Sanierung

Verjüngungskur für altes Haus

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Einer Erneuerungskur vom Scheitel bis zur Sohle wird derzeit das im Volksmund als ehemaliges „Haus Crone“ bekannte Anwesen an der Hauptstraße 54 in Rönsahl unterzogen.

Rönsahl – Einer Verjüngungskur vom Scheitel bis zur Sohle wird in diesen Wochen das Haus Hauptstraße 54 in Rönsahls Dorfmitte unterzogen.

Dieses Haus – zumindest seine Grundmauern – gehört zweifelsfrei zu den ältesten Gebäuden im Dorf. Könnte es erzählen, so wüsste es sicher so manches zu berichten aus der wechselvollen Geschichte des Dorfes an der Grenze zwischen Westfalen und der ehemaligen Rheinprovinz.

Eigentümerwechsel vor drei Jahrzehnten

Nach einem bereits vor mehr als drei Jahrzehnten erfolgten ersten Eigentümerwechsel und dem in diesem Zusammenhang erfolgten teilweisen Umbau des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses, das fortan als reines Wohnhaus genutzt worden war, wurden in diesen Wochen weitere Renovierungsarbeiten vorgenommen. Besonders ins Auge fällt dabei die grundlegende Erneuerung des gesamten Dachstuhls, dessen Gebälk mittlerweile erheblich in die Jahre gekommen war.

Heimatfreunde sind jedenfalls froh darüber, dass das alte Haus mit seinen dicken Bruchsteinmauern und der typischen Form des Bürgerhauses früherer Zeiten auf diese Weise erhalten bleibt und weiterhin als Wohnhaus dienen kann.

Haus 1460 nachgewiesen

Ein Blick in alte Unterlagen zeigt, dass in diesem Haus, das im Volksmund lange Zeit mit der Familie des Lebensmittelkaufmanns Crone in Verbindung gebracht wurde, in der Tat zu den ältesten Gebäuden in Rönsahl zählt und bereits um das Jahr 1460 nachgewiesen werden kann. Hier wohnte seinerzeit der bergische Hofesrichter und Advokat Henrik auf dem Keller. Er betreute die bergische Minderheit in der Mark. Es spricht vieles für die Annahme, dass die Rönsahler Richter, bis sie im späteren Stammsitz im „Haus an der Mosel“ residierten, auch im Hause Crone und im Nachbarhaus „Auf dem Keller“ (ehemals Gasthof Vormann, heute ist an dieser Stelle der Edeka-Laden) gewohnt haben.

Kolonialwarenhandlung

Es wird ferner berichtet, dass der Kaufmann Wilhelm Heuckelbach in diesem Haus nach 1900 hier seine Kolonialwarenhandlung begann. Später, in den 1930er-Jahren, übernahm der Lebensmittelkaufmann Wilhelm Crone das Geschäft vom Onkel, um es durch alle Wirren der Zeit zu führen und schließlich in der Familie weiterzugeben. Manch älterer Mitbürger weiß sich noch gut an die Zeiten zu erinnern, als es hier im alten Ladengeschäft der Familie Crone buchstäblich „alles“ zu kaufen gab, angefangen von Lebensmitteln aller Art über Nähgarn, Spielzeug und Spirituosen bis zur aus dem großen Bottich im Nebenraum gezapften Frischmilch.

Wechselvolle Geschichte

In der mehr als 500-jährigen Geschichte dieses Hauses mag es manch wechselvolle Episode gegeben haben. Vieles rund um dieses alte Haus ist mittlerweile vom Nebel der Geschichte umhüllt – so auch die Vermutung, dass unter diesem Haus in alter Zeit einmal eine Straße gewesen sein könnte. Diese Vermutung liegt nahe, seitdem der Vorbesitzer bei Renovierungsarbeiten unter dem Fußboden des Hauses plötzlich dicht verlegtes Kopfsteinpflaster fand und sogar noch deutlich von Karrenrädern hinterlassene Spuren entdeckt wurden. Ähnliches hatte man schon früher von anderer Seite gehört. So soll damals bei Ausschachtungsarbeiten des ehemaligen Hauses Kraechter (heute Volksbank) ebenfalls Kopfsteinpflaster gefunden worden sein.

Das lässt den Gedanken aufkommen, dass es in früheren Zeiten eine noch ältere Straßenverbindung durch das Dorf gegeben haben könnte als die bekannten. Die heutige Hauptstraße wurde um das Jahr 1810 in Betrieb genommen und verläuft mitten durch das Dorf. Deren Vorgänger wiederum war die Straße, die fast parallel zur heutigen Bundesstraße verlief und hinter der heutigen Sparkasse und über den Marktplatz und durch den Hohlen Weg in Richtung des Dorfausgangs führte.

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