Gema-Tarifreform: Kiersper Schützenvereine in Sorge

Die Gema-Tariferhöhung bereitet den Kiersper Schützen Sorgen.

KIERSPE ▪ Ein Schützenfest ohne Musik? Das geht nicht – da sind sich alle Beteiligten einig. Vielleicht wird das aber bereits 2013 so sein, denn die Rechteverwertungsgesellschaft Gema plant für das kommende Jahr eine Gebührenänderung.

Viele deutsche Schützenvereine befürchten durch die Tarifreform das Aus zahlreicher Feste. Denn die Änderung hat für viele Volksfeste einer Tariferhöhung von mehr als 300 Prozent zur Folge. Die Vorstände der beiden Kiersper Schützenvereine beobachten das Geschehen mit Sorge.

„Eine 300-prozentige Erhöhung – das würde unsere Gema-Kosten in einen fünfstelligen Bereich treiben, wie soll das gehen?“ Olaf Hohage, Geschäftsführer und König des ASV, ist beunruhigt: „Wenn es für uns wirklich so eine heftige Änderung gebe, dann bräuchten wir gar nicht weiter machen – das wäre das Aus.“ 3500 Euro zahlt der ASV in diesem Jahr für sein Fest an die Gema.

Die Gema, die als Verwertungsgesellschaft unter anderem dafür sorgt, dass Musiker Geld erhalten, wenn ihre Lieder öffentlich gespielt werden, will ab Januar 2013 die bislang elf Vergütungssätze auf zwei reduzieren, die nach Größe der Veranstaltungsfläche und Höhe der Eintrittspreise gestaffelt sind. „Wir krebsen ja jetzt schon, durch die Änderungen im Festablauf hoffen wir endlich mal wieder auf eine schwarze Null in der Endabrechnung. Käme die drastische Erhöhung, wäre das sicherlich das Ende“, erklärte Hohage. Gerade für kleinere Vereine, wie den ASV, seien solche Summen nicht zu stemmen. Lediglich die großen Feste, die bereits jetzt ordentliche Überschüsse erzielen würden, könnten so etwas leisten. Das Problem sieht auch der Geschäftsführer des Bundes der Historischen Schützenbruderschaft Ralf Heinrichs so: „So eine Tarifänderung wäre über Eintrittspreise gar nich zu refinanzieren.“

Dirk Potthoff vom Kiersper Schützenverein will sich darüber noch nicht den Kopf zerbrechen: „Wir warten erst einmal ab. Noch ist nichts entschieden.“ Der Kiersper Verein wäre von der Erhöhung im kommenden Jahr betroffen, doch der Vorsitzende setzt seine Hoffnungen auf das Verhandlungsgeschick der Funktionäre der Schüzenbünde. „Momentan werden Gespräche geführt. Ich hoffe, dass sie Erfolg haben werden. Fest steht, unser Fest muss für jeden erschwinglich bleiben. Niemand darf wegen der Gema auf der Strecke bleiben. Eine Tradition darf nicht durch eine Tarifreform zerstört werden“, appellierte Potthoff an die Verhandlungsführer. ▪ lm

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