St. Josef: Fassade muss dringend saniert werden

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Bei einer Baubegehung machen sich der Bauphysiker Günter Reinz und die Architektin Maria Purucker ein Bild von den Fortschritten der Arbeiten. ▪

KIERSPE ▪ Die Kirche St. Josef ist schon eingerüstet und in der kommenden Woche werden die ersten Handwerker erwartet. Dass nun alles beginnen kann, davon haben sich Bauphysiker Günter Reinz, Inhaber und Geschäftsführer der bauleitenden Firma aus Dormagen, sowie die Architektin Maria Purucker bei einer Baubegehung überzeugt. Es wird die zweite große Renovierungsaktion sein, die das denkmalgeschützte Haus über sich ergehen lassen muss. Bereits 1994 wurde am Gotteshaus gearbeitet. In den nächsten Tagen folgt die zweite Aktion.

Was genau gemacht wird, das erklärte Bauphysiker Günter Reinz bei einem Rundgang um die Kirche. „Als erstes werden wir die Fassade im Innenhof instand setzen. Dabei reicht es nicht, diese nur mit Farbe zu überstreichen, denn in der Fassade haben sich waagerechte, ausgeprägte Risse gebildet.“ Diese Risse entstanden dadurch, dass bei der letzten Renovierungsaktion ein sogenanntes überwändiges Putzsystem auf den Ursprungsputz aufgetragen wurde. Der jetzige Putz liegt nicht auf dem alten, vielmehr wurde die Fassade davorgehängt. Dabei wurden Steckmetallmatten verwendet, die auf der Unterkonstruktion befestigt wurden. Diese tragen heute den Putz. Die Steckmetallmatten haben jedoch den Nachteil, dass sie sich bei Wärme ausdehnen und so die waagerechten Risse in der Fassade verursachten.

Bei der Gelegenheit wird der Dachrand, die sogenannte Attika, erneuert. Sie besteht jetzt aus asbesthaltigen Zementplatten. „Eine Gefahr geht von diesen Platten nicht aus, da die Asbestfasern sehr lang sind“, beruhigte Günter Reinz. „Dennoch, haben wir sie einmal abgenommen, dürfen wir sie nicht mehr montieren.“ Mit dem Innenhof der Kirche St. Josef werden die Handwerker beginnen, damit zu Weihnachten dieser Teil des Gebäudes fertig sein wird und die Gerüste wieder abgebaut werden können.

„Der neue Putz, den wir auftragen werden, wird dem Ursprungsputz näher kommen als der jetzige“, erklärte Günter Reinz weiter. „Der derzeit aufgetragene Kratzputz ist sehr grob, der Erstputz war viel feiner. Dahin wollen wir zurück.“

Ist die Fassade der Kirche erst einmal wieder in Ordnung gebracht, wird die Bleiverglasung im Chorraum instand gesetzt. Sie wird außen eine Schutzverglasung erhalten, zudem noch einen abgrenzenden Zaun, der die Fenster ebenfalls schützen soll. Das Maßwerk im Chorraum selbst weist hingegen nur minimale Schäden auf, die in diesem Zusammenhang ebenfalls beseitigt werden, so Günter Reinz.

Eine Rampe für Rollstuhlfahrer am Haupteingang, eine Überarbeitung des Pflasters im Innenhof sowie die Beseitigung der Wassereintritte in die Dachflächen der Pfarrhauswohnung und der Sakristei stehen auch noch auf dem Arbeitsplan der Handwerker.

Erfahrungen mit der Renovierung von Böhm-Kirchen hat das Büro aus Dormagen schon einige. „Das ist für uns das vierte Böhm-Objekt“, informierte Günter Reinz. „Mit den Arbeiten an St. Josef nähern wir uns Böhm wieder an und versuchen, die Oberflächen in den optischen Zustand zu versetzen, in denen Böhm sie damals hatte bauen lassen.“ Bis zum Sommer des nächsten Jahres dürften die Bauarbeiten insgesamt dauern. Darin ist bereits eine Winterpause von zwei bis drei Monaten eingerechnet.

85 000 Euro muss die Gemeinde von den Gesamtkosten von 331 000 Euro selbst aufbringen. Dabei ist sie auf die Hilfe all derjenigen angewiesen, denen das Bauwerk am Herzen liegt. Aus diesem Grunde sind bei der Volksbank Kierspe unter der Kontonummer 415266900 (Bankleitzahl 458 614 34) und bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen unter der Kontonummer 75051 (Bankleitzahl 458 516 65) Spendenkonten eingerichtet worden. Auch werden an jedem ersten Wochenende im Monat Türkollekten veranstaltet. Doch nicht nur auf finanzielle Unterstützung hoffen die Verantwortlichen in St. Josef. Hilfsbereite Mitbürger können bei den einzelnen Aktionen der Gemeinde aktiv mithelfen. So etwa mit selbst hergestelltem Weihnachtsgebäck für den Rönsahler Weihnachtsmarkt am 1. und 2. Dezember oder beim Bedienen und Verkaufen während des Weihnachtsmarktes am Samstag oder Sonntag.

Der Spendenstand lässt sich an dem neuen Spendenbarometer ablesen, das in der Kirche St. Josefseinen Platz gefunden hat. ▪ GeG

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