Gemeinde trifft sich zum Emmausgang

Schon früh morgens um 5:30 Uhr traf sich am Montag eine Gruppe von Frauen und Männern, um gemeinsam am Ostermontag den Emmausgang zu gehen.

KIERSPE ▪ Nach seiner Auferstehung ging Jesus zu dem Ort Emmaus, ohne dabei von Mitreisenden erkannt zu werden. An dieses Ereignis erinnerten nun auch Kiersper Christen mit einer Wanderung in den Morgenstunden.

Es war noch dunkel, als sich die 15 Frauen und Männer aus der katholischen Gemeinde St. Josef am Montag morgens um 5:30 Uhr vor ihrer Kirche trafen. Die KAB (katholische Arbeitnehmer Bewegung) hatte zu einem Emmausgang eingeladen, der an ihrer Kirche beginnen sollte. Bevor sich jedoch die kleine Gruppe auf den Weg machte, kehrte sie in die Kirche zu einem gemeinsamen Gebet ein.

Dick vermummt, mit Winterjacke und Schal, gingen die Frauen und Männer Richtung Osemundstraße, über die Waldheimstraße nach Padberg zu ihrer zweiten Station am Eicken. Kurze Gebete wurden gesprochen, bevor sie die Straße verließen und weiter Richtung Wienhagener Turm gingen. Dort , ebenso wie bei Dörscheln hielten sie an, um zu beten. Nach gut zweieinhalb Stunden hatten sie ihr Ziel erreicht, die Kirche St. Engelbert in Rönsahl. Bei einem gemeinsamen Frühstück stärkten sie sich und feierten zum Abschluss ihres Emmausganges einen Gottesdienst in der Kirche St. Engelbert.

Das Wandern alleine oder mit der Familie durch die erwachende Natur zu einer Wallfahrtskapelle oder zu einer Kirche hat in der katholischen Kirche in vielen Gemeinden Tradition. Sie leitet sich ab aus dem Lukasevangelium, welches am Ostermontag in den Kirchen verlesen und in dem beschrieben wird, wie zwei Jünger von Jesus am Auferstehungstag nach Emmaus unterwegs sind und in dem sich anschließende Mitwanderer Jesus nicht erkennen. Wo der Ort Emmaus in Israel genau lag, ist nicht mehr sicher auszumachen. Er wird etwa nordwestlich von Jerusalem vermutet. Lukas gibt in seinem Evangelium die Entfernung von sechzig Stadien an, das sind etwa 11,1 Kilometer, eine Strecke, die gut zweimal am Tag gegangen werden kann. Heute liegt an der Stelle des biblischen Emmaus das Alten- und Pflegeheim „Beit Emmaus“ (Haus Emmaus), welches unter der Leitung deutscher Ordensschwestern, den Salvatorianerinnen, steht.

Vielfach wird der Emmausgang auch als Osterspaziergang verstanden. Der durch Goethes Faust berühmt gewordene Osterspaziergang leitet sich von diesem Emmausgang ab, hat aber kaum eine religiöse Bedeutung mehr, sondern wird als Frühlingsspaziergang verstanden. ▪ GeG

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