Vor allem Hundebesitzer sollten aufpassen

Gefahr von Meister Lampe: Hasenpest kann für Menschen tödlich sein

In den vergangene n Wochen sind in Nordrhein-Westfalen zwei Fälle von an Tularämie verendeten Hasen bekannt geworden. Nun befürchten Jäger, die Krankheit könnte auch ins Sauerland kommen.
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In den vergangene n Wochen sind in Nordrhein-Westfalen zwei Fälle von an Tularämie verendeten Hasen bekannt geworden. Nun befürchten Jäger, die Krankheit könnte auch ins Sauerland kommen.

Krankheiten, die vom Tier auf Menschen überspringen, sind nicht erst seit dem Auftauchen des neuartigen Coronavirus ein Thema. Nun sind in NRW zwei Fälle von Tularämie aufgetaucht, die nicht nur die Jäger alarmieren. Denn die sogenannte Hasenpest kann auch auf den Menschen übertragen werden. Wird sie nicht behandelt, hat sie eine Todesrate von mehr als 33 Prozent zur Folge.

Kierspe - „Es ist kein Zufall, dass die beiden Fälle in der Nähe von Paderborn und Mettmann aufgetreten sind, denn dort finden die Hasen aufgrund des Ackerbaus bessere Lebensbedingungen als in unserer Region“, sagt Matthias Heveling, Leiter des Hegerings Kierspe-Rönsahl. Doch er geht davon aus, dass die Krankheit es auch mühelos ins Sauerland schaffen könnten. Gerade auch, weil sich der Hase, der seit Jahren auf der Roten Liste steht und damit vom Aussterben bedroht ist, wieder gut vermehrt hat – schließlich haben die Jäger freiwillig auf die Bejagung verzichtet und beispielsweise durch das Anlegen sogenannter Wildäcker für bessere Lebensbedingungen gesorgt.

Die Gefahr, dass sich ein Mensch direkt bei einem Hasen ansteckt, ist aufgrund des seltenen Kontakts zwar eher unwahrscheinlich. Den Weg zum Menschen kann das Bakterium dennoch finden: „Vor allem Hunde spielen bei der Übertragung eine Rolle. Wenn der freilaufende Hund einen an Tularämie erkrankten Hasen findet und anleckt, kann er die Parasiten, die die Krankheit übertragen, aufnehmen und an seinen Besitzer weitergeben“, sagt Matthias Heveling. Ein guter Schutz davor, so der Hegeringleiter, ist das Führen des Hundes an der Leine. Das empfehle sich derzeit auch deswegen, weil die Brut- und Setzzeit noch andauere.

Übertragbar ist die Krankheit auf Kaninchen, aber auch auf Nagetiere wie Ratten und Mäuse. Somit könne die Krankheit in seltenen Fällen auch auf Tiere übetragen werden, die als Haustiere gehalten werden, erklärt Heveling. Positiv ist, dass die Hasenpest, die durch ein Bakterium übertragen wird, mit Antibiotika behandelt werden kann – wenn sie von einem Arzt früh genug erkannt wird.

Tularämie oder auch Hasenpest

Tularämie ist eine häufig tödlich verlaufende ansteckende Erkrankung bei frei lebenden Nagetieren und Hasenartigen, die durch das Bakterium Francisella tularensis ausgelöst wird. Die Erkrankung ist eine Zoonose und kann auf den Menschen übertragen werden. Sie zählt in Deutschland zu den meldepflichtigen Tierkrankheiten.

Da das Beschwerdebild (mit Primäraffekt an der Eintrittsstelle und Beteiligung der regionären Lymphknoten) dem der Pest ähnelt und die Erkrankung sehr häufig Hasen und Wildkaninchen befällt, wird sie häufig auch als Hasenpest bezeichnet.

Hauptsächlich ist die Krankheit in Nordamerika und Asien verbreitet. Aber auch in Europa ist sie alles andere als selten – und tritt vor allem in Skandinavien auf. In Deutschland tauchen jährlich im Durchschnitt bis zu 15 Fälle von Erkrankungen beim Menschen auf. Die Zahlen lagen in einzelnen Jahren aber auch deutlich höher, so erkrankten im vergangenen Jahr mehr als 50 Menschen.

Übetragen wird Tularämie nicht nur über Kontakt zu dem befallenen Tier und dem Hund als Zwischenwirt. Sie kann auch durch das Einatmen erregerhaltigen Staubes (verunreinigtes Heu, Silofutter, Erde, Staub) übertragen werden, wobei nur wenige Bakterien bereits zu einer Erkrankung führen. So erkrankten in den 1960er-Jahren mehr als 600 Schweden an der Krankheit. Diese hatten sich überwiegend beim Umschichten infizierten Heus durch Inhalation angesteckt. Es gibt einen Impfstoff gegen die Krankheit, dieser ist aber in Europa nicht zugelassen.

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