Katholische Christen feiern in der Servatiuskirche

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Presbyterin Brigitte Denda von der Evangelischen Kirchengemeinde Rönsahl übergab Pfarrgemeinderatsmitglied Georg Seidel einen Schlüssel für die Tür der Servatiuskirche.

Rönsahl - Nun ist es also amtlich. Nach der am Samstag vorvergangener Woche erfolgten Profanierung der St.-Engelbert-Kirche finden dort ab sofort definitiv keine Gottesdienste mehr statt. Das bisherige Kirchengebäude wird nach Abschluss der entsprechenden Verträge veräußert und künftig einem anderen Verwendungszweck dienen. Umso mehr freuen sich die katholischen Christen der Filialgemeinde darüber, dass sie deswegen am Ort auch künftig nicht „heimatlos“ sein werden, sondern in der Evangelischen Servatiuskirche zu Gast sein und dort auch ihre eigenen Gottesdienste feiern dürfen.

Erstmals war das am Samstag der Fall. Zwar riefen noch die Glocken von St. Engelbert zur gewohnten Zeit zum Gottesdienst, aber die traditionell an diesem Tag gefeierte Vorabendmesse fand nicht wie bisher in der St.-Engelbert- sondern stattdessen in der Servatiuskirche statt und das gewissermaßen in ökumenischer Weise. Denn neben Gläubigen aus der katholischen Schwestergemeinde hatten sich auch mehrere Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde eingefunden, um auf diese Weise ihre Solidarität mit den katholischen Mitbürgern zu bekunden.

Einen herzlichen Willkommensgruß seitens der Evangelischen Kirchengemeinde richteten die Presbyterinnen Brigitte Denda und Claudia Nehrenheim an die Glaubensgeschwister. „Gern bieten wir Ihnen und Euch ein Heim an und freuen uns sehr darüber, wenn Sie und Ihr dieses annehmen und sich in der Servatiuskirche wohlfühlen“, hieß es dazu.

Den Dank der katholischen Christen für die erwiesene Gastfreundschaft brachte Pastor Gregor Myrda zum Ausdruck. „Wir freuen uns darüber, dass Christen in Rönsahl die Möglichkeit haben, gemeinsam zu feiern und zu glauben. Dass das formell gerade im Jahr des Reformationsjubiläums geschieht, mag darüber hinaus als ein Zeichen der sich ändernden Zeiten gelten“, formulierte der Geistliche, der im Anschluss zum Nachdenken über verschiedene Gleichnisse, in denen Jesus zu den Menschen sprach, so auch das Gleichnis vom Weizenfeld und dem darin wuchernden Unkraut, einlud.

Jesus sei der Sämann, sein Acker die Welt. Aber nicht alles, was da wachse, entsprieße nur dem guten Samen, sondern drohe vielerorts vom Unkraut überwuchert zu werden. Aber das Richten darüber sei nicht Sache der Menschen, vielmehr müsse die Zeit der Ernte abgewartet werden, dann trenne sich das Unkraut vom Weizen. Das Himmelreich sei wie ein Senfkorn. Das kleinste aller Samenkörner habe die Kraft, zu einem großen Baum heranzuwachsen, wenn es auf fruchtbaren Boden falle und sich gegen das Unkraut durchsetze, wie es in einem weiteren Gleichnis heißt.

Abschließend wurde noch bekannt gegeben, dass am Samstag dieser Woche aufgrund der Ferienzeit in Rönsahl keine Vorabendmesse stattfindet, sondern stattdessen erst wieder in der kommenden Woche.

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