Gedenkfeier mit Dankbarkeit und Mahnung

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Zur Feierstunde zum Volkstrauertag am Soldaten- und Fremdarbeiterfriedhof kamen viele Vereinsvertreter.

Kierspe - „Wir gedenken heute der gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege. 67 Soldatengräber sind hier, aber auch 27 Zwangsarbeiter aus der früheren Sowjetunion und Polen, darunter auch Kinder, wurden hier beerdigt“, erinnerte Werner Steinbach, Pastor im Ruhestand, am gestrigen Morgen in der Feierstunde zum Volkstrauertag auf dem Soldaten- und Fremdarbeiterfriedhof Büscherweg.

„Wir denken auch an die Millionen Menschen, die während des Krieges in den Ländern Europas umgekommen sind“, so Steinbach. Er bat darum, an einem solchen Tag innezuhalten und zurückzublicken auf Deutschlands so wechselhafte und schlimme Geschichte. 70 Jahre seien diese Schrecken her und nun Vergangenheit, aber in dieser Gedenkstunde wieder gegenwärtig. Es gelte nicht nur Rückschau zu halten, sondern auch dankbar zu sein, „dass wir 70 Jahre nach diesen schrecklichen Ereignissen in Frieden leben durften. Gott sei Dank, und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes“, betonte Steinbach. „Dank allen, die sich in diesen 70 Jahren für Frieden und Versöhnung eingesetzt haben.“

Redner gedenkt Toten und Verletzten in Paris

Doch auch an die vielen gegenwärtigen Probleme erinnerte Steinbach. Damit meinte er die Kriege in Syrien, im Irak, in Afghanistan, in der Ukraine sowie die vielen Länder Afrikas, die durch Korruption und Terror nicht auf die Beine kommen.

Dankbar zeigte sich Werner Steinbach, in diesem Land leben zu dürfen. Aber zugleich forderte der Pastor im Ruhestand alle auf, hellwach zu sein gegenüber dem wieder erstarkten, radikalen und rechten Gedankengut in Deutschland und einigen weiteren Ländern Europas.

Auch der vielen Toten und Schwerverletzten in Paris gedachte Steinbach an diesem Morgen. „Als Christ weiß ich mich gebunden an Gottes Wort und Willen“, nahm er Stellung. „Jesus selbst musste als Säugling mit seinen Eltern nach Ägypten fliehen. Dort haben sie als Migranten gewohnt und wurden nicht ausgewiesen. Darum ist die frohe Botschaft von Jesus besonders an die Armen, Ausgestoßenen, Verachteten und Fremden gerichtet.“

Der Feierstunde wohnten die Schützen der beiden Kiersper Schützengesellschaften, die Feuerwehr, der Spielmannszug und die Sängervereinigung Vorth-Grünenbaum bei. Neben den offiziellen Vertretern der heimischen Vereine waren auch Kiersper Bürger zur Feierstunde gekommen.

An zwei Stellen legten die Schützen und die Feuerwehr einen Kranz zum Gedenken an die Verstorbenen der beiden Weltkriege nieder, einen auf dem Soldatenfriedhof und einen auf dem Fremdarbeiterfriedhof.

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