Gelungener Auftakt in der Rönsahler Servatiuskirche

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Anke Kreuz und Achim Busch verzauberten zum Auftakt der neuen Konzertreihe in der Servatiuskirche ihre Zuhörer mit „Musica del Mondo“. –

RÖNSAHL – Von Vielem etwas oder – anders gesagt – vom reich bestückten musikalischen Buffet den einen oder anderen Appetithappen zu servieren, das war, so schien es, das Anliegen von Anke Kreuz und Achim Busch. In der Servatiuskirche eröffneten die Querflötistin und der Gitarrist am Samstagabend die neue Kirchenkonzertreihe. Von Rainer Crummenerl

Eineinhalb Stunden Hörgenuss pur bei „Musica del Mondo“ – Weltmusik also wartete auf die Zuhörer. Anke Kreuz und Achim Busch boten eine durchaus anspruchsvolle Auswahl musikalischen Schaffens verschiedener Stilrichtungen bekannter oder auch weniger bekannter Komponisten, entstanden im Zeitraum vom 18. bis ins 21. Jahrhundert.

Seinen Anfang nahm die musikalische Weltreise in Südosteuropa: Das „Duo Nuances“ ließ dabei den zeitgenössischen Komponisten Miroslav Tadic (geb. 1959) im teilweise im Meditativen angesiedelten Bereich vom stimmungsvollen Sonnenuntergang in seiner mazedonischen Heimat erzählen und nahm das Auditorium mit zum Pajdushka-Tanz. Ein Mix aus lyrischen, mystischen und auch temperamentvollen Elementen wartete bei den folgenden „Danzas Espanolas“, den spanischen Tänzen also, wie sie Komponist Enrico Granados (1867-1916) beim Bauerntanz mit den Untertiteln „Villanesca“, „Oriental“ und „Andaluza“ beschreibt.

Gitarre überlässt Querflöte die Führungsrolle

Wie schon bei den voraufgegangenen und erst recht bei den folgenden Programmpunkten, machte das „Duo Nuances“ seinem Namen alle Ehre. Anke Kreuz und Achim Busch wussten durch ihr nuanciertes und fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel musikalischen Botschaften sowie jeweils zuvor in kurzen Worten vorgestellten Inhalten der jeweiligen Handlung Leben einzuhauchen. Dabei überließ die Gitarre ihrem Pendant, der Querflöte – durchaus gewollt – zumeist die Führungsrolle.

Absolute Klangreinheit – wie beispielsweise bei Georg Friedrich Händels (1685-1759) zu Gehör gebrachter Sonate in a- moll, op.1 Nr. 4 in den Sätzen Larghetto, Allegro, Adagio und Allegro unverzichtbar – erwies sich als belebendes, wenn nicht gar tragendes Element im folgenden Ausflug ins Land der untergehenden Sonne. Bei der Wiedergabe des aus der Feder von Michio Miyagi (1894-1956), eines schon im Kindesalter schwer vom Schicksal getroffenen Künstlers, stammenden „Hari no umi“ (Das Meer im Frühling) zogen Anke Kreuz und Achim Busch alle Register ihres Könnens – ein Höhepunkt des Abends. Sowohl klangmalerische Elemente, nuancenreicher Farbreichtum wie auch der zwischen den Zeilen deutlich wahrnehmbare Erzählton stimmten bis ins Detail. So meinte man, das sanfte Säuseln des Windes nach einer stürmischen Nacht, das Tanzen des kleinen Bootes im friedlichen Spiel der Wellen, die wohltuende Ruhe eines Frühlingsmorgens am japanischen Meer fast hautnah spüren zu können.

Als eine Art Kontrapunkt, dabei allerdings ebenfalls als Ausdruck des breit gefächerten Spektrums der Interpreten, kam das folgende „Mystical Uniting“ aus der Feder von Peeter Vähi aus Estland (geb. 1955) daher. Die Komposition kombiniert sowohl Elemente des Rock als auch der Technomusik sowie herkömmliche Rhythmen miteinander. Das Duo brachte sie auf untraditionelle Weise mit musikalischem „Knalleffekt“ zu Gehör.

Gleichwie – mitreißende Rhythmen, wie zum Beispiel beim finalen „Hochzeitstanz“ von Miroslav Tadic und der stürmisch geforderten Zugabe zum Abschluss serviert, ließen das Entree zur neuen Konzertreihe in der Servatiuskirche durchaus zu einem vielversprechenden Ereignis werden.

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