Bis zur Unleserlichkeit verblasst

Wo geht's denn hier lang? Dieses Verkehrsschild gibt Rätsel auf

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Nicht mehr zu lesen: Sonne und Witterung haben ganze Arbeit an diesem wegweisenden Schild auf Marienheider Stadtgebiet geleistet, auf dem der Schriftzug Kierspe nur noch zu erahnen ist.

Kierspe - In Zeiten von modernen Navigationsgeräten können wegweisende Schilder eine Bestätigung und Unterstützung sein – wenn sie denn (noch) lesbar sind.

Dass dies auch so bleibt, ist der regelmäßigen Kontrolle durch die Mitarbeiter des Kiersper Bauhofs, der Straßenmeisterei in Herscheid und letztlich auch der Verkehrskommission des Märkischen Kreises zu verdanken. Während die Stadt für ihre Gemeindestraßen zuständig ist, liegen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in der Obhut und Verantwortung des Landesbetriebs Straßen.NRW.

Natürlich kann es mal passieren, dass ein wegweisendes Schild – wie das auf Marienheider Stadtgebiet nahe der Lingese-Talsperre – schon mal übersehen wird. In diesem konkreten Fall kann man den Hinweis auf Kierspe nur noch erahnen. Immerhin: Es handelt es sich um ein Wegweisschild an einer nur wenig genutzten Straße. Die meisten Fahrer, die dort die Straße nutzen, wissen wohl, dass es nach Kierspe geht.

Im Normalfall führen die Verkehrskommission, zu der Vertreter des Märkischen Kreises, der Polizei und des Landesbetriebs Straßen.NRW gehören, Verkehrsschauen durch. Sofern dann ein Verkehrsschild auffällt, das nur noch schlecht lesbar ist, wird dies für einen Austausch notiert.

Auf den großen Wegweisschildern werden temporäre Sperrungen, wie hier die B 54 nach Lüdenscheid, nicht überklebt, sondern durch ein anklemmtes X dargestellt, sodass die Folie des Schildes beim Abnehmen keinen Schaden nimmt.

Noch häufiger werden die Verkehrszeichen auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen durch die sogenannte Streckenwartung der Straßenmeisterei und auf den städtischen Straßen durch den Bauhof kontrolliert. Sogenannte anordnende Verkehrszeichen (Geschwindigkeitsbegrenzung, Vorfahrt, Halteverbot) werden sofort ausgetauscht, wenn sie nicht mehr lesbar beziehungsweise erkennbar sind.

Sowohl der Bauhof als auch die Straßenmeisterei, darauf weisen Kierspes Ordnungsamtsleiter Oliver Knuf als auch Straßen.NRW-Pressesprecher Andreas Berg hin, haben stets eine Reihe der Verkehrszeichen auf Lager. Denn es passiere häufiger, dass Verkehrsschilder umgefahren oder auch gestohlen würden.

Wegweiser sind individuelle Schilder

Bei den wegweisenden Schildern ist das anders, da sie individuell sind und jeweils erst angefertigt werden müssen. Die Größe der Schrift hänge dabei vom Tempo ab, das auf der Straße gefahren werden dürfe, an dem das Schild steht. „Das ist genau geregelt“, erklärt Andreas Berg weiter. Auch, dass die Schilder retro-reflektierend sein müssen.

Eine Wabenstruktur sorge dafür, dass die Schilder beim Auftreffen von Licht hell leuchteten. Da bei den Wegweisern mit Folien gearbeitet werde, ist weder eine Nachbearbeitung noch eine großartige Reinigung möglich. „Nur bei leichter Verschmutzung werden die Schilder mal gereinigt“, sagt der Pressesprecher von Straßen.NRW. Alles andere würde die Folien beschädigen und damit letztlich die Lesbarkeit schwieriger machen.

Daher wird beispielsweise auch bei temporären Straßensperrungen – wie derzeit die Sperrung der B 54 zwischen Kierspe und Bollwerk beziehungsweise – der Hinweis auf den Schildern nicht mit Klebebänder „durchgestrichen“, sondern ein Kreuz am Rahmen angeklemmt. Dieses X kann leicht entfernt werden und richtet keinen Schaden auf den Folien an.

Was sicherlich auch einiges mit dem Preis zu tun hat: Denn während für ein anordnendes Verkehrszeichen unter Umständen noch nicht einmal ein dreistelliger Euro-Betrag aufzuwenden ist, liegen die Preise für wegweisende Schilder je nach Größe durchaus im mittleren vierstelligen Euro-Bereich.

Pfeilwegweiser bis zu zwei Meter lang

Das gilt natürlich nicht für den unleserlichen Kierspe-Pfeilwegweiser. Denn es handelt sich um einen vergleichsweise kurzen Schriftzug. Bei langen Ortsnamen, so Berg, könne es schon mal vorkommen, dass solch ein Pfeilwegweise aufgrund der vorgeschriebenen Schriftgröße bis zu zwei Meter lang wird. Doch das besagte Schild ist dem Marienheider Bauhof wahrscheinlich noch nicht aufgefallen, sonst hätten sie es schon ausgetauscht.

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