 47 Objekte mit einem Volumen von 6,7 Millionen Euro vermittelt. Im Vergleich dazu könne die Sparkasse nur 30 Objekte mit rund 5 Millionen Euro vorweisen. Mit Blick auf das erreichte Ergebnis in diesem Tätigkeitsfeld irritiert es die Verantwortlichen der zwei Volksbanken doch sehr, dass die Sparkasse vor Ort wiederholt mit der Marktführerschaft in dem Bereich auftritt. Das könne so nicht einfach stehen bleiben“, lassen sie keinen Zweifel und heben zudem hervor, dass das Immobilienniveau bei den Volksbanken schon seit etwa zehn Jahren so gehalten werden konnte.

Um einen realistischen Vergleich zu ermöglichen, betrachten die zwei Volksbanken gezielt nur den Bereich der Volksbank Kierspe und den Marktbereich Meinerzhagen der Volksbank im Märkischen Kreis und haben hier die entscheidenden Zahlen herausgefiltert. Marktführerschaft können die Genossenschaftsinstitute ebenfalls beim Einlagengeschäft für sich reklamieren: Das Volumen in diesem Bereich liegt bei 425 Millionen Euro, demgegenüber bei der Sparkasse bloß bei 346 Millionen Euro. So würden also die meisten Bürger im Marktgebiet den Volksbanken ihr Geld anvertrauen.

Im Marktbereich Meinerzhagen der Volksbank im Märkischen Kreis und im Geschäftsgebiet der Volksbank Kierspe konnte das Kundengeschäftsvolumen 2012 wieder ausgeweitet werden: In der Summe betreuten die Volksbankstellen in Meinerzhagen und Kierspe Ende des Jahres 964 Millionen Kundengelder, worin die Kreditgeschäfte und Einlagengeschäfte in der Bilanz sowie außerdem auch im Verbund enthalten sind. Somit sei die Milliardengrenze nicht mehr allzu fern. „Vor einem Jahr waren es noch rund 900 000 Euro, was heißt, dass wir uns hier um mehr als 7 Prozent steigern konnten“, ergänzt Roland Krebs. Insbesondere die Relation zum allgemeinen Wirtschaftswachstum, festgemacht am Bruttoinlandsprodukt, das 2012 um gerade mal 0,7 Prozent anstieg, zeige die große Bedeutung dieser Wachstumsrate.

Kreditgrenzen existierten für die Volksbanken nicht, so Roland Krebs, Stephan Böhse und Stephan Baldschun, ohnehin nicht für die große Volksbank im Märkischen Kreis. Doch könnten sich beide Institute hier zudem auf das Verbundgeschäft stützen, so dass Finanzierungswünsche in jeder Größenordnung problemlos bedient werden könnten. Die drei Bankdirektoren wissen die große WGZ-Bank als nordrhein-westfälisches Spitzeninstitut hinter sich. In dem Zusammenhang räumt Krebs der Fairness halber ein, dass der Wettbewerber beim Kreditvolumen den beiden Volksbanken derzeit noch voraus sei. Es gebe eben Bereiche, wo der eine oder andere stärker sei.

Vor dem Hintergrund einer nachhaltig gut funktionierenden Geschäftsausrichtung beschäftigen zurzeit die nach wie vor zu undifferenzierten Regulierungsanforderungen die Verantwortlichen der Volksbanken. „So werden von uns beispielsweise schon heute rechnerisch die Eigenkapitalanforderungen nach Basel III erfüllt“, stellen die drei Banker fest. Man werde trotzdem mit denselben Regularien konfrontiert wie diejenigen Institute, die die Finanzkrise mit verursacht haben. Und viele von den Großbanken müssten, um Basel III zu erfüllen, erst einmal ihre Bilanzen verkürzen. Die Werthaltigkeit des regionalen Geschäftsmodells werde aus Sicht der Kiersper und Meinerzhagener Vorstände zu Lasten der Volksbanken zu wenig berücksichtigt.

Das Eigenkapital setzt sich bei Genossenschaftsinstituten aus den Mitgliedschaften und Rücklagen zusammen. Und auch da gibt es eine erfreuliche Entwicklung im Raum der beiden Volmestädte: „Die Zahl der Mitglieder in Meinerzhagen und Kierspe ist auf 10 349 angewachsen, insgesamt wurden wieder 385 neue Mitglieder gewonnen“, stellen Krebs, Böhse und Baldschun heraus. Somit sei von den rund 37 000 Einwohnern in Kierspe und Meinerzhagen fast jeder dritte Miteigentümer entweder der Volksbank im Märkischen Kreis oder der Volksbank Kierspe.

„Als genossenschaftliche Institute unterstützen wir die Region weiterhin nachhaltig: Im Jahr 2012 haben wir gemeinsam insgesamt knapp 600 000 Euro in Form von Spenden, Sponsoring und Dividenden ausgeschüttet“, führen die Vorstandsvertreter aus. Die Volksbanken seien zudem nachhaltiger Arbeitgeber vor Ort: An den Standorten in Kierspe und Meinerzhagen sind insgesamt 126 Mitarbeiter beschäftigt, wobei es sich ausschließlich um bankspezifische Stellen handele.

Es werden trotz rückläufiger Filialnutzung nach wie vor sieben Geschäftsstellen sowie drei reine SB-Standorte mit Geldautomaten ohne Personal für die Mitglieder und Kunden unterhalten. In den Standort Kierspe werden derzeit erhebliche Umbauinvestitionen getätigt und eine Umgestaltung des Standortes Meinerzhagen an der Hauptstraße ist geplant.

Stephan Böhse, Stephan Baldschun und Roland Krebs gehen am Rande noch auf eine andere wichtige Neuerung, mit denen die Banken und auch die Kunden zurzeit konfrontiert sind, ein: „Das Thema SEPA wird in den kommenden Monaten ein zentrales Betätigungsfeld. Vor allem Vereine und kleine Unternehmen sind nach unserer Einschätzung derzeit noch nicht ausreichend vorbereitet. Es ist wichtig, jetzt die notwendigen Vorbereitungen zu treffen, um auch ab dem 1. Februar 2014 einen reibungslosen Zahlungsverkehr sicherzustellen.“

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