Freizeitpark: Vorbereitende Arbeiten beginnen

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Dort wo jetzt noch Gebäude stehen, soll bereits im kommenden Jahr die Volme in einem neuen Flussbett fließen.

Kierspe - Wie der Volme-Freizeitpark aussehen soll, entscheidet sich am Donnerstag durch eine Jury, die sich für einen Vorschlag aus dem Realisierungs-Wettbewerb aussprechen wird. Doch bereits jetzt ist schweres Gerät im Einsatz, um die Arbeiten zu erledigen, die auf jeden Fall und unabhängig von dem Wettbewerbsergebnis ausgeführt werden müssen.

Von Johannes Becker

Als in den vergangenen Tagen die asbestbelastete Dachabdeckung der großen Industriehalle im Volmetal abgedeckt wurde, wurde damit auch der sichtbarste Teil der Schadstoffe entfernt und fachgerecht beseitigt. Die anderen belasteten Bereiche befinden sich unter den Gebäuden und im Erdreich des Geländes. Rund 50 Bohrlöcher und sieben Grundwassermessstellen wurden in den Boden getrieben. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen haben zu einem Rückbau- und Entsorgungskonzept geführt, das nun von verschiedenen Fachfirmen umgesetzt wird.

„Die Schadstoffe wurden aus einem großen Teil der Gebäude bereits entfernt, bald kann mit dem eigentlichen Rückbau begonnen werden“, erklärt der Geologe Christian Riepe von der Firma Mull und Partner. Er hat sich in den vergangenen Monaten viele Gedanken zu dem Thema gemacht, Gespräche mit den zuständigen Sachgebietsleitern bei der Stadt geführt und das Altlastenkataster des Kreises ausgewertet, um das Vorgehen festzulegen.

Durch Hammerwerk, Galvanik und Entfettung sind Giftstoffe in die Böden in dem Bereich eingedrungen, in dem zukünftig die Volme fließen soll und Kiersper Entspannung suchen werden.

Riepe: „Alles was unbelastet ist wird recycelt, alles andere entsprechend behandelt oder in Deponien eingelagert.“ Bis zu einer Tiefe von 4,50 Metern muss der Boden ausgegraben werden, um die giftigen Hinterlassenschaften zu beseitigen. Trotzdem werden diese Arbeiten nur einen kleinen Teil der Erdbewegungen ausmachen, die notwendig sind, um die Volme auf einer Länge von 350 Metern aus ihrem bisherigen Bett in den deutlich verbreiterten Hammergraben zu verlegen. Insgesamt werden rund 15 000 Kubikmeter Erde bewegt, 3000 davon müssen entsorgt werden. Mit dem Rest wird ein Hügel angeschüttet, der in die Gestaltung des Freizeitparks einbezogen werden muss.

Die Erdarbeiten selbst werden von der Firma „Bauer Umwelt“ aus Schrobenhausen ausgeführt, die nicht nur über spezielle Fahrzeuge verfügt, in deren Kabinen die Mitarbeiter gefilterte Luft atmen, sondern die auch bereits den einen oder anderen Fluss verlegt haben.

Damit während der Arbeiten möglichst wenig vorhandene Natur zerstört wird, gibt es eine ökologische Baubetreuung durch ein Fachbüro aus Witten und die eigentliche Flussverlegung wird von einem weiteren Ingenieurbüro aus Hagen geplant.

„Mit dem sogenannten ersten Spatenstich wollen wir warten, bis mit der Volmeverlegung begonnen wird und der Siegerentwurf feststeht“, erklärt Stadtplaner Rainer Schürmann.

Die Arbeiten an dem Freizeitpark dürften sich noch bis zum Ende des kommenden Jahres hinziehen, abhängig ist der Fortgang der Arbeiten dabei vor allem von der Intensität des kommenden Winters.

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