ASV geht „back to the Roots“

ASV-Vorsitzender Holger Kappes informiert: Der ASV feiert 2012 sein Schützenfest am neuen Termin.

KIERSPE ▪ Um es gleich vorweg zu sagen: Die bange Sorge, dass der ASV vielleicht kein Schützenfest mehr feiern könnte, ist für die nächste Zukunft und vor allem erst einmal in diesem Jahr absolut unbegründet. Auch 2012, wenn der Bahnhöfer Schützenverein, der im Wechsel mit dem KSV aus dem Dorf das Fest in Kierspe veranstaltet, an der Reihe ist, soll es an drei Tagen wieder rundgehen. Unsicherheit war aufgekommen, nachdem die ASV-Führung angekündigt hatte, dass nach dem Schützenfest 2010 Bilanz gezogen und überlegt werden würde, wie es weitergeht.

Wie die meisten Schützenvereine leidet der ASV unter dem in den vergangenen Jahrzehnten merklich zurückgegangenen Interesse an der Schützensache, was sich in weniger Besuchern und auch einem geringeren Interesse der Bevölkerung an den Umzügen, festgemacht an den Zuschauern entlang der Straßen, zeigt. Davon ist der ASV mit seiner niedrigeren Mitgliederzahl stärker betroffenen als die Bruderschützen im Dorf. Hinzu kommt noch die unterschiedliche Bevölkerungsstruktur in den zwei Ortsteilen.

Dabei haben die Bahnhöfer sich immer alle erdenkliche Mühe gegeben, ein wirklich attraktives Programm zu organisieren, das dem im Dorf in nichts nachstand. Besonders mit dem Selfmade-Programm am Montagmorgen haben sie diesem sogar eine individuelle Note verliehen, die beim Publikum prima ankam und jedesmal dem Verein viel Lob einbrachte.

Aber auch beim letzten Schützenfest blieben die Besucherzahlen wieder hinter den Hoffnungen zurück, so dass vom Vorstand eine Taskforce eingerichtet wurde, die Überlegungen in sämtliche Richtungen anstellen sollte: „Wir haben alles in Frage gestellt vom Feiern des Schützenfestes generell über den Termin, die Dauer und die Inhalte bis hin zu Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung“, informiert ASV-Vorsitzender Holger Kappes. Letztlich fiel dann die Entscheidung, dass es weiterhin ein Schützenfest mit allem, was von der Tradition her dazu gehört, geben soll wie Umzügen mit Kapellen, Vogelschießen, Kommers, Livemusik am Abend und auch dem vorgeschalteten Partyabend gezielt für das junge Publikum.

Allerdings ist der Termin verändert worden: Das ASV-Fest wird ab sofort zum gleichen Zeitpunkt wie im Dorf am letzten Augustwochenende gefeiert. „Wir feiern unserer Schützenfest in diesem Jahr von Freitag bis Sonntag, 24. bis 26. August, wie gewohnt auf dem Platz am Haunerbusch“, macht Kappes aufmerksam. Dann sei das Wetter meist besser als eine Woche nach Pfingsten und jetzt müsse sich auch niemand mehr extra für das Fest Urlaub nehmen. Zwar wird auf den vierten Festtag, also den Montag, verzichtet und wie früher drei Tage gefeiert, doch soll das beliebte Showprogramm aus den eigenen Reihen in den Festablauf integriert werden.

Schon lange steht vor allem das Feiern bei den Veranstaltungen im Fokus: So gibt es abends Livemusik mit bekannten Gruppen und der offizielle, für viele eher langweilige Kommers wurde aus dem Abendprogramm verbannt.

Der Vorsitzende zeigt sich mit der gemeinsam erarbeiteten Lösung recht zufrieden. „Man könnte also sagen, dass der ASV wieder back to the Roots geht“, stellt er fest. Kappes gibt zu bedenken, dass ein Schützenverein auch seinen Sinn verliere, wenn kein Schützenfest mehr mit eben diesem groben Rahmen gefeiert werde. Haben doch die Schützenvereine und damit auch die Schützenfeste ihren Ursprung im Grunde schon im frühen Mittelalter, als die Städte Bürgerwehren zu ihrer Verteidigung auf stellten und die bäuerliche Bevölkerung ebenfalls rekrutiert wurde. Im Zusammenhang mit den Musterungen und Übungen wurden Feste veranstaltet, aus denen sich dann die Tradition der Schützenfeste mit Umzügen durch den Ort entwickelte. Die damalige militärische Signifikanz nahm über die Jahrhunderte allerdings ab. Schützenbruderschaften in der heutigen modernen Form als heimatliche Traditions- und Brauchtumspflege gibt es etwa seit dem frühen 19. Jahrhundert. Der Allgemeine Schützenverein Kierspe wurde vor 88 Jahren gegründet. 1925, ein Jahr nach seiner Gründung, wurde das erste Schützenfest veranstaltet und lockte auch sofort große Teile der Bevölkerung an.

An dieses erfolgreiche erste Schützenfest will Holger Kappes in diesem Jahr anknüpfen und hofft, dass die Programmstraffung und die neuen Akzente bei den eigenen Mitgliedern und auch den Bürgern gut ankommen. Nähere Einzelheiten zu den Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung würden demnächst bekanntgegeben, verweist er.

Grundsätzlich ist dem ASV-Vorsitzenden aber bewusst, dass es langfristig sicherlich Sinn macht, auch in Kierspe über eine Kooperation der beiden Schützenvereine und vielleicht gemeinsame Feste und anderes mehr nachzudenken. Der Anfang war vor ein paar Jahren bereits mal gemacht, doch sind die Bestrebungen der beiden Vorstände dann, wie er sagt „leider“, nicht weiterbetrieben worden. Ein Zusammengehen bei den Festen würde für ASV wie KSV die Arbeit auf mehr Schultern verteilen, das finanzielle Risiko vermindern und für die Menschen in Kierspe das Fest attraktiver machen. Gerade die Musik, ob die Kappellen bei den Umzügen oder die Bands, sind immer ein immenser Kostenfaktor. Hatte doch beispielsweise auch der KSV im vergangenen Jahr große Probleme, einen Kirmesbetreiber mit Karussells zu finden. Auch hier könnte der neue gemeinsame Termin sich positiv auswirken. ▪ rh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare