Gefällte Bäume werden Thema im Rat

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Am Samstag wurden die Bäume gefällt. In den vergangenen Tagen entsorgte der Bauhof das Holz. ▪

KIERSPE ▪ Dass das Fällen von Bäumen in Kierspe sehr emotional geführte Diskussionen zur Folge hat, ist spätestens seit der Diskussion um die Luiseneiche eine Tatsache. Und nun bekamen das auch die Verwaltungsmitarbeiter aus dem Fachbereich Tiefbau zu spüren – waren sie es doch, die die Fällung der Bäume am Hang zwischen der Straße Hammerkamp und dem zukünftigen Standort des Busbahnhofes in Auftrag gegeben hatten.

Während sonst meist Freude der Anwohner über eine freiere Sicht herrscht, zeigen sich Bewohner der Straße Hammerkamp beeinträchtigt durch die Maßnahme der Stadt.

Das wurde auch in der Ratssitzung am Dienstag noch einmal klar, als sich im Rahmen der Stunde der Öffentlichkeit Udo Duhm zu Wort meldete, der massive Kritik gegenüber den Arbeiten vorbrachte. Er fühlte sich schlecht informiert und sah in dem Fällen der Bäume auch einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetzes. Außerdem wollte er wissen, welche Maßnahmen die Stadt ergreifen wolle, um den Hang zu sichern und die Anwohner vor Lärm zu schützen, wenn die Bahnlinie wieder aktiviert würde?

Karsten Seil, Leiter des Sachgebietes Tiefbau, führte aus, dass die Stadt keine Genehmigung für das Fällen der Bäume benötigte.

„Die Bäume in diesem Bereich waren alt, morsch und verpilzt. Zum Teil wuchsen sie waagerecht aus dem Hang und stellten so eine Gefahr dar“, so Seil.

Außerdem, so der Amtsleiter weiter, sei die Maßnahme erforderlich, um die soziale Kontrolle des Busbahnhofes zu gewährleisten, ein Punkt, auf den auch die MVG viel Wert gelegt habe. Im vorderen Bereich hätten die Bäume weichen müssen, um der Stützmauer Platz zu machen und im hinteren Teil des Hanges, um eine Anschüttung zu ermöglichen, die es der Feuerwehr erlaube, die Straße zu befahren, wenn die Straße Hammerkamp für die Dauer der Errichtung einer Stützmauer nicht mehr von der Kölner Straße erreichbar sei.

Den Schallschutz durch die Bäume sah Seil auch nur als minimal, „vor allem in der Zeit, in der die Bäume keine Blätter tragen.“

An dieser Stelle erhielt der Amtsleiter auch Unterstützung durch den Bürgermeister, der ankündigte, dass man über weitere Schallschutzmaßnahmen erst dann nachdenken wolle, wenn die Bahn auch tatsächlich wieder einen regelmäßigen Verkehr auf der Strecke aufgenommen habe. ▪ Johannes Becker

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