Gastronomie-Azubis: Bonus für gute Leistungen

Jacqueline Schneider (hinten) und Laura-Jane Dittmann machen im Haus Berkenbaum ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau.

KIERSPE - Arbeiten,wenn andere feiern, schlechter Verdienst und wenig Freizeit – das sind die Klischees die Ausbildungen im Gastronomiebereich umgeben. Immer weniger junge Leute wählen daher den Beruf als Koch, Restaurant- oder Hotelfachmann, Hotels und Restaurants bekommen Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden. Im Kiersper Hotel Haus Berkenbaum sieht das jedoch anders aus.

Von Laila Weiland

Jacqueline Schneider, Laura-Jane Dittmann und Tina Boldt sind drei von insgesamt sieben Azubis, die derzeit in der Küche oder im Servicebereich des Hauses ausgebildet werden. „Ein Mangel an Auszubildenden herrscht eher in den Großstädten“, sagt Christina Gerke, die mitverantwortlich für die Betreuung der jungen Männer und Frauen ist. „Hier im Umkreis gibt es nur wenige Ausbildungsbetriebe, daher finden wir eigentlich immer genug.“ Es komme aber schon vor, dass die Bewerber nicht den Anforderungen des Hauses entsprechen und deswegen auch mal eine Stelle unbesetzt bleibt. „Wir nehmen eben nicht eben jeden um jeden Preis.“ Dafür gibt es für die Auszubildenden aber auch zusätzliche Motivationsanreize. „Die Jahrgangsbesten bekommen zum Beispiel eine Woche Extraurlaub“, so Gerke. „Ganz einfach: Wir wollen gute Leute ausbilden.“

Küchenchefin Stefanie Pieper ist Ausbildungsbotschafterin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) – eine ehrenamtliche Tätigkeit, die ins Leben gerufen wurde, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Sie besucht regelmäßig Schulungen, um den Auszubildenden noch besser zur Seite stehen zu können. Die Ausbildung im Gastronomiebereich biete den jungen Menschen viel Abwechslung, sagt sie. So sei es gang und gäbe, dass sie, sobald sie ausgelernt haben, erst einmal auf Wanderschaft gehen und in anderen Hotels oder Restaurants arbeiten, um weiter zu lernen und sich zu spezialisieren. „Ein Lebenslauf mit wechselnden Arbeitgebern fällt also nicht wie in anderen Berufen negativ, sondern durchaus positiv auf,“ sagt Pieper.

Die Auszubildenden durchlaufen im Haus Berkenbaum verschiedene Bereiche: Die Hotelfachfrauen lernen sowohl den Service als auch die Arbeit an der Rezeption oder Housekeeping, also das Herrichten der Zimmer, kennen. Außerdem steht die Organisation von Feiern wie zum Beispiel Hochzeiten auf dem Plan – von der Tischdeko bis zum reibungslosen Ablauf. Auch die Auszubildenden aus der Küche „schnuppern“ in den Servicebereich hinein. Ihre drei Lehrjahre steigern sich von Lebensmittelkunde und Schneidetechnik bis zur Zubereitung von aufwendigen Gerichten.

Tina Boldt ist Köchin im zweiten Lehrjahr. Die 18-Jährige stieß zufällig auf die Stellenausschreibung. Auch wenn Köchin nicht ihr Traumberuf war, kann sie ihn nur weiter empfehlen. „Klar, am Anfang war es ziemlich anstrengend aber es macht auch viel Spaß und ist sehr abwechslungsreich“, sagt sie. Die Arbeitszeiten seien schon gewöhnungsbedürftig. „Ich habe weniger Freizeit und weniger Zeit für Freunde, aber wenn etwas wichtiges ansteht, bekomme ich auch frei.“ Zum Beispiel wurde ihr Dienstplan so ausgelegt, dass die Baptistin sonntags in die Kirche gehen kann.

Laura-Jane Dittmann ist ebenfalls im zweiten Lehrjahr und angehende Hotelfachfrau. „Ich habe mir den Job viel stressiger vorgestellt“, sagt die 17-Jährige. „Der Anfang ist schwierig, aber wenn man sich erst einmal zurecht gefunden hat geht es.“ Mit den Arbeitszeiten habe sie kein Problem. Nur Teildienst sei anstrengend, weil sie dann nahezu den ganzen Tag im Haus Berkenbaum verbringt – nur nachmittags sind ein paar Stunden frei.

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