Im Dauereinsatz bei Waldbrand

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Der Unimog des Löschzuges 4 der Kiersper Wehr war im Dauereinsatz beim Waldbrand in Gummersbach.

Kierspe – 35 Dienstjahre sind für ein Mitglied einer Feuerwehr bereits eine lange Zeit, für ein Feuerwehr-Fahrzeug ist das schon mehr als beachtlich. Doch die Unimogs der Feuerwehr Kierspe sind unverzichtbar – und einer von ihnen wurde für mehrere Tage an den Ort des Brandes in Gummersbach beordert.

Durch Fahrlässigkeit waren am Montagnachmittag letztlich rund 100 Hektar Wald in Brand geraten (die MZ berichtete). Schnell kamen die Kräfte der Wehr im Oberbergischen Kreis an ihre Leistungsgrenzen. Hubschrauber mit angehängten Löschsäcken kamen zum Einsatz, genauso wie Wasserwerfer der Polizei und Löschfahrzeuge der Kölner Flughafenfeuerwehr. Aber auch die Wehren in der Umgebung eilten zur Unterstützung nach Gummersbach. Am Dienstag waren dann ab 10 Uhr auch die ersten Kiersper im Einsatz. Mit ihrem Katastrophen-Löschfahrzeug war der Löschzug 3 (Rönsahl) ausgerückt. „Insgesamt war das Fahrzeug an diesem Tag 13 Stunden vor Ort. Wir haben die Mannschaft dann gegen 15 Uhr ausgewechselt“, erzählt der Stellvertretende Wehrleiter Mike Budde.

Ebenfalls am Dienstagmorgen wurden der Senior unter den Kiersper Einsatzfahrzeugen zum Dienst gerufen – das Feuerlöschfahrzeug FLF 3000 des Löschzuges 4 (Volme-Neuenhaus). In Dienst gestellt wurde der hochgeländegängige Unimog bereits 1985. Das Besondere an dem Wagen ist neben der besonders guten Geländegängigkeit die Art des Löscheinsatzes, die mit dem Wagen möglich ist. Während der Fahrt kann ein Helfer aus der Dachluke heraus zum Schlauch greifen und Wasser auf das Feuer niedergehen lassen.

Der Wagen war dann letztlich bis Mittwoch in den späten Abendstunden im Einsatz und reiste gestern Morgen um 6 Uhr erneut in den Nachbarkreis. „Der Einsatzleiter hat den Wagen explizit angefordert, wegen seines hohen taktischen Einsatzwertes“, wie Budde formuliert.

Gearbeitet wurde auch bei diesem Einsatz in Schichten. Alle sechs bis sieben Stunden seien die Wehrleute ausgetauscht worden. Da längst nicht jeder Kiersper Wehrmann mit der speziellen Technik umgehen und den Wagen sicher durch unwegsames Gelände steuern kann, kamen bislang ausschließlich die Ehrenamtlichen der Löschgruppe Neuenhaus zum Einsatz. Budde: „Wenn der Einsatz länger gedauert hätte, dann wären auch weiterhin Fahrer des LZ 4 zum Einsatz gekommen, die beiden übrigen Besatzungsmitglieder wären dann von anderen Löschzügen gekommen. Aber in diese Situation sind wir ja nicht gekommen.“

Der stellvertretende Wehrleiter betont aber auch, dass es eine klare Absprache mit dem Einsatzleiter in Gummersbach gegeben hätte, den Wagen jederzeit abziehen zu können, wenn er in Kierspe benötigt wurde. Denn auch die Wehr der Volmestadt verfügt nur über zwei dieser Wagen, die nahezu jeden Winkel des heimischen Waldes erreichen können. „Wir bereiten uns auch auf Waldbrände in Kierspe vor. Die Gefahr, dass es auch hier brennen kann, ist extrem hoch“, sagt Budde.

Am Dienstag und Mittwoch habe man eine Vereinbarung mit Kiersper Landwirten getroffen, damit im Brandfall drei Gülle-Anhänger zur Verfügung stehen, die in ganz kurzer Zeit mit Wasser befüllt zum Brandort ausrücken könnten. „Bei einem Flächenbrand würden die Fässer dann aufgrund ihrer Sprühwirkung direkt zum Löschen eingesetzt, ansonsten stehen sie als Löschwasserspeicher zur Verfügung, um die Fahrzeuge der Wehr schnell wieder mit Wasser versorgen zu können“, erklärt Budde seine Planungen.

Außerdem hat die Kiersper Wehr sogenannte Schlauchtragekörbe vorbereitet. Darin kann ein „dünner“ D-Schlauch samt passendem D-Rohr verstaut und von einem Mitglied der Wehr getragen werden, um auch die Stellen im Wald zu erreichen, die von einem Wagen nicht mehr angefahren werden können.

Doch auch, wenn es in den vergangenen Tagen schon vereinzelte kleine Brände im Kiersper Wald gab, hofft Budde doch, dass sich so eine Situation wie in Gummersbach in der Volmestadt nicht ereignet. „Solche Feuer, bei denen auch die Kronen der Bäume in Flammen stehen, sind extrem selten. Allerdings erhöht sich die Gefahr einer schnellen Ausbreitung eines Waldbrandes in dieser Zeit, da es nicht nur extrem trocken ist, sondern auch aufgrund der Waldarbeiten nach der Borkenkäferplage der Vorjahre sehr viel trockenes Holz, Rinde und Äste im Wald liegen geblieben sind“, erklärt der stellvertretende Wehrleiter.

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