„Schauen mit Sorge auf die Zahlen“

Gastronom hofft auf eine Vermeidung erneuter Schließungen

Der Betrieb in der Küche von Haus Berkenbaum läuft wieder ganz normal. Jetzt hofft nicht nur Juniorchef Christian Funke, dass das auch bei steigenden Inzidenzen so bleiben wird.	Archivfotos: Becker
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Der Betrieb in der Küche von Haus Berkenbaum läuft wieder ganz normal. Jetzt hofft nicht nur Juniorchef Christian Funke, dass das auch bei steigenden Inzidenzen so bleiben wird. Archivfotos: Becker

„Wir schauen natürlich mit Sorge auf die Zahlen, hoffen aber, dass wir nicht wieder schließen müssen, sondern mit den Geimpften, Genesenen und Getesteten das Geschäft weiter betreiben können“, sagt Ernst-Willi Funke, Inhaber des Hauses Berkenbaum.

Kierspe - Vor rund acht Wochen konnte er erst seinen Restaurant-Betrieb wieder starten – und lebt seit dem vor allem vom À-la-carte-Geschäft, da kaum größere Veranstaltungen stattgefunden haben. „Die eine oder andere Gesellschaft hatten wir, auch mal mit 50 Personen, das ist aber alles nichts im Vergleich zu normalen Jahren“, sagt Funke. In der Tendenz gehe dieser Bereich aber deutlich nach oben. Funke: „Es wurden schon einige Feiern angemeldet. Da können wir nur hoffen, dass diese auch so stattfinden können.“

Treue Gäste

Ansonsten freut sich der Kiersper Gastronom vor allem über seine Stammgäste, die in vollem Umfang zurückgekommen seien und ihm ein volles Haus bescheren. „Wir sind nicht nur am Wochenende ausgebucht, sondern auch oft in der Woche. Ohne Reservierung ist es ein Glücksspiel, dass man noch einen Platz bekommt“, erzählt Funke. Er sagt aber auch, dass die meisten auch erst gar keine spontanen Versuche auf einen Tisch im Restaurant unternehmen würden. Durch die vielen Reservierungen sei der Personaleinsatz auch viel besser planbar. „Auch da haben wir viel Glück gehabt, nicht nur die Stammmannschaft ist uns treu geblieben, auch die Aushilfen. Das ist bei Weitem nicht selbstverständlich. Es gibt etliche Gastronomen, die große Probleme haben, Personal zu bekommen“, sagt der Restaurantbetreiber – und erzählt von drei Geschwistern, die bei ihm im Service eingesetzt würden, und die alle drei jetzt wiedergekommen seien.

Abholservice bleibt

Nach wie vor bietet Haus Berkenbaum einen Abholservice an. „Viele Kunden haben diesen schätzen gelernt und möchten auch nicht darauf verzichten. Früher hätte ich mir das nie vorstellen können. Jetzt, in der Krise, waren wir froh, dass wir uns dazu entschieden haben“, sagt Funke. Rund 200 Gänse seien so im Winter zu den Gästen gekommen, „nicht viel weniger als wir sonst im Restaurant verkauft haben“.

Abstand wurde auch in Zeiten der Inzidenzstufe 0 großgeschrieben. In Zukunft wird er noch mehr Bedeutung haben.

Noch nicht ganz zufrieden ist er mit der Auslastung des Hotels. „Da ist die Auslastung immer noch so, dass es sich nicht lohnt, ein Büfett anzubieten. Die Gäste suchen sich ihr Frühstück im Vorfeld aus, serviert wird dann am Tisch“, beschreibt der Gastronom die Situation.

Hotel nicht ausgelastet

Da er hauptsächlich von Geschäftsreisenden im Hotel lebe, sei es jetzt auch aufgrund der Ferien besonders ruhig. „Das ist in den drei letzten Wochen der Sommerferien aber jedes Jahr so.“

Aufgrund der Klientel kann er auch nicht sagen, wie es nach den Ferien im Hotel weitergehen wird. „Die Geschäftsreisenden buchen selten weit im Voraus. Da werden wir sehen, was in zwei oder drei Wochen wieder geht.“

Berichterstattung

Seit die Pandemie im März des vergangenen Jahres auch Deutschland fest im Griff hat, berichtet die Meinerzhagener Zeitung immer wieder über Künstler, Gastronomen oder auch andere Gewerbetreibende, die besondere Einschränkungen durch das Corona-Virus erleiden mussten. Einer dieser Betriebe ist das Haus Berkenbaum. Den letzten großen Lockdown, der mehr als sechs Monate andauerte, nutzte die Inhaberfamilie, um ihr Restaurant umzubauen. Mehr Platz, versiegelte neue Böden und eine Vergrößerung des Abstands zum Personal – beispielsweise im Thekenbereich – waren das Ziel dieser Aktion. Außerdem bot der Betrieb während der Pandemie einen Abholservice warmer Speisen an.

Die Inzidenz und ihre Bedeutung in der Gastronomie

Wie wichtig die sogenannten Immunisierten (Genesene oder Geimpfte) für die Gastronomie werden können, zeigt sich bei einem Blick in die Coronaschutzverordnung des Landes für die Gastronomie: So dürfen bei einer Zusammenkunft im Innenbereich bei einer Inzidenz von unter 35 nur fünf Hausstände ohne Personenbegrenzung zusammenkommen. Kommen dazu weitere Immunisierte, werden diese nicht angerechnet. Bei einer Inzidenz von mehr als 35 und weniger als 50 dürfen nur noch drei Hausstände zusammenkommen, auch hier dürfen aber Immunisierte dazukommen. Bei dieser Inzidenz ist der Zutritt in den Innenbereich aber nur noch für Immunisierte und Getestete möglich.
Sollte die Inzidenz noch weiter steigen auf mehr als 50 aber weniger als 100, sind nur noch zwei Hausstände erlaubt – zuzüglich der Immunisierten. Und das alles auch nur noch im Außenbereich. Kommen dann ausschließlich Immunisierte zusammen, gibt es weder eine Personenbegrenzung noch eine Begrenzung der Hausstände.

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